Waringo-Bericht

07. Februar 2020 12:23; Akt: 08.02.2020 10:19 Print

Krisen machen auch Monarchen stärker

LUXEMBURG – Der Waringo-Bericht hat ein Erdbeben ausgelöst. Doch die Monarchie könnte gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.

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Das Verhältnis zwischen Staatschef und Premierminister gleicht einem Balanceakt. (Bild: Editpress)

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Vergangenen Freitag veröffentlichte Premierminister Xavier Bettel (DP) den Waringo-Bericht – unkommentiert – online. Erst fünf Tage später äußerte er sich dazu. Die einen kritisierten ihn dafür, die anderen lobten, dass er keinen Schnellschuss abgab. Eine Woche nach Veröffentlichung ist es Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Ob die Mission Waringo erfolgreich war, lässt sich erst beurteilen, wenn man Ziel und Ergebnis abgleicht. Was also war die Mission? «Es ging darum, die Kontrolle am Hof zurück in die Hand des demokratisch gewählten Premiers zu geben, ohne die Monarchie an sich zu gefährden», schreibt das Luxemburger Land an diesem Freitag. Der Spagat dürfte gelungen sein.

Krise bedeutet Veränderung

Niemand spricht dieser Tage vom Ende der Monarchie. Der Waringo-Bericht hat zwar ein Erdbeben ausgelöst, doch der Skandal ist ausgeblieben. Die Krise am Hof zeigt, was eine Krise bestenfalls ist: ein Wendepunkt. Der Bericht kommt einem Audit gleich. Die Analyse Waringos hat die Probleme offengelegt, genauso aber auch Reformvorschläge mitgeliefert. Der Bericht, so schmerzhaft die Ergebnisse auch gewesen sein mögen, weist der Monarchie damit einen Weg in die Zukunft.

Sofern niemand an der Monarchie sägen will, ergibt es keinen Sinn, die Personen des Großherzogs und der Großherzogin weiter zu kritisieren. Was verändert werden kann, ist der Rahmen, in dem sie agieren. Und diesen zu optimieren, ist Aufgabe des Premiers.

Das ist die eigentliche Überraschung: Bettel, der eine Mitverantwortung für die Zustände am Hof trägt, geht als Sieger aus der Geschichte hervor. Denn die Krise am Hof begann nicht in seiner Amtszeit. Bereits 2002 scheiterten Jean-Claude Juncker und Luc Frieden (CSV) daran, den Hof zu modernisieren. Bettel dagegen könnte als «Reformer der Luxemburger Monarchie» in die Geschichtsbücher eingehen, wie das Land schreibt. Den Grund dafür lieferte Bettel in seiner Stellungnahme selbst: Einen zweiten Waringo-Bericht kann sich Luxemburg nicht leisten.

(Marlene Brey/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lol am 08.02.2020 03:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und Monarchen machen Krisen stärker

  • Léon am 08.02.2020 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Un référendum si oui ou non doivent-ils partir, le Gouvernement Bettel n’aura pas ce courage.

  • Daweb am 08.02.2020 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh bettel du häss besser dech op aaner saachen ze konzentréieren an endlech däin mammekomplex ugoen

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 09.02.2020 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sorry. Kennt Dir d’Madame? Eng ganz léif Fra.

  • Léon am 08.02.2020 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Un référendum si oui ou non doivent-ils partir, le Gouvernement Bettel n’aura pas ce courage.

  • Manni am 08.02.2020 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand spricht dieser Tage vom Ende der Monarchie.  Do wär ech mir awer net esou secher, vill Leit gesin dat anescht!

  • Modernisierung der Luxusmonarchie am 08.02.2020 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    sie laachen sech just en Eck weg iwer den blöden schaffenden Steierzuëler an klappen elo transparent mat engem gudden Gewëssen nach méih fest drop ...

  • Daweb am 08.02.2020 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh bettel du häss besser dech op aaner saachen ze konzentréieren an endlech däin mammekomplex ugoen