Corona-Pandemie

09. Juli 2020 14:09; Akt: 10.07.2020 07:01 Print

Lokale Lockdowns sind in Luxemburg keine Option

LUXEMBURG – Um zu verhindern, dass die Ausbreitung des Sars-CoV-2-Virus unkontrollierbar wird, setzt sie Regierung bisher darauf, Hochrisikokontakte aufzuspüren.

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Laut Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) setzt die Regierung auf die Verfolgung von Hochrisikokontakten. (Bild: Editpress/Tania Feller)

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Das Großherzogtum kämpft seit einigen Tagen wieder mit relativ vielen Corona-Neuinfektionen. Gesundheitsministerin Paulette Lenert rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf und erklärte, dass eine zweite Welle dringend verhindert werden müsse. Deutschland, Portugal oder Spanien haben in den vergangenen Wochen mit lokalen Lockdowns auf steigende Fallzahlen reagiert. Eine Maßnahme, die in Luxemburg «derzeit nicht vorgesehen» ist, wie Lenert ausführt.

Es sei diesbezüglich schwierig die kritische Schwelle der Neuinfektionen festzulegen. Es ist also nicht klar, ab wie vielen Neuinfektionen ein örtlich begrenzter Lockdown Sinn ergibt. Die gezielte Verfolgung von Hochrisikokontakten «erlaubt es uns aber, einen Ausbruch zu vermeiden, der die Ausbreitung unkontrollierbar machen könnte», sagt Lenert.

Infizierte hatten im Schnitt Kontakt zu 15 Personen

Die Rückverfolgung der Infizierten wird von einer speziellen Zelle durchgeführt. Sie identifiziert zunächst, mit welchen Personen die positiv getestete Person direkten Kontakt hatte. Dann wird der Zeitraum bestimmt, in dem das Übertragungsrisiko besonders hoch war. Als direkter Kontakt gilt jede Person, die mit dem Infizierten unter einem Dach lebt, oder länger als 15 Minuten mit ihm verbrachte, ohne den Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten zu haben.

Sobald diese Kontaktpersonen identifiziert sind, werden sie informiert und erhalten Anweisungen für die Quarantäne. Fünf Tage nach dem Kontakt wird getestet, ob das Virus weitergegeben wurde. «Durchschnittlich hatte ein Infizierter Kontakt mit 15 Personen», erklärt das Gesundheitsministerium.

Jede Person, die positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet wurde, wird den Gesundheitsbehörden gemeldet, unabhängig davon, ob sie aus Luxemburg kommt, oder Grenzgänger ist. Die Kontaktverfolgung wird auch unabhängig vom Wohnort durchgeführt. Positive Fälle sowie ihre Kontakte im Ausland werden auch den Gesundheitsbehörden der jeweiligen Länder gemeldet.

(Mathieu Vacon/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WhaleWhisperer am 10.07.2020 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    "Durchschnittlich hatte ein Infizierter Kontakt mit 15 Personen". Und dabei wäre es doch so einfach diese Kontakte, ausserhalb des eigenen Haushalts und der eigenen Partnerschaft, durch das Tragen einer Maske zu "entschärfen" d.h. dann wären es keine "intensiven" Kontakte mehr und sie müssten erstmal nur ihren Gesundheitszustand regelmässig kontrollieren (Infektsymptome, Fieber?) statt sofort in Quarantäne zu sein. Andere Schlussfolgerung: angesichts steigender Fallzahlen sollte der Télétravail wo möglich weitergehen, auch damit nicht ganze Betriebe durch Quarantäne stillstehen.

  • Nostradamus am 10.07.2020 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Mir hun ze vill seier de Lockdown opgehuewen duerfir därfe mer eis och net wonneren wann mer eng 2. Welle kreien. An laut WHO gëtt dei 2. Welle mei schlemm wei dei eischt. Et as och gewosst dat mer ze vill Speit reageiert hun. Wei de Virus an China ausgebrach as hätte mer hei och gleich Maskepflicht misse afeiren als virbeugend Sach, well weivill Chinesen sin aus der Region Hubai an Europa gereest an waren fleit schon infizeiert ouni et ze wessen. Wann mer eng 2. Welle kreien musse mer erem an de Lockdown an dann erreicht ophiewen wann keng Gefohr mei Besteed.

  • Markus Schmidt am 10.07.2020 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    ... das wird aber dann sehr schnell unübersichtlich! Wenn man allein die Neuinfektionen vom Do, 09.07.20 nimmt (69) würde das bei einem Schnitt von 15 Kontakten pro Infiziertem für über 1000 Menschen die Quarantäne bedeuten! Ob da eine "einfache" Verfolgung der Kontakte noch ein Lösungsansatz sein kann kann man in Frage stellen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Danny am 13.07.2020 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    den Virus as schons seit leschtem Joer am Emlaaf wou nach keen drop obmierksam war. Vill Lait haaten den schons ouni et ze wessen. bis zu 90% vun der Populatioun kréien de Virus do kennt keen dolaanscht. Also Schluss mat der Panik an hoffe mer daat Bescht. Passt ob Iech ob a bleift gesondt

  • Linda am 11.07.2020 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ma dann anuléiert och déi ganz Animatiounen,plage ,an déi komesch vadeelten Schueberfouer,wou keng ass!

  • Dusninja am 11.07.2020 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe sogar eine Inzidenz von 75 gesehen. Ausserdem finde ich die Aussage bezüglich der Grenzgänger mutig. Ich glaube nicht, dass Lux bezüglich der Grenzgänger irgendetwas anordnet oder bestimmt. Das wird dann wohl das drutsche Gesundheitsamt machen dürfen und nicht die Frau Lenert.

  • DerWidder am 11.07.2020 00:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Masken und die Distanz von 2 Meter bringen gar nichts. Der Virus überträgt sich sehr leicht durch Aerosol und bleibt für mehrere Stunden in der Luft. Am schlimmsten sind die Menschen die draussen rauchen, diese nehmen ihre masken ab und dann lassen ihren dampf ab und andere atmen es auf, was der Risiko umso mehr erhöht. Die Abstandregeln müssen verbessert/überarbeitet werden. Aerosol effekt MUSS ernster genommen werden und Rauchen muss irgendwie MEHR limitiert bleiben. Wenn die Regierung das nicht akzeptieren will, müssen wir alle mit der Konsequenzen leben!

  • WhaleWhisperer am 10.07.2020 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    "Durchschnittlich hatte ein Infizierter Kontakt mit 15 Personen". Und dabei wäre es doch so einfach diese Kontakte, ausserhalb des eigenen Haushalts und der eigenen Partnerschaft, durch das Tragen einer Maske zu "entschärfen" d.h. dann wären es keine "intensiven" Kontakte mehr und sie müssten erstmal nur ihren Gesundheitszustand regelmässig kontrollieren (Infektsymptome, Fieber?) statt sofort in Quarantäne zu sein. Andere Schlussfolgerung: angesichts steigender Fallzahlen sollte der Télétravail wo möglich weitergehen, auch damit nicht ganze Betriebe durch Quarantäne stillstehen.