Recycling

10. März 2020 13:12; Akt: 10.03.2020 14:09 Print

Luxemburg hat Mülltrennung noch nicht drauf

LUXEMBURG – Es ist doch wirklich nicht so schwer. Oder? Offenbar doch. Die Umweltverwaltung hat die Mülltonnen durchwühlt. Das Ergebnis: Die Leute trennen den Müll nicht richtig.

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Zu viel Abfall, der in die blauen Säcke gehört, landet in der schwarzen Tonne. (Bild: Christophe Olinger)

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Mit 193,7 Kilo Abfall pro Kopf im Jahr 2018 ist das Gewicht der schwarzen Tonnen für den Restmüll um 13,2 Prozent im Vergleich zu 2013 (223,2 Kilo) gesunken. Aber es gibt noch Luft nach oben. «Wir könnten den Inhalt um 65 Prozent reduzieren», sagt Stéphanie Goergen von der Umweltverwaltung. Sie verweist auf eine Studie, die in 16 Testgemeinden im ganzen Land durchgeführt wurde.

Von den 193,7 Kilo, die Einwohner im Schnitt wegwerfen, sind «31 Prozent organischer Abfall, 18 Prozent Papier und Pappe sowie 17 Prozent Plastik», so Goergen. Damit handelt es sich um Müll, der eigentlich getrennt werden sollte. «Es gibt ein großes Potenzial für die Reduzierung dieses Abfalls», schlussfolgert Goergen. Insbesondere die Menge an Kunststoff werde voraussichtlich ab Mitte 2021 sinken, weil dann die Richtlinie zum Verbot von Einweg-Kunststoffen in Kraft tritt.

54,6 Millionen Kaffeekapseln

Die Umweltverwaltung hat in den Mülleimern Luxemburgs 23,3 Millionen Strohhalme, 76 Millionen Wattestäbchen, 12,9 Millionen Einwegbecher und 2,1 Millionen Einwegteller gefunden. Auch 24,2 Millionen Plastikflaschen waren darunter. Das sind 2,6 Kilo pro Einwohner. Diese Menge, genauso wie die 54,6 Millionen Kaffeekapseln, die 2018 nicht recycelt wurden, sind nicht gerade Beleg eines gesteigerten Umweltbewusstseins. «Es gibt viele Strukturen zur Mülltrennung, aber die Menschen müssen sie auch nutzen», sagt Goergen.

Bei Hygieneprodukten oder Kaffeekapseln ist der Müllberg sogar noch angewachsen. 2013 waren es 40,8 Millionen, jetzt 54,6 Millionen Kapseln. «Wir müssen das Bewusstsein für diese Produkte schärfen», sagt Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng). Die Gemeinden spielen dabei eine entscheidende Rolle. «Die Gemeinden, die streng sind, hatten weniger Plastik und Papier im Restmüll. Wir wollen daher mit den Kommunen zusammenzuarbeiten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen», sagt Dieschbourg. Der Plan soll noch vor dem Sommer stehen.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Little Roger am 10.03.2020 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Froen mech wen daat alles gezielt huett dass e sou genau Zuelen hun,get alt rem eppes behaapt,Tjo Gring Halt!!!

  • Heng am 10.03.2020 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warum werden Produkte doppelt und zusammen in Plastikfolien verschweisst, nur damit man die doppelte Menge kaufen muss?

  • Léon am 10.03.2020 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Moi je préfère la pollution

Die neusten Leser-Kommentare

  • Iris Gläser am 11.03.2020 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In D gibt es Gemeinden, wo viel mehr in den blauen Sack darf, alles aus Gummi, Alu, alles Plastik... Wenn man sich nicht sicher ist, ob es passt, schmeißt man es doch in den Restmüll. In den Testgemeinden hat das Recycling daraufhin viel besser funktioniert... Tja, denkt mal drüber nach, ob das hier nicht auch ginge!

  • Iris Gläser am 11.03.2020 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DANKE!!!

  • ValorLux am 11.03.2020 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    In manchen Gemeinden darf man erst seit 2019 Plastiktüten sowie Plastikverpackungen, und sonst noch Schalen und Becher in die Blaue Tüte (Valorlux) werfen... Da blieb einem keine andere Möglichkeit als diese Artikel in die Graue Tonne zu werfen... Wurde dies berücksichtigt?

    • Knouter am 11.03.2020 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Man kann (und konnte auch vorher) diese Verpackungen auf dem Gelände des Recylcingszenter abgeben. Einfach sammeln und ab und zu dort vorbeifahren

    • ValorLux am 11.03.2020 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, wenn mann den ganzen Tag nichts zu tun hat, ok. Für mich war es nicht einfach den Unterschied zwischen PS, PVC, PP/EPDM, PET, PLA, PE, PPE zu erkennen, geschweige denn dass der eine PET mit 90, der andere mit 140° verbrennen soll... Bin kein Chemiker, und geholfen hat mir auch keiner. Fazit: Ab in die Tonne, meine Zeit ist mir wichtig.

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  • immer auf die Kleinen ... am 11.03.2020 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    die Frage stellt sich, ob wir diesen Umweltmüll überhaupt brauchen: Kaffeekapseln, Plastikflaschen, Plastikstrohhalme, Plastikohrenstäbchen, Einwegbecher u Einwegteller... sollten nicht mehr produziert werden, dann verstopfen sie auch nicht die Mülleimer!!! anstatt, dass man auf die Verbraucher klopft u ihnen die Schuld gibt für Erd- u Meerzumüllung, die sich nicht wirklich gegen den ganzen produzierten Müll wehren können! Klopft doch mal auf die steuerbefreitverseuchenden Produzenten, die sind Schuld u sollten mit der Müllproduktion aufhören, um die bestmögliche Ergebnisse zu erzielen!

    • Jang am 11.03.2020 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Die Plastikindustrie hat auch ihre Lobby.

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  • Heng am 10.03.2020 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warum werden Produkte doppelt und zusammen in Plastikfolien verschweisst, nur damit man die doppelte Menge kaufen muss?