Freihandelsabkommen

25. August 2019 10:33; Akt: 25.08.2019 13:07 Print

Luxemburg legt Mercosur auf Eis

LUXEMBURG – Die Regierung hat beschlossen, das Freihandelsabkommen in seiner aktuellen Fassung nicht zu ratifizieren – als Reaktion auf die verheerenden Waldbrände in Brasilien.

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Premierminister Xavier Bettel und Außenminister Jean Asselborn sind sich einig die Umsetzung des Abkommens auszusetzen. (Bild: Editpress/Jean-Claude Ernst)

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Luxemburg verzögert die Umsetzung des Mercosurabkommens. Die Regierung hat beschlossen, ihre Entscheidung über die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und vier südamerikanischen Ländern (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) einzufrieren, teilte sie am Samstagabend in einer Erklärung mit. Dies sei eine Reaktion auf die schweren Brände in den Amazonasgebieten, für die teilweise die brasilianische Entwaldungspolitik verantwortlich gemacht wird.

Brasilien muss Umweltverpflichtungen umsetzen

Die Regierung verweist in ihrer Erklärung auf ein Statement des Außenministers Jean Asselborn, der die Vertragsparteien des Mercosur an ihre Verpflichtung aus den Pariser Klimaschutzverträgen erinnert. Luxemburg erwarte von Brasilien, dass es vor Unterzeichnung des Freihandelsabkommens seinen Umweltverpflichtungen nachkommt. «In Absprache mit Premierminister Xavier Bettel wird Minister Asselborn in der nächsten Sitzung des EU-Rates vorschlagen, die Entscheidung über die Unterzeichnung des Abkommens einzufrieren», heißt es in der Regierungsmitteilung weiter.

Irland, Frankreich und Luxemburg

Die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen den Mercosur-Staaten und der EU zogen sich über 20 Jahre hin. Ende Juni wurde das Abkommen dann endlich unterzeichnet, was auf heftige Kritik aus Landwirtschaft und Umweltverbänden traf. Die Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird dabei besonders kritisiert. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geht auf Distanz zum Abkommen. Er warf am Freitag seinem brasilianischen Amtskollegen vor, dass Bolsonaro über seine Umweltpolitik «lüge» und kündigte an, unter diesen Voraussetzungen werde Frankreich das Abkommen nicht ratifizieren. Der französischen Position schlossen sich Irland und nun auch Luxemburg an.

(jg/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandmännchen am 25.08.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eis Regierung huet recht, mir kompenseieren Natur, mir bauen mat Millionen Stroossen zreck zu Besch, an do an Brasilien ged de Fixspoun geheit an da verbrennt mol een Besch deen mie gruss as wie Benelux

  • Jacques am 25.08.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen virun allem oppassen dass den Reebësch net ganz offakelt gëtt, soss brauche mer de Rescht vun de Problemer guer net méi ze léisen.

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  • Feiër op Eis geluëgt am 30.08.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    op Eis geluëgt bis d'Eis all geschmolz ass?! ... an dann geht et lass, da gin och all déih Gebitter verseucht, déih elo nach mat Eis bedeckt sin ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Feiër op Eis geluëgt am 30.08.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    op Eis geluëgt bis d'Eis all geschmolz ass?! ... an dann geht et lass, da gin och all déih Gebitter verseucht, déih elo nach mat Eis bedeckt sin ...

  • Sandmännchen am 25.08.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eis Regierung huet recht, mir kompenseieren Natur, mir bauen mat Millionen Stroossen zreck zu Besch, an do an Brasilien ged de Fixspoun geheit an da verbrennt mol een Besch deen mie gruss as wie Benelux

  • Jacques am 25.08.2019 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen virun allem oppassen dass den Reebësch net ganz offakelt gëtt, soss brauche mer de Rescht vun de Problemer guer net méi ze léisen.

    • CO2produzent an O2konsument am 27.08.2019 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      ... a mir mussen och hei bei ons d'Bëscher an d'Beem, ons Sauerstoffproduzenten, respektéiëren an nei Bëscher uplanzen mat Urbeem (Eechen, Buchen, Mëschkulturen) an net mat lauter Fichtenfixpéin, déih bei all klengem Wirbelwand ëmfaalen a bei Feier brennen wéih Zizz! ...ët geht net duër, dat mir ons just iwer déih aner opregen, mir mussen ons selwer mat der Nuës huëlen an eng déifgréifend Nabelbeschauung machen! onst Liëwen ass ofhängëg vun de Planzen, Beem, Déiëren, Insekten, Loft, Erd a Waasser a wa mir alles vergëften, vergëften mir ons selwer! ons onléisbar Problemer hu mir ons hausgemach!

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  • Michel am 25.08.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen hei ganz virsiichteg sinn, datt mir nët 1) Protektionismus ze bedreiwen; 2) Handel "zweckentfremden" (indirekt Wirtschaftsbeschränkungen als Waff) wéi d'USA dat ament maachen - dowéinst sinn jo déi Däitsch dogéint, well et eng disproportinal Vermëschung wier; 3) Handelspartner öffentlech virun de Kapp stoussen, ier diplomatesch Diskussiounen fäerdeg sinn; 4) aner Mercosur-Staaten a Geiselhaft huelen (de Mercosur ass nët juste Brasilien!); 5) Politik, Ideologie a Wirtschaft vermësche juste fir de Leit ze gefaalen; 6) Eis eegen Wirtschaftsinteressen vergiessen.

    • svendorca am 25.08.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      @ Michel,..esch kaafen ausdrécklech Letzebueer-Fleesch, an hun och net déi moyeen fir d'Suen ze exportéieren

    • firun de Kapp gestouss am 26.08.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      d'Ideologie vun der Wirtschaft ass de Geldprofit, de vun der Politik ënnerstëtzt gëtt, also ass dat souwisou alles mateneen vermëscht ... dat wat nie mat vermëscht gëtt a ganz bewosst net mat agerechent gëtt beim Profitdenken ass de Schuëd fir d'Emwelt, wou Mënschen, Déiëren, Insekten an Planzen ëmbruëcht, krank gemach an ouni Ënnerstëtzung alleng gelooss gin an sie selwer d'Schold un hierem Onglëck an d'Schong geschuëwen kréiën ... Mercosur, TTIP, CETA, TAFTA sin Liggenkontrater fir ons ondeklaréiërt Gentech mat Pestiziden, Hormonfleesch ... ënnerzeschieben!

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