Nach Brandkatastrophe

11. September 2020 13:46; Akt: 11.09.2020 13:58 Print

Luxemburg nimmt Minderjährige aus Moria auf

LUXEMBURG – Insgesamt neuen EU-Staaten und die Schweiz wollen Flüchtlinge aus dem zerstörten Lager auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen.

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Nach dem Großbrand im griechischen Migrantenlager Moria wollen sich zehn europäische Länder an der Aufnahme von 400 unbegleiteten Minderjährigen beteiligen: Finnland, Belgien, Kroatien, Slowenien, die Schweiz, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Portugal und Luxemburg.

«Unsere Kontakte mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben bis zur Stunde dazu geführt, dass sich mit uns zehn europäische Mitgliedsländer an den Hilfen – das heißt an der Umsiedlung für die unbegleiteten Minderjährigen – beteiligen», sagte der deutsche Innenminister Horst Seehofer am Freitag in Berlin. In der von Seehofer genannten Zahl Zehn ist die Schweiz inbegriffen, die kein EU-Mitglied ist.

400 Minderjährige sind erster Schritt

Man sei aber noch mit weiteren Ländern im Gespräch. Es sei angesichts der Regierungsbeteiligung der Grünen in Österreich «überraschend», dass Wien bislang keine Zusage gemacht habe.

Ein Großteil der Menschen – je 100 bis 150 – werde von Deutschland und Frankreich aufgenommen, erklärte der Minister. In Deutschland sei eine Ankunft der Jugendlichen spätestens bis Monatsende geplant. Eine genaue Zahl könne aber erst genannt werden, wenn die Gespräche mit den anderen EU-Staaten abgeschlossen seien. «Die 400 Minderjährigen sind ein erster Schritt und diesem ersten Schritt wird ein weiterer folgen», erklärte Seehofer. Er wolle, dass man sich dabei auf Familien mit Kindern konzentriere.

Das Lager Moria war in der Nacht zum Mittwoch durch zahlreiche Brände fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen knapp 3000 Migranten waren dort mehr als 12.000 Menschen untergebracht gewesen. Einige der Migranten sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner des Lagers wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war. Die «Nicht-Lösung» in den Verhandlungen zu einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik habe zu der jetzigen katastrophalen Situation auf Lesbos geführt, sagte Seehofer.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 11.09.2020 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Occuper vous d’abord des enfants luxembourgeois qui sont dans la pauvreté et dans le malheur.

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  • Love am 11.09.2020 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nehmen die Politiker eigentlich keine Flüchtlinge bei sich Zuhause auf und sorgen mit ihrem EIGENEM Geld für Unterkunft und Verpflegung? Das wäre doch mal eine gute Alternative.

  • Jos am 11.09.2020 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU Asylpolitik: Die Augen vor der Realität verschliessen, keine Entscheidungen treffen, keine Probleme lösen und keine Regeln und kein System erkennbar. Erst lässt man Griechenland mit dem Zustrom von Flüchtlingen alleine und ignoriert die Tatsache. Dann zünden die Flüchtlinge anscheinend selbst ihr überfüllten Lager an und jetzt weiss man nicht mehr weiter. Hektisch entschließt man sich zur Aufnahme hme von ein paar Minderjährigen. Und alles geht irgendwie so weiter.... Und dafür haben wir Politiker, Regierungen und die EU Kommission? Da erwarte ich mehr Lösungen. Und zwar längerfristig, durchdacht, abgestimmt und mit klaren Regeln und deren Umsetzung, positiv wie negativ.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • idiot am 13.09.2020 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann den Asselborn wellt Fluchtlingen op huelen dann soll hien se an sengem Haus betreien an nött dass de Staat oder Gemengen mussen fir dei op kommen mir hun hei ewell genuch vun deenen mir gin schaffen an dei do hun alles gratis hie soll emol un dei schaffend Leit hei kucken dei trotz Arbecht hei baal nött bestoen konnen mir hun geschwenn mei Asylanten dei eis op der Panz leien alles gratis an mir bezuelen. Ech verstien nött dass en Minister kann aleng daat bestommen

  • Netdentrump am 13.09.2020 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also eist Verhaalen ass lächerlech. 12000 Persounen obgedeelt ob 447 Mio EU Awunner ass 1 ob 35000. heescht 18 Persounen fir ganz Letzeguer. Also 14 Jugendlecher hun mer der jo well obgeholl ufanks vum Joer. Ech fannen dass mer der sollen 50 obhulen. An all dei aaner Memberstaaten sollen dann fir dei obkommen dei si net obhuelen. NB: dei 14 sinn bei mir am Duerf an et ass alles Tip Top iert hei een sech traut mol rem domm ze schwätzen!

  • Pia am 13.09.2020 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Love daat ass perfekt gefrot! Et si masseg Leit HEI zu Lëtzebuerg déi Hëllef bréichten..

  • luxi am 13.09.2020 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg muss sich bei der geringen Einwohnerzahl etwas zurückhalten und sich die Problemen im eigenen Land widmen!!!

  • nordsprotte am 13.09.2020 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich freu mich, dass Kinder aufgenommen werden. Und hackt nicht immer auf anderen Ländern herum. Mein Gott.