Coronavirus In Luxemburg

14. August 2020 12:24; Akt: 16.08.2020 10:14 Print

Luxemburg plant Stufenmodell zur Rentrée

LUXEMBURG – Die Regierung hat am Freitagmorgen einen Bericht über die Corona-Lage im Bildungswesen vorgestellt. Junge Menschen sind demnach weniger anfällig als gedacht.

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Bildungsminister Claude Meisch und Gesundheitsministerin Paulette Lenert stellten Zahlen zu den Infektionen unter den Schülern des Landes vor. (Bild: L'essentiel)

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Der 14. September 2020 ist für Luxemburgs Schulwesen der Tag X. Denn in rund einem Monat sollen Luxemburgs Schüler wieder die Klassenzimmer und Schulhöfe des Landes bevölkern. Vor diesem Hintergrund hatten Bildungminister Claude Meisch (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) zur Vorstellung der Ergebnisse einer Studie zur Verbreitung des Coronavirus im Bildungsbereich geladen.

Professor Laetitia Huiart vom Luxemburg Institut of Health und Professor Paul Wilmes von der Uni Luxemburg haben gemeinsam mit anderen Forschern die Situation im Land untersucht. In der für Luxemburg entscheidenden Altersklasse von 0 bis 19 Jahren habe sich gezeigt, dass diese weniger anfällig für eine Infektion mit dem Coronavirus ist, als zunächst angenommen wurde, so Professor Wilmes. Generell sei die weltweite Studienlage zu dieser Altersgruppe derzeit noch relativ ungesichert.

Luxemburger Erkenntnisse decken sich mit Weltgeschehen

Weltweit liegt die Kinder- und Jugendsterblichkeit im Zusammenhang mit Corona-Infektionen bei 0,03 Prozent. Erfahrungen aus Schweden, die mit weniger strengen Regeln gearbeitet haben, hätten gezeigt, dass Schulen bei Infektionen keine große Rolle gespielt haben. Die Ergebnisse der Luxemburger Forscher decken sich mit den globalen Erkenntnissen. So haben sich in der ersten Welle deutlich weniger Kinder und Jugendliche infiziert. Einschränkend sei hier jedoch auf die unterschiedlichen Teststrategien in den unterschiedlichen Phasen hingewiesen.

In der zweiten Welle dagegen habe sich das Gesamtbild geändert. Die Zahl der Infektionen unter den jüngeren Bürgern ist deutlich angestiegen. Gleichzeitig liegt der Schwerpunkt der Ansteckungen im privaten Raum. Die Schule konnte nur in 49 Fällen als potentieller Ansteckungsort identifiziert werden. Mit 42,9 Prozent fanden die meisten identifizierten Ansteckungen innerhalb der Familie statt. Bei 37,5 Prozent der Fällen war die Herkunft der Infektion allerdings nicht klar festzustellen.

Luxemburg will «verlorene Generation» verhindern

Ob die Zusammenlegung der A- und B-Gruppen Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen hat, könne man nicht hundertprozentig sagen, erläuterte Wilmes. Die Daten der Forscher ließen hier keinen eindeutigen Schluss zu. 2711 Personen sind im Bildungswesen zwischenzeitlich in Quarantäne geschickt worden, wie Professor Huiart erklärte. Dies sei eine Maßnahme die sich als besonders wirksam erwiesen habe, auch weil sie besonders strikt durchgesetzt wurde. Unter den so isolierten Personen habe es demnach nur 152 positive Tests gegeben. Unter 724 isolierten Schülern konnten 16 tatsächliche Infektionen gefunden werden, unter den 180 Lehrern, die in Quarantäne geschickt wurden, waren nur zwei positiv.

Bildungsminister Meisch und Gesundheitsministerin Lenert betonten unisono, dass das Recht der Schüler auf Bildung besonders wichtig sei. Dies in relativer Normalität zu gewähren sei oberstes Ziel, auch, um die Entstehung einer «verlorenen Generation» zu verhindern. Deshalb plane man ein Stufenmodell, das man in den nächsten Wochen mit dem Gesundheitsministerium entwickeln wolle, erläuterte der Bildungsminister. Auch die Lehrkräfte will man dabei mit ins Boot nehmen. Dem bisherigen Infektionsgeschehen in den Schulen soll ebenso Rechnung getragen werden.

Als ein Baustein der Strategie soll den Schülern nach den Ferien die Möglichkeit gegeben werden, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Bisher lag die Reproduktionszahl in den Schulen bei 0,27, was den Eindruck untermauert, dass Schulen nicht der Ort sind, an dem Infektionen stattfinden.

(hoc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerd am 14.08.2020 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    lo kennen mer rem an den Kreis Beeburg Treeer shoppen goen.

  • Ech am 15.08.2020 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur rentrée

  • Pablito am 14.08.2020 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Recht ob Bildung as net wichteg. E Recht sech net mam Covid ze infizeiren das as wichteg a soss neicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ech am 15.08.2020 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur rentrée

  • Gerd am 14.08.2020 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    lo kennen mer rem an den Kreis Beeburg Treeer shoppen goen.

  • Pablito am 14.08.2020 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Recht ob Bildung as net wichteg. E Recht sech net mam Covid ze infizeiren das as wichteg a soss neicht.

    • Nico am 14.08.2020 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Pablito hues du Bildung mengen net

    • Arnie am 18.08.2020 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      Lossen mier einfach soen , ons Regierungen vun der ganzer Welt hun Versoht ! Wei emmer . Punkt .

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