In Luxemburg

07. Dezember 2018 10:25; Akt: 07.12.2018 14:15 Print

Luxemburg steht für Chancengleichheit

LUXEMBURG – Gewisse Beschäftigungen sind für Frauen und Männer immer noch atypisch. Geschlechterstereotypen bestehen ebenfalls bei der Rekrutierung. Das soll nun geändert werden.

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Die luxemburgische Regierung hat die «gleichberechtigte Rekrutierung» in ihre Liste von «positiven Maßnahmen» für die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz aufgenommen

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Laut einer vor einigen Tagen in Frankreich veröffentlichten Studie hat eine Frau, die sich für eine typisch männliche Arbeitsstelle – zum Beispiel als Automechaniker – bewirbt, 22 Prozent weniger Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden als ein Mann mit gleichem Ausbildungsniveau. Dieser Prozentsatz erreicht sogar 35 Prozent bei einer Stelle als Lieferfahrer. Diese Feststellung gilt auch für Luxemburg.

«Frauen sind mehrheitlich im Gesundheitswesen und in der Erziehungsbranche beschäftigt. Andere Arbeitsstellen hingegen sind fast ausschließlich von Männern besetzt, wie im Bauwesen und im IT-Bereich», erklärt ein Sprecher vom Ministerium für Chancengleichheit. Laut Studie würden Arbeitgeber Kandidatinnen ablehnen, um sie vor Schwerarbeit und Sexismus zu «schützen». «Vorurteile sind ein soziales Konzept, das man vermeiden kann», so der Luxemburger Sprecher im Ministerium.

«Gleichberechtigte Rekrutierung»

Die Autoren der Studie haben sich auf insgesamt 451 Arbeitsstellen als Lieferfahrer, Automechaniker und Gärtner beworben. Sie verschickten die Bewerbung von Julie und Thomas, zwei gleichaltrigen Kandidaten mit gleichem Ausbildungs- und Berufserfahrungsprofil. Es stellte sich heraus, das Thomas 168 Mal für ein Vorstellungsgespräch und Julie nur 131 Mal kontaktiert wurde.

Die luxemburgische Regierung hat die «gleichberechtigte Rekrutierung» in ihre Liste von «positiven Maßnahmen» für die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz aufgenommen und fordert Unternehmen und Institutionen auf, sich freiwillig dem Programm anzuschließen. Derzeit ist es noch schwierig, die Auswirkungen zu erkennen, aber im Großherzogtum setzt man darauf, junge Leute dafür zu sensibilisieren. «In diesem Jahr wurde eine große Aufklärungskampagne durchgeführt, um die negativen Auswirkungen von Geschlechterstereotypen zu reduzieren», so der Sprecher des Ministeriums für Chancengleichheit. Für Kinder gibt es sogar eine Reihe von illustrierten Büchern zu diesem Thema mit Titeln wie «Das kann ich auch!»

Außerdem setzt das Ministerium auf das Event «Girls Day/Boys Day» bei dem Schüler die Gelegenheit haben, einen ganzen Tag lang «in einem Betrieb zu verbringen, in dem ihr Geschlecht unterdurchschnittlich vertreten ist». Die diesjährige Auflage fiel jedoch aus. Das Konzept wurde verfeinert und verbessert, um im kommenden Jahr noch effektiver zu sein.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 07.12.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre jetzt auch anders herum interessant: ein Mann bewirbt sich im Gesundheitswesen, als Erzieher oder Grundschullehrer oder...als Gleichstellungsbeauftragter. Mal sehen, wie die Diskriminierung dann von der anderen Seite aus gesehen wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jos am 07.12.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre jetzt auch anders herum interessant: ein Mann bewirbt sich im Gesundheitswesen, als Erzieher oder Grundschullehrer oder...als Gleichstellungsbeauftragter. Mal sehen, wie die Diskriminierung dann von der anderen Seite aus gesehen wird.

    • Alle Menschen sind gleich am 07.12.2018 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Demnach könnten Pfarrer sich auch als Nonnen bewerben und umgekehrt.

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