«CON-VINCE»-Studie

08. April 2020 20:17; Akt: 08.04.2020 20:36 Print

Luxemburg testet nun auch Menschen ohne Symptome

LUXEMBURG – Eine neue Studie zur Verbreitung des Coronavirus im Großherzogtum soll Einblicke liefern, wie sich das Virus in der Bevölkerung ausbreitet.

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Die Studie soll die Probanden über ein Jahr begleiten. (Bild: DPA/Brian Inganga)

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Die Task Force zur Erforschung von Covid-19 startet eine Studie, die Aufschluss über die Verbreitung des Coronavirus in der luxemburgischen Bevölkerung geben soll. Das teilt das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Die Studie soll zur Eindämmung der Pandemie in Luxemburg beitragen. Bei den 1500 Tests sollen Personen ohne oder nur mit leichten Symptomen getestet werden. Man erhoffe sich dadurch genauere Daten zur Übertragung der Krankheit, heißt es in der Mitteilung.

Den sogenannten «stillen Überträgern» käme eine große Bedeutung bei der Verbreitung des Virus zu. Sie würden häufig durch das Raster der bisherigen Teststrategie fallen, da hier hauptsächlich Menschen mit eindeutigen Covid-19-Symptomen getestet würden. Um wirksame Maßnahmen ergreifen zu können, sei ein genaueres Bild der Verbreitung in der Bevölkerung notwendig, ohne zu sehr auf die passenden Symptome zu schauen.

Studie soll Lücke füllen

Die Untersuchung soll einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt abdecken und in drei Hauptgruppen unterteilt die Probanden untersuchen. Getestet werden demnach Personen, die bisher als «virusfrei» galten und keine Symptome zeigten, Infizierte die keine oder nur leichte Symptome der Krankheit aufweisen sowie Personen, die sich bereits infiziert hatten. Neben den üblichen Abstrichtests sollen dabei auch Blutproben und andere mögliche Proben in die Untersuchung einbezogen werden.

Die Untersuchung ist auf ein Jahr angelegt, in dem die Probanden begleitet werden. Bei dieser Nachbetrachtung liegt der Fokus auf den Patienten, die asymptomatisch waren oder nur leichte bis milde Symptome haben. Die Studie wird von mehreren luxemburgischen Forschungseinrichtungen getragen, darunter das Luxemburg Institute of Health (LIH) und dem Luxemburg Center for Symstems Biomedicine (LCSB).

«Eines der Schlüsselelemente»

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) sagte zur Studie, sie der «logische nächste Schritt» im Kampf gegen die Verbreitung des Virus. Studienkoordinator Prof. Rejko Krüger vom LIH erläutert, dass es derzeit in keinem der betroffenen Länder eine systematische Überwachung der asymptomatischen Träger (Infizierten) gebe. Die neue Studie aus Luxemburg soll «diese Lücke füllen».

Die Studie solle auch dabei helfen, einen «klareren Zeitrahmen für die Aufhebung» der Ausgangsbeschränkungen festzulegen, unterstreicht Prof. Ulf Nehrbass, der Sprecher der Luxemburger Task Force zur Erforschung von Covid-19. Die Studie erhält eine Finanzspritze aus dem Nationalen Forschungsfonds Luxemburgs (FNR) über 1,4 Millionen Euro. Forschungsminister Claude Meisch (DP) zeigte sich überzeugt, dass die Studie «eines der Schlüsselelemente» in der Krisenbewältigung sein werde.

(LH/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit Meier am 09.04.2020 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Solange es keinen zuverlässigen Antikörpertest gibt, ist diese Studie nichtssagend. Geldverschwendung. Die Infektiösität ist nur ein kurzes Zeitfenster. Geheilte Asymptomatische und Personen, die nur leichte Symptome hatten, werden überhaupt nicht erkannt. Wendet man existierende Antikörpertests an, dann wirft man Äpfel und Birnen in einen Topf! Aber Hauptsache sich wichtig machen und Aktivität simulieren!

  • Né merci am 09.04.2020 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni mech, bis elo hunn ech den Knascht nach net. An elo ginn ech dach just net och nach an esou en Virus-Center fir den Knascht beim Testen opzeraafen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Né merci am 09.04.2020 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni mech, bis elo hunn ech den Knascht nach net. An elo ginn ech dach just net och nach an esou en Virus-Center fir den Knascht beim Testen opzeraafen.

  • Pit Meier am 09.04.2020 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Solange es keinen zuverlässigen Antikörpertest gibt, ist diese Studie nichtssagend. Geldverschwendung. Die Infektiösität ist nur ein kurzes Zeitfenster. Geheilte Asymptomatische und Personen, die nur leichte Symptome hatten, werden überhaupt nicht erkannt. Wendet man existierende Antikörpertests an, dann wirft man Äpfel und Birnen in einen Topf! Aber Hauptsache sich wichtig machen und Aktivität simulieren!