Bis zum 21. Februar

22. Januar 2021 15:00; Akt: 22.01.2021 16:21 Print

Luxemburg verlängert Corona-​​Maßnahmen

LUXEMBURG – Die aktuell geltenden Maßnahmen sollen nach einem Beschluss des Regierungsrates verlängert werden. Das Großherzogtum plant zudem Corona-Reiseregeln.

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Die derzeit geltenden Maßnahmen gegen das Coronavirus werden weitgehend verlängert. Das sagte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Luxemburg-Stadt. Zwar habe sich die Lage deutlich verbessert, aber durch die neuen Corona-Varianten hätten sich neue Unwägbarkeiten gezeigt. Bisher sei nur die britische Variante im Großherzogtum nachgewiesen worden, aber auch diese Variante «kennt keine Grenzen», betonte Bettel. Deshalb habe der Regierungsrat beschlossen, die geltenden Corona-Maßnahmen bis zum 21. Februar zu verlängern.

Bettel bekräftigte, dass man sich innerhalb der EU einig gewesen sei, die Binnengrenzen offen zuhalten. Im Übrigen habe die Regierung vor, Vorkehrungen für Einreiseregeln zu treffen. Man sei sich innerhalb der Regierung einig, dass man das Reisen nicht verbieten könne – Einschränkungen seien aber machbar. Deshalb sollen sowohl für Reisen nach Luxemburg als auch für Luxemburger, die aus dem Ausland zurückkehren, neue Regeln gelten. Beispielsweise könne von Reisenden ein negativer PCR-Test gefordert werden. Die Details sollen in einer Sitzung des Regierungsrats Anfang der kommenden Wochen besprochen werden.

Keine Diskussion über Vorteile

Bettel lehnte eine Diskussion über Vorteile für Geimpfte oder einen Impf-Ausweis ab. Dafür sei es derzeit viel zu früh, sagte der Premierminister. Denn es sei noch völlig unklar, ob die Impfung nur vor einer Erkrankung des Geimpften oder auch vor der Weitergabe des Erregers schütze.

Im Vergleich mit den europäischen Nachbarn stehe Luxemburg aktuell gut da. So lautet das Resümee von Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) an diesem Freitag. Die Rate der positiven Coronatests sei als Folge der Maßnahmen zum Jahreswechsel deutlich gesunken. Bei den Neuinfektionen je eine Millionen Einwohner liege man im europäischen Vergleich unter dem Durchschnitt. Die Situation auf den Intensivstationen habe sich deutlich entspannt und im Ministerium rechne man damit, dass die Phase 2 des nationalen Krisenplans in den Krankenhäusern in der nächsten Woche wieder angewandt werden könnte.

Ethikrat liefert Einschätzung

Auch die Gesundheitsministerin ging auf die Virusvarianten ein. Das Risiko, das von ihnen ausgehe, sei «real». Derzeit gebe es zwölf bestätigte Fälle der britischen Variante in Luxemburg. Lenert sagte, dass am Freitagmorgen der Ethikrat seine Einschätzung zur Impfstrategie bei der Regierung hinterlegt habe. Diese Stellungnahme wolle man in der nächsten Tagen analysieren.

Bis zum heutigen Tag seien in Luxemburg 20.700 Impfstoffdosen von zwei Herstellern eingetroffen. Damit können aktuell 10.350 Menschen eine Impfung erhalten. Die Regierung habe sich darauf geeinigt, jedem Impfling, der die erste Dosis erhalten hat, die zweite Dosis zu reservieren. So wolle man sicherstellen, dass alle den vollen Impfschutz erhalten.

43.000 Impfungen bis Ende März

Luxemburg wird nach den aktuellen Planungen bis Ende März Impfdosen für 43.000 Menschen erhalten. Dabei könne es allerdings, wie in den letzten Tagen bereits geschehen, zu Verzögerungen auf Herstellerseite kommen. So habe erst heute der Hersteller Moderna darüber informiert, dass die avisierte Lieferung von 1200 Impfdosen zum 25. Januar nun erst am 30. Januar eintreffe.

Xavier Bettel hakte an dieser Stelle ein und stellte in Aussicht, dass der Impfstoff von Astrazeneca Ende des Monats eine Zulassung der Ema erhalten soll. Nach der Genehmigung der EU-Kommission könne dann auch dieser Impfstoff rasch in den Einsatz gebracht werden. Derzeit arbeite man auf europäischer Ebene daran, dass der Impfstoff auch ohne Zulassung bereits in die Mitgliedsländer geliefert werden könne.

(hoc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 123 am 22.01.2021 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir hun hinnen nach net genuch gespuert

  • Nico am 23.01.2021 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie verlängern noch über das Jahr 2021 Ausser Pannen mit der Herstellung der Impfstoffe, der Pannen bei der Impfung selbst, der immer neuen noch gravierenderen Mutationen erfahren wir nichts anderes aus der Presse. Die Euphorie die ausbrach bei der Bekanntgabe eines Impfstoffes ist mittlerweile bei der Bevölkerung wieder auf dem Nullpunkt angelangt. Nun müssen wir nicht nur gegen den Virus kämpfen und unsere Freiheiten stark einbüssen, sondern auch noch gegen die schlechte Organisation der Regierungen. Jede Panne dieses Prozesses bedeutet für uns eine längere Beschränkung der Lebensqualität, und es ist leider noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Was wir sehen ist eher den Zusammenbruch des Tunnels.

  • KrisenmanagementWirdSchlechter am 22.01.2021 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Waat fir eng dämlech Iddi als kléngt Land, d'Areesen ze verkomplizéieren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • jempy am 25.01.2021 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist erschreckend in Israel wurden schon eine Million Impfungen gemacht und Luxemburg schafft gerade 1000! Es ist ein Armutszeugnis und zeigt die Unfähigkeit der Politiker!

  • Ach Redakton am 24.01.2021 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Politisches Sprachrohr

  • Friedenstaube am 24.01.2021 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an Reddit ,du schaffst das schon. Corona

  • kaa am 23.01.2021 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Pietro merci fir Är Analyse. Wollt just nach beifügen datt et nach eng Ursach gett déi d’Leit mierw mecht an zwar de permanenten Défilé vun den sogenannten Experts; Virologen, Immunologen, Doktoren, Professoren, Direktoren usw usw All hun sie eng Meenung an en Ego. Den Normal Bierger fillt sech ausgesaat an konstant beléiert, selwer eng Meenung bilden ass komplizéiert....oder ongewenscht?

  • Nico am 23.01.2021 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie verlängern noch über das Jahr 2021 Ausser Pannen mit der Herstellung der Impfstoffe, der Pannen bei der Impfung selbst, der immer neuen noch gravierenderen Mutationen erfahren wir nichts anderes aus der Presse. Die Euphorie die ausbrach bei der Bekanntgabe eines Impfstoffes ist mittlerweile bei der Bevölkerung wieder auf dem Nullpunkt angelangt. Nun müssen wir nicht nur gegen den Virus kämpfen und unsere Freiheiten stark einbüssen, sondern auch noch gegen die schlechte Organisation der Regierungen. Jede Panne dieses Prozesses bedeutet für uns eine längere Beschränkung der Lebensqualität, und es ist leider noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Was wir sehen ist eher den Zusammenbruch des Tunnels.