Herrenlose Autos

07. Februar 2017 14:45; Akt: 10.03.2017 07:10 Print

Luxemburg zählt immer mehr «vergessene» Autos

LUXEMBURG - Die Luxemburger Behörden müssen immer mehr herrenlose Fahrzeuge von den Straßen einsammeln. Warum geben Besitzer ihr Auto einfach auf?

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Die Stadt Basel im Dreiländereck Schweiz, Deutschland und Frankreich kämpft derzeit mit einem besonderen Problem: Seit Monaten lassen Franzosen ihre alten Autos auf den Straßen stehen und blockieren so die Parkplätze der Anwohner. Die Besitzer wollen auf diesem Wege Verschrottungsgebühren sparen – die Polizei entsorgt die alten Karren nämlich nach 90 Tagen «gratis».

Auch auf den Straßen in Luxemburg tauchen immer wieder scheinbar herrenlose Fahrzeuge auf. Im Vorjahr hat die Polizei laut einer eigenen Schätzung Parkkrallen an 1500 Fahrzeuge angelegt. Im Zeitraum Februar bis Dezember 2015 – für Januar fehlen Zahlen – wurden 1200 Wagen auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl dürfte sich also leicht erhöht haben. Die Gründe für eine Immobilisierung können vielfältig sein: Alkohol am Steuer, nicht bezahlte Strafzettel, fehlende Versicherungsprämien oder technische Mängel.

Starker Anstieg bei verwaisten Fahrzeugen

Polizeisprecher Serge Muller erklärt die Prozedur: «Wenn der Fahrzeughalter sich nicht nach 30 Tagen bei der Polizei meldet, wird in der Regel ein Protokoll erstellt. Nach der Frist entscheidet dann die Staatsanwaltschaft, ob der Wagen verschrottet oder versteigert wird.»

2016 hat die für Versteigerungen zuständige Einregistrierungs- und Domänenverwaltung (AED) 304 verwaiste Fahrzeuge unter den Hammer gebracht. Im Jahr davor waren es noch 141 – also mehr als die Hälfte weniger. Wie es zu dem deutlichen Anstieg kam, ist unklar: Die AED führt keine detaillierte Statistik. Aus online verfügbaren Daten geht hervor, dass etwa zwei Drittel der versteigerten Fahrzeuge zuvor Luxemburger Nummernschilder trugen. Der Rest entfällt auf Frankreich und die zwei anderen Nachbarländer.

Hohe Gebühren

Aber warum werden Autos einfach so auf der Straße «vergessen»? «Wenn ein Fahrzeug abgeschleppt wird, fallen relativ hohe Gebühren an», sagt Justizsprecherin Diane Klein. Das Abschleppen kostet allein schon 190 Euro, pro Tag kommen auf der «Fourrière» dann noch einmal 40 Euro dazu. Abends und am Wochenende fällt die Rechnung sogar noch gesalzener aus. Viele Besitzer verzichten daher freiwillig auf die Abholung ihrer Rostlauben. Fällige Bußgelder oder Anzeigen werden zwar auch grenzüberschreitend verfolgt – doch nicht immer wird man der Besitzer auch habhaft, weil zum Beispiel in Frankreich keine Meldepflicht besteht. Über die Verkäufe der AED holt sich der Staat zumindest einen Teil der Verwaltungskosten zurück.

Für einige der schrottreifen Kisten gibt es übrigens ein zweites Leben: Rettungsdienste nutzen diese Fahrzeuge zu Übungszwecken – über die staatlichen Versteigerungen bekommen sie dieses Material praktisch zum Nullwert. 2016 vergab die AED 27 herrenlose Fahrzeuge an die Blaulichtverbände.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ech am 10.03.2017 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelt dat dann och vir Parkhaiser? Zu Dikrech am Parkgarage ( Match)steet eng Jeep "locker" puer meint do. en as sou verstebbst dass sech kanner oder leit amüseiert hun drop ze schreiwen ( mam Fanger am stebs)

  • Pierre am 10.03.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe nicht, wieso ein Besitzer an Hand der Chassisnummern nicht ausfindig gemacht werden kann. Auch nach mehreren Besitzerwechsel müsste das möglich sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pierre am 10.03.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe nicht, wieso ein Besitzer an Hand der Chassisnummern nicht ausfindig gemacht werden kann. Auch nach mehreren Besitzerwechsel müsste das möglich sein.

  • Ech am 10.03.2017 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelt dat dann och vir Parkhaiser? Zu Dikrech am Parkgarage ( Match)steet eng Jeep "locker" puer meint do. en as sou verstebbst dass sech kanner oder leit amüseiert hun drop ze schreiwen ( mam Fanger am stebs)