In Luxemburg

21. Mai 2019 12:15; Akt: 21.05.2019 13:57 Print

«Luxemburg zögert noch beim Thema Sterbehilfe»

LUXEMBURG – In den Jahren 2017 und 2018 haben 19 Menschen die Möglichkeit der Sterbehilfe in Anspruch genommen, wie die Kontrollkommission am Dienstag berichtete.

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Carlo Bock (zweiter von links) überreichte Fernand Etgen (dritter von links) am Dienstag den fünften Bericht zur Sterbehilfe und zum begleiteten Suizid. (Bild: L'essentiel)

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In den Jahren 2017 und 2018 blieb die Zahl von Fällen, in denen aktiven Sterbehilfe zum Einsatz gekommen ist, im Großherzogtum konstant. 19 Mal wurde in den vergangenen zwei Jahren von der Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dies geht aus dem Bericht des Kontrollausschusses zur Euthanasie hervor, der am Dienstagmorgen zum fünften Mal vorgestellt wurde und an Parlamentspräsident Fernand Etgen übergeben wurde.

«Diese Zahl ist im Vergleich zu den Vorjahren stabil», sagte Carlo Bock, ein auf Krebsbehandlung spezialisierter medizinischer Onkologe und Präsident des Ausschusses. «2018 hatten wir nur acht Fälle, man kann aber nicht von einer sinkenden Nachfrage sprechen.»

Quebec als Vorbild

Der Bericht weist jedoch auf eine mögliche Zurückhaltung einiger Krankenhäuser bei der Ausführung von Sterbehilfe hin. «2018 sind nur zwei Fälle im Krankenhaus behandelt worden», so Carlo Bock. Viele Patienten würden möglicherweise ganz bewusst ihr Leben zu Hause beenden, dennoch «wird wohl immer noch angenommen, dass Krankenhäuser generell nicht so gerne Sterbehilfe leisten wollen».

Für den Arzt gilt moralisch gesehen das Fürsorgeprinzip: Er muss die Wünsche des Patienten respektieren. Für den Patienten gilt das Autonomie-Prinzip: Jeder Patient kann sein Lebensende wählen. Carlo Bock fordert, dass der Tod in Folge einer Euthanasie unmissverständlich als natürlicher Tod im Gesetz festgeschrieben werden sollte.

«In Luxemburg gibt es immer eine noch gewisse Zurückhaltung, wenn es um aktive Sterbehilfe geht», so Carlo Bock, der sich von dem derzeit in Quebec geltenden Recht und der Patientenfreiheit inspirieren lassen möchte.

(Frédéric Lambert / L’essentiel )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 21.05.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vlait geiffen et dann manner Leit ginn, dei an e Bam rennen, sech virun en Zuch geheien oder vun enger Bréck erofsprangen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 21.05.2019 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vlait geiffen et dann manner Leit ginn, dei an e Bam rennen, sech virun en Zuch geheien oder vun enger Bréck erofsprangen...

    • Nathalie am 21.05.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      Do gin ech Iech honnert prozent Recht! Leider.

    • Valvasori Marina am 22.05.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Naja, Stiewenhellef jo ,mee just fir Leit wou onheelbar krank sin an leiden. Die meescht wou sech Liewen huelen, ass et eng Kurzschlossreaktioun an do ass och neicht mat der Stiewehellef gehollef

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