Wem gehören die Ressourcen?

11. November 2016 17:23; Akt: 02.08.2017 12:12 Print

Luxemburger Gesetz soll Space Mining regeln

LUXEMBURG – Die Weltraumpläne der Regierung werden immer konkreter: Étienne Schneider hat am Freitag ein Gesetz vorgestellt, das die Eigentumrsrechte im All klären soll.

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Wem gehören die Ressourcen im Weltall? Die luxemburgische Regierung will das in einem neuen Gesetz regeln. (Bild: DPA/NASA)

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Wem gehört der Weltraum? Die Frage ist offenbar nicht so einfach zu beantworten. 1967 wurde von vielen Erdstaaten der «Weltraumvertrag» ratifiziert. Dieser regelt beispielsweise, dass kein Land auf dem Mond Militärbasen errichtet – und dass kein Staat einen Himmelskörper nur für sich beanspruchen darf. Die «zivile Nutzung» von Planeten, Monden und Asteroiden ist in dem Dokument aber ausdrücklich erwünscht. Zu jener gehört auch die wirtschaftliche Ausbeutung, also beispielsweise der Abbau von Ressourcen. Aber – wem gehören die Ressourcen, die auf einem Asteroiden geschürft werden, der niemandem gehört?

Auch der Code Civil, auf dem das luxemburgische Eigentumsrecht basiert, hilft Weltraum-Bergarbeitern aus dem Großherzogtum nicht weiter. Das Gesetzeswerk stammt aus dem 19. Jahrhundert – und regelt vor allem die Besitzverhältnisse auf und unter der Erde. Asteroiden sind demnach ein rechtsfreier Raum – keine guten Voraussetzungen für die Space-Mining-Industrie, in deren Ansiedlung der Luxemburger Staat Millionen steckt.

Vorbild Hochseegesetz

Aus diesem Grund hat sich die Staatsregierung juristischen Beistand gesucht – und diesen in Jean-Louis Schiltz gefunden. «Der Gesetzesentwurf basiert auf dem Hochsee-Gesetz», sagt der Jurist und Ex-Telekommunikationsminister im Kabinett Juncker bei der Vorstellung der Gesetzesvorlage am Freitag. «Weltraumressourcen werden auf die gleiche Weise behandelt, wie Fisch und Schalentiere.» Und Wirtschaftsminister Étienne Schneider (LSAP) erklärt: «Der Entwurf soll nächstes Jahr in der Chamber beschlossen werden. Er bietet Privatunternehmen und Investoren einen sicheren rechtlichen Rahmen, um Ressourcen im All abzubauen.»

Aber: Nur die Unternehmen, die auch in Luxemburg einen Firmensitz haben, werden von dem Rechtswerk geschützt. Schneider hofft, auf diese Weise in den kommenden Jahren mehr als 20 High-Tech-Unternehmen ins Großherzogtum zu locken. Auch die Pläne, wann die erste Rakete mit luxemburgischer Flagge zu einem Asteroiden abheben wird, werden konkreter: Bereits in zwei Jahren könnte vom Partnerunternehmen Deep Space Industries eine Sonde ins All geschickt werden.

Bis ein Raumschiff aber tatsächlich Ressourcen schürft, im Weltraum weiter verarbeitet oder sogar zur Erde zurückbringt, kann es jedoch noch etwas dauern: «Manche sagen 20 Jahre, manche 50 Jahre», sagt Schneider. Aber die Technologie wird trotzdem entwickelt – «und wir wollen, dass das in Luxemburg passiert».

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal am 12.11.2016 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass immens clever. Et ass jo puups egal, op Space Mining irgendwann Realitéit gett. Déi Entreprisen, déi sech hei usiedeln, werten trotzdem Lait beschäftegen an Steiern bezuelen. An déi Entreprisen werten och Niewengeschäfter hunn, déi profitabel sinn.

  • Miss Piggy am 11.11.2016 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Seiner Zeit voraus: https://

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pascal am 12.11.2016 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass immens clever. Et ass jo puups egal, op Space Mining irgendwann Realitéit gett. Déi Entreprisen, déi sech hei usiedeln, werten trotzdem Lait beschäftegen an Steiern bezuelen. An déi Entreprisen werten och Niewengeschäfter hunn, déi profitabel sinn.

  • Miss Piggy am 11.11.2016 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Seiner Zeit voraus: https://

    • link ? am 14.11.2016 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Youtube: Schweine im Weltall ??

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