XXL Grossformat

10. September 2019 07:49; Akt: 07.11.2019 00:50 Print

Luxemburger Maler macht Fassaden zu Leinwänden

ETTELBRÜCK – Eric Mangen hat 14 Tage lang an einem seiner größten Bilder gemalt. Er hat die Fassade eines Hauses mit einer handgemalten Tapete überzogen. Ein Ortsbesuch.

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Eric Mangens Tätowierungen sind an diesem Tag wie mit Konfetti überzogen: Farbspritzer in Lila, Orange und Blau. Mangen ist Maler und gerade steckt er mitten in einem seiner größten Projekte. Darum muss er weitermachen. Er steigt in das Geschirr, mit dem sich Bergsteiger in großen Höhen sichern. Dann geht er rüber zum Kran, klettert in die Kabine, bedient das Joystick und hebt ab.

Er steuert die kleine Gondel in die Höhe. Sie stottert und stoppt in zwölf Metern Höhe an der Hauswand. Eigentlich hat Mangen Höhenangst. «Aber genau deswegen mache ich das auch, weil ich die Angst überwinden will», sagt er. Er hat den Auftrag bekommen, die Außenfassade eines kompletten Hauses zu bemalen: vier Seiten, 800 m², «eine handgemalte Tapete», wie er es nennt. An der arbeitet er zehn bis 14 Stunden pro Tag. In den vergangenen zwölf Tagen ist das Netz aus Punkten auf seiner Kleidung immer dichter geworden.

Kunst, an der man sich nicht sattsieht

Mangen malt dabei ohne Skizze. Wenn er an der Wand steht, ab wann weiß er dann, was er malen wird? «Gar nicht», sagt er. «Bei mir geht alles um Bewegung.» Nach dem Abkleben und der Grundierung folge eine Art Tanz. Dann bewegt er sich nur noch, ohne zu denken. «Als Künstler bist du entweder Handwerker oder du bist auf Entdeckungsreise.» Und Mangen ist ein Reisender. «Bei jedem Bild lernst du etwas über dich selbst, über die Malerei.»

Mangen malt abstrakt. Er hat etwas gegen rosa Füchse und Regenbögen an Hauswänden. «Die schaust du einmal an und das war´s.» Etwas Abstraktes werde dagegen nicht langweilig. Aus jeder Perspektive sehe man etwas anderes.

Angefangen hat er als Teenager mit Graffiti. Heute bemalt er meist Leinwände. Aber das Großformat und die Kunst im öffentlichen Raum faszinieren ihn weiterhin. Sein Traum: Eine riesige Wand in der Hauptstadt zu bemalen. «Einfach, weil das unbedingt gemacht werden muss.» Er will abstrakte Malerei sichtbar machen. Diese Kunst, an der man sich nicht sattsieht.

(Marlene Brey/L'essentiel)

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