Interview mit Betroffenem

10. April 2018 08:13; Akt: 10.04.2018 16:54 Print

Luxemburger Mobbing-​​Opfer erzählt seine Story

LUXEMBURG – Erik arbeitete 35 Jahre als Führungskraft in einem Unternehmen in Luxemburg. Dann wendete sich das Blatt – und der Kollegenkreis wendeten sich gegen ihn.

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Erik wünscht sich, dass andere Betroffene aus seinen Erfahrungen Kraft schöpfen können und darüber sprechen.

Zum Thema

Erik ist 62 Jahre alt. 35 Jahre lang war er Führungskraft in einem großen Unternehmen in Luxemburg. Die ersten 30 Jahre verlief alles zu seiner Zufriedenheit. Im Jahr 2014 wendete sich das Blatt plötzlich. Erik wurde Opfer von Mobbing.

Im Jahr 2014 fand eine Umstrukturierung innerhalb seiner Abteilung statt. Schnell stellte sich heraus: Erik sollte nicht mehr Teil der Führung sein. «Ich bat damals um eine Begründung, aber die Personalabteilung sagte mir nur, ich solle mir keine Sorgen machen.» In den darauffolgenden sechs Monaten vervollständigte Erik die Akten, an denen er bereits arbeitete, bis ein Kollege ihn anrief. «Er sagte mir, dass ich mich nur noch von der Außenwelt abschirme und dass ich den Gruppenpsychologen aufsuchen solle. Letzterer sagte mir dann, dass man es mir ansähe, dass es mir nicht gut gehe.»

«Man sollte nicht zögern, darüber zu sprechen»

«Er diagnostizierte bei mir Anzeichen von Mobbing. Dann wurde ich zweieinhalb Monate frei gestellt.» Im Juni 2015 sollte es für Erik wieder bergauf gehen. Die Personalabteilung versicherte ihm, dass es eine Lösung und eine neue Aufgabe für ihn gäbe. «In diesem Jahr habe ich neuen Lebensmut gefunden», sagt er. Allerdings war dieses Hoch nur von kurzer Dauer. Schon im Juni 2016 «wurde mir gesagt, das neue Projekt sei abgeschlossen und es gäbe keine weiteren Aufgaben für mich».

Diesen Rückschlag konnte Erik nur schwer verkraften. Das gesamte Jahr 2017 verbrachte er nach eigenen Aussagen damit, nichts zu tun. «Ich musste mich zwingen, ins Büro zu gehen. Ich fühlte mich wie ein Aussätziger.» Die Rückkehr ins normale Berufsleben falle ihm schwer. Daher will er nun selbst die Association Mobbing kontaktieren und sich helfen lassen. Zudem ist es ihm wichtig, dass andere aus seinen Erfahrungen lernen können. «Man sollte nicht zögern darüber zu sprechen», sagt er.

(Gaël Padiou/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 10.04.2018 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Daat ass also Mobbing? Ech hu mir dorënner ëmmer eppes aanescht viergestallt.

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  • Anabel am 10.04.2018 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat gett et esou oft Ech selwer hunn et och schons erlieft awer du hälls einfach duerch.Ausgebeut virun der Zäit komm well der soss näischt aneschters iwreg bliwen ass fir e bessen mat Rou gelooss ze ginn, keng Iwerstonne bezuelt.Wanns d'Schicht eriwer war an ee dann wollt goen dann nach eng Kéier béis gekuckt.An daat bal 30 Joer.Wann een ee Chef als Tyrann huet da kann ee leider och net vill maan well d'Chefen sech all kennen, sech duzen, sech géigesäiteg invitéieren asw. ausser sech eng aner Plaz sichen.All Dag sinn ech mat Mowéi schaffe gang an gehofft datt se bessen vun der ofgelooss huet an den Dag schnell emgang ass.Elo soen bestëmmt vill Leit: Ma firwat hues de dann nët gekënnegt?Iergentwéi kann ech et och nët erklären vläit esou ähnlechen Syndrome vun der geschloener Fra déu Angscht huet virum Neien well se souvill ernidregt gouf datt se kee Selbstbewosstsënn méi huet.

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  • Den Pens am 10.04.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    # Paul ech hu mer önnert Mobbing och eppes aanescht virgestallt! Ech wier an der Zeit frouh gewiercht, wann se mech e puer Meint lenks leie geloss hätten, mee au contraire, ech war bannen 2 Joer op bal 600 Iwerstonne komm ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oldie but Goldie am 11.04.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Tut mir leid, aber ich verstehe wirklich nicht warum dies als Beispiel für Mobbing herhalten soll! Ich kann eventuell verstehen dass man enttäuscht ist dass man mit 62 Jahren plötzlich für den Arbeitgeber nutzlos geworden ist, aber dies passiert mit 95% aller Gleichaltrigen! Freu dich doch einfach dass du körperlich gesund bist und auf deine ,nehme ich an, ansehnliche Rente (35 Jahre Führungskraft!)

  • dusninja am 10.04.2018 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Paul, dar ass séier erzuelt. Mobbing ass, weini Eng Sposs a d'Schaff huet an goudd motiveiert ass. An do kinnt den Ament wou eng Chef - bee mir wor eng niedrigger "Kolleeg" - deng Lieven op d'Höll dreit. Eng Zeeit gouf Du resissteiren. An do kënnt deng Ament wou keng Luscht méi. Op em Bett erofklemmen, op d'Schaff goen, wat zé ennerhuelen. Do gouf iech vom Doktor krank geschriewen. An sinn de meeschte Zeeit am Bett leegen bliewen. Do Scheedung, Kanner ewech, Kennëgong wor iech frou driwer. Iech gouf et kengem winschen

  • Anabel am 10.04.2018 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @remo raffaelli Gräift d'Leit wegl nët einfach esou un ouni z'iwerleeen.Daat huet och säi Grond datt ee keng Nimm nennt wéi d'Mme Marie schons geschriwen huet.Merci

  • Den Pens am 10.04.2018 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    # Paul ech hu mer önnert Mobbing och eppes aanescht virgestallt! Ech wier an der Zeit frouh gewiercht, wann se mech e puer Meint lenks leie geloss hätten, mee au contraire, ech war bannen 2 Joer op bal 600 Iwerstonne komm ...

  • Metty am 10.04.2018 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Das alles habe auch ich in 28 jahre mitgemacht und storys könnte ich davon tagelang erzählen jedes mal musste ich mir anhören dass ich zuersetzen bin, bis heute kann ich den ersatz noch nich am Horizon sehen und einer der wie ich 24/24 7/7 da war werden die nicht finden Als ich letztes Jahr früher in pennsion gehen wolte hat man alles gemacht um es hinauszuzögern bis der Staad das program Frühpension fallen gelassen hat, jetzt muss ich noch 2 Jahre Mein program ist jetzt 8-12 13-17 3 wochen Mondorf und zuerreichen nach Feierabend oder Wochenende ist aus