In Luxemburg

16. Juli 2018 15:22; Akt: 16.07.2018 16:50 Print

Luxemburgs Wasser wird knapp – was tun?

LUXEMBURG – Der Wasserverbrauch im Großherzogtum steigt, Grundwasserquellen sind zu stark verschmutzt, um sie nutzen zu können, der Klimawandel tut das Übrige.

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Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) setzt auf Wasserschutz und Einsparungspotential. (Bild: Editpress)

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In Luxemburg wird das Trinkwasser knapp. Im Sommer muss immer wieder auf Reservebohrungen zurückgegriffen werden. Das geht aus einer parlamentarischen Antwort von Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) hervor, die auf eine Anfrage der Abgeordneten Gilles Roth und Diane Adehm (beide CSV) geantwortet hat.

Derzeit können in Luxemburg pro Tag maximal 176.000 Kubikmeter Wasser aus drei verschiedenen Quellen gefördert werden: Aus dem Obersauerstausee in Esch/Sauer (72.000 Kubikmeter), aus Grundwasserentnahmen vonseiten der Gemeinden (66.000 Kubikmeter) und aus Reservebohrungen des Syndicat des eaux du barrage d’Esch-sur-Sûre (SEBES, 38.000 Kubikmeter).

Wasserverbrauch steigt ständig

Auf das ganze Jahr gerechnet, liegt der durchschnittliche Tagesverbrauch bei etwa 120.000 Kubikmeter, es ist also genug Luft nach oben, selbst ohne die Reserven der SEBES anzuzapfen. Allerdings steigt der Verbrauch in den heißen Sommermonaten von Mai bis Juli um den Faktor 1,3 bis 1,5. Damit erhöht sich der tägliche Verbrauch auf 160.000 Kubikmeter – dann müssen die Reservebohrungen her, um den Bedarf decken zu können.

Der Pro-Kopf-Verbrauch habe zwar deutlich abgenommen, sagt Dieschbourg: 2005 habe er noch 236 Liter pro Person und Tag betragen, 2018 liege er – bisher – bei etwa 202 Litern. Insgesamt sei dennoch «durch das in den letzten Jahren seht stark zugelegte demografische und wirtschaftliche Wachstum» eine steigende Tendenz des Gesamtverbrauchs zu erwarten, da immer mehr Menschen ins Großherzogtum ziehen und hier wirtschaftlich tätig sind.

Klimawandel schränkt die Ergiebigkeit der Quellen ein

Zugleich sei der Klimawandel ein stark beeinflussender Faktor, da einerseits «mit länger anhaltenden Trockenperioden in den Sommermonaten zu rechnen» sei und andererseits «mit längeren Vegetationsperioden, was sich wiederum negativ auf die Grundwasserneubildung und auf die Quellergiebigkeit auswirken wird», so Dieschbourg weiter.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken habe die Regierung zwei Studien durchgeführt, die sich mit der alternativer Nutzung der verfügbaren Ressourcen und mit den Sparpotential beim Trinkwasser beschäftigen. Das Ergebnis dieser Studie sei die Erkenntnis, dass man «Trinkwasserschutzzonen» einrichten müsse, wie bereits 2014 erstmals veranlasst. Inzwischen seien elf diesbezügliche Verordnungen inkraft getreten, 32 weitere seien in der Pipeline.

Umweltverschmutzung verhindert Nutzung von Wasser

Und das ist bitter nötig. Derzeit seien Ressourcen, «die für die Versorgung von rund 50.000 Menschen benutzt werden könnten, nicht an das Trinkwassernetz angeschlossen, da sie mit zu hohen Nitratwerten oder mit Pestizidwerten belastet sind». Eine Verordnung zum besseren Schutz des Obersauerstausees befinde sich derzeit «in der öffentlichen Prozedur», das Wassergesetz sei bereits im Juli abgeändert worden, um «landwirtschaftlichen Aktivitäten die zum Gewässerschutz beitragen» zu fördern.

Schließlich sei auch eine weitere Wasseraufbereitungsanlage in Planung. Das Projekt kostet 166 Millionen Euro, wird zur Hälfte vom Staat gefördert und soll ab 2021 die Trinkwasserentnahme aus dem Obersauerstausee von 72.000 auf 110.000 Kubikmeter pro Tag steigern. Die zweite Studie habe «Wassereinsparpotentiale von bis zu 20 Prozent» aufgezeigt, eine Sensibilisierungskampagne soll diese Potentiale jetzt erschließen. Weitere Vollstudien zu diesem Thema seinen in Planung, so Dieschbourg.

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Niemand am 16.07.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wirtschaft wächst und wächst. Versucht mal an Bettel und Schneider's Haustür zuklopfen und einigt euch.

  • Yolande am 16.07.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gut dass noch keine Yoghurtfabrik und kein Google Datenzenter zusätzlich Wasser verbrauchen.

  • Bananen an d'Oueren an Tomaten op d'Aen am 17.07.2018 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    net ze vergiëssen déih verdrecksten Loft, déih mir Daag an Nuëcht mussen anotmen, dovun schwätze mir awer léiwer net an och net vun dem wirtschaftsverseuchten Buëdem, dem zougekippten Aackerland, den ofgeholzten Beem, der ganzer Wirtschaftsverseuchung, déih ons de Sauerstoff ersetzt durch CO2 an Feinstaub an de ganzen Kamméidi vun de Machinen, vun dem een mettlerweil all Daag am ganze Land massiv berieselt gëtt!... wat mache mir? ... mir machen einfach gedankenlos sou weider am Numm vum Wirtschafts- an Verseuchungswuësstum an dem Frickprofit, déih méih wichteg sin wéih ons Gesondheet!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christiane am 17.07.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Tjo daat waat déi kleng Leit schon zenter e puer Joer soen trett lues a lues an - merci un gambia....daat hutt Dir super gemaach, 1,2 mio Awunner wellen awer keng Infrastruktur hun....d'Waaser gett knapp, Stau ouni Enn, Mobilität gläich Null wann een am Osten wunnt an net an der Stad oder um Kierchbierg schafft...

  • Dimitrij am 17.07.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Esou knapp kann et net sinn,wann Gemengen ewéi Déifferdéng Deeglaang an onënnerbrach Bewässerungs Anlagen fir Fussballsterrain laafen loossen kann. Do setzen der jo och vun deene Gréngen.

  • Nina am 17.07.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .....mee mir sinn laut Statistik ee vun deene Länner déi déi propperst Flöss hunn(Artikel an der Essentiel)Een Dag ass et esou an dann den Dag drop erem anescht...Wat ass dann elo richteg?Wann een ronderëm sech kuckt ass alles verdreckst a verseucht.Mir iessen Dreck a mir otmen Dreck an d'Sonn verbrennt eis well d'Ozonschicht beschiedegt ass.Kee Wonner datt Mënsch an Déier krank ginn a Krieps kréien. D'Politiker wessen et an et gett näischt ennerholl bis et ze spéit ass.Wann alles futti ass an een hei nët méi liewe kann dann plënnere op de Planéit Mars a maachen deen fréckt..D'Haatsaach ass d'Wirtschaft funktionnéiert....

  • och eng Wourecht am 17.07.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Kopf Verbrauch der Einwohner ist eine Lüge da es eher sein müsste pro-Kopf Verbrauch der am Tage Anwesenden oder verbrauchen Grenzgänger über Tag kein Wasser? Deshalb kennen die Sozialisten als 'Wachstum-Päpste' bestimmt die Lösung.

  • Bananen an d'Oueren an Tomaten op d'Aen am 17.07.2018 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    net ze vergiëssen déih verdrecksten Loft, déih mir Daag an Nuëcht mussen anotmen, dovun schwätze mir awer léiwer net an och net vun dem wirtschaftsverseuchten Buëdem, dem zougekippten Aackerland, den ofgeholzten Beem, der ganzer Wirtschaftsverseuchung, déih ons de Sauerstoff ersetzt durch CO2 an Feinstaub an de ganzen Kamméidi vun de Machinen, vun dem een mettlerweil all Daag am ganze Land massiv berieselt gëtt!... wat mache mir? ... mir machen einfach gedankenlos sou weider am Numm vum Wirtschafts- an Verseuchungswuësstum an dem Frickprofit, déih méih wichteg sin wéih ons Gesondheet!