Parlamentarische Anfrage

20. Juni 2018 15:57; Akt: 20.06.2018 17:13 Print

Macht Luxemburg genug gegen Alkoholismus?

LUXEMBURG – Im Großherzogtum haben viele Menschen mit Alkoholsucht zu kämpfen. In einer parlamentarischen Anfrage fühlte die CSV der Gesundheitsministerin auf den Zahn.

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Ein nationaler Aktionsplan gegen Alkoholmissbrauch sollte eigentlich seit 2016 in Kraft sein. Gesundheitsministerin Mutsch erklärt die Verzögerungen. (Bild: DPA/Jens Büttner)

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In einer parlamentarischen Anfrage an das Gesundheitsministerium kritisieren die CSV-Abgeordneten Martine Mergen und Sylvie Andrich Duval einen fehlenden Aktionsplan in Sachen Suchterkrankungen. Hierzu verweisen sie auf einen Artikel des Nachrichtenmagazins Spiegel, in dem dem Nachbarland Deutschland ein «Mangel an politischem Mut hinsichtlich restriktiverer Verkaufsvorschriften» attestiert wird. Gleiches gelte auch für Luxemburg. Ebenso zitieren die Abgeordneten einen Artikel von L’essentiel, in dem wir über eine mögliche Einschränkung von Werbung für alkoholhaltige Getränke berichtet haben.

Der bereits im Jahr 2013 angekündigte «Plan National Alcool» stehe bis heute aus, obwohl dieser eigentlich für den Zeitraum von 2016 bis 2020 hätte gelten sollen, so Mergen und Duval. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch verweist in ihrer schriftlichen Antwort darauf, dass ein Vorentwurf von einer Expertengruppe ausgearbeitet worden sei. Die Verabschiedung lasse auf sich warten, da das Expertendokument Empfehlungen enthalte, «die weit über die Ziele des Regierungsprogramms zu Suchterkrankungen hinausgehen». Dieses Dokument werde derzeit geprüft, «um zu gewährleisten, dass die jüngsten Erfahrungen unserer Nachbarländer in diesem Bereich berücksichtigt werden». Nähere Angaben macht die Gesundheitsministerin dazu nicht.

Viele Pläne, wenig konkrete Maßnahmen

Mergen und Duval heben in ihrer Anfrage weiterhin die Wichtigkeit der «Prävention, vor allem bei jungen Menschen» hervor. Auch hierzu bezieht Mutsch keine Stellung. Stattdessen verweist die Gesundheitsministerin auf die «Förderung eines gesunden und verantwortungsvollen Trinkverhaltens durch eine klare und angemessene Kommunikation mit der Zielgruppe», nennt jedoch keine konkreten Maßnahmen zur Umsetzung. Allerdings solle die «Früherkennung von Alkoholmissbrauch» gefördert werden. Hierzu habe die Regierung auf Empfehlung der Experten und im Vorgriff auf den noch ausstehenden Aktionsplan ein ambulantes Zentrum zur Suchtbehandlung eingerichtet, das sogenannte «Centre Äddi C».

Durch das Krankenhausgesetz, das seit März 2018 in Kraft ist, stünden, so Mutsch weiter, genügend sowohl stationäre wie auch ambulante Pflegeeinrichtungen zur Verfügung. Außerdem sei darin die Einrichtung einer Sonderstelle vorgesehen, die für eine «optimale Wiederherstellung der funktionellen Leistungsfähigkeit, die beste Autonomie und Lebensqualität für Menschen mit Problemen im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch» sorgen solle. Auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten sei mit Inkrafttreten des Krankenhausplans erhöht worden.

(dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wuffel am 21.06.2018 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben 1 Stationäre Einrichtung ( Useldange) und 1 ambulante Einrichtung ( Centre Äddi C ). Das ist alles, ist dies genug für all die vielen alkohol Kranke in Luxemburg. Wir warten wieder auf Zitat Mme. la Ministre „Erfahrungen aus unseren Nachbarländer“, können wir uns nicht auf unseren eigenen Erfahrungen orientieren? Jahrelang empfehlen luxemburgische Spezialisten, wie Dr. Cloos Spezialist in Addiktologie, Leute schon zu behanden wenn sie Anzeichen von Alkoholismus zeigen, aber nein . Sie werden stockbetrunken in eine Klinik eingeliefert, an den Tropf gehängt und wieder laufen gelassen! Kein Psychiater fragt bei Ihnen nach ob Sie ein Problem haben oder dergleichen. Geh und konsumiere fröhlich weiter denn es bringt mehr Geld in die Kasse . Die meissten sterbem eh mit 50-55. Keine Rente aus zu bezahlen, nichts. Und die paar die sich behandeln lassen sollen Useldange gehen fertig. Kosten Peanuts verglichen mit den Einnahmen, 150 Mio allein an Alkohol Steuern pro Jahr ohne Tabak, weil viele Alkoholiker sind auch Tabak abhängig.Auch ja die Grenzgänger kaufen alles, aber die arbeiten auch hier und bezahlen auch hier ihre sozial Abgaben. Aber welcher Minister will sich schon mit der Alkhollobby anlegen.

  • Léon am 20.06.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Beaucoup trop d alcoolique au volant et la loi est trop laxiste au Luxembourg.

  • Cannabis hilft gegen Alkoholsucht am 21.06.2018 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg macht mehr für Alkoholismus, als dagegen und wenn man/frau nicht mitsäuft, ist man/frau asozial ... wann kommen endlich die Schockbilder über die Nebenwirkungen und Nachwirkungen für zukünftige Generationen von Alkoholikern, ähnlich wie auf den Zigaretten, auch auf alle Alkoholgetränke, um die Menschen aufzuklären und abzuschrecken? ... obwohl die Alkoholkultur krank macht, wird sie von vielen tagtäglich genossen, was man an der geschwollenen Rotädrigkeit der Gesichter erkennen kann ... Zeit diese kranke Kultur zu ergänzen mit der alternativen Cannabiskultur! Cannabis heilt! ...

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  • Wuffel am 21.06.2018 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben 1 Stationäre Einrichtung ( Useldange) und 1 ambulante Einrichtung ( Centre Äddi C ). Das ist alles, ist dies genug für all die vielen alkohol Kranke in Luxemburg. Wir warten wieder auf Zitat Mme. la Ministre „Erfahrungen aus unseren Nachbarländer“, können wir uns nicht auf unseren eigenen Erfahrungen orientieren? Jahrelang empfehlen luxemburgische Spezialisten, wie Dr. Cloos Spezialist in Addiktologie, Leute schon zu behanden wenn sie Anzeichen von Alkoholismus zeigen, aber nein . Sie werden stockbetrunken in eine Klinik eingeliefert, an den Tropf gehängt und wieder laufen gelassen! Kein Psychiater fragt bei Ihnen nach ob Sie ein Problem haben oder dergleichen. Geh und konsumiere fröhlich weiter denn es bringt mehr Geld in die Kasse . Die meissten sterbem eh mit 50-55. Keine Rente aus zu bezahlen, nichts. Und die paar die sich behandeln lassen sollen Useldange gehen fertig. Kosten Peanuts verglichen mit den Einnahmen, 150 Mio allein an Alkohol Steuern pro Jahr ohne Tabak, weil viele Alkoholiker sind auch Tabak abhängig.Auch ja die Grenzgänger kaufen alles, aber die arbeiten auch hier und bezahlen auch hier ihre sozial Abgaben. Aber welcher Minister will sich schon mit der Alkhollobby anlegen.

  • Cannabis hilft gegen Alkoholsucht am 21.06.2018 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Luxemburg macht mehr für Alkoholismus, als dagegen und wenn man/frau nicht mitsäuft, ist man/frau asozial ... wann kommen endlich die Schockbilder über die Nebenwirkungen und Nachwirkungen für zukünftige Generationen von Alkoholikern, ähnlich wie auf den Zigaretten, auch auf alle Alkoholgetränke, um die Menschen aufzuklären und abzuschrecken? ... obwohl die Alkoholkultur krank macht, wird sie von vielen tagtäglich genossen, was man an der geschwollenen Rotädrigkeit der Gesichter erkennen kann ... Zeit diese kranke Kultur zu ergänzen mit der alternativen Cannabiskultur! Cannabis heilt! ...

  • Léon am 20.06.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Beaucoup trop d alcoolique au volant et la loi est trop laxiste au Luxembourg.