Land im Stillstand

02. April 2020 10:46; Akt: 02.04.2020 12:07 Print

«Manche Menschen glauben, die Lehrer hätten Urlaub»

LUXEMBURG – Die Schulen bleiben bis einschließlich 3. Mai geschlossen. Wir haben mit einem Lehrer aus Schifflingen über den Unterricht in diesen Zeiten gesprochen.

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Der Unterricht aus der Ferne ist nicht so einfach, wie man es sich vielleicht vorstellt.

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Christophe Donnersbach ist Klassenlehrer im Zyklus 2 der Grundschule Schifflange, in seiner Klasse sind 18 Schüler im Alter zwischen 7 und 8 Jahren. Seine Kollegen und er haben am Mittwoch erfahren, dass die Schulen im Land angesichts der Corona-Pandemie bis zum 4. Mai geschlossen bleiben sollen. Donnersbach schildert seine Eindrücke zur Krise und der Situation der Schüler im Interview mit L'essentiel. Um 14 Uhr wird Bildungsminister Claude Meisch eine Erklärung zur Verlängerung der Schulschließungen abgeben.

L'essentiel: Wie haben Sie die Ankündigung der Verlängerung der Schulschließungen bis zum 4. Mai aufgenommen?

Das hat mich nicht wirklich überrascht. Für mich war klar, dass es über die Feiertage hinausgehen würde. Es gab sogar Gerüchte, dass das Schuljahr vorzeitig zu diesem Termin beendet werden könnte. Jetzt müssen wir sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Das hängt im Wesentlichen von der Abstimmung zwischen dem Gesundheits- und dem Bildungsministerium ab.

Wie gehen Sie mit dieser Situation um?

Es ist nicht leicht. Die Kinder lernen gerade die deutsche Sprache und nur wenige Eltern sprechen deutsch. Das ist eine Herausforderung für die Familien zu Hause. Seit dem letzten Jahr verwenden wir das App ClassDojo, die den Austausch mit den Eltern und ein individuelles Portfolio für jeden Schüler ermöglicht.

Besteht die Gefahr von Lernverzögerungen für die Kinder?

Wir geben unser Bestes, aber die Möglichkeiten sind nicht die selben wie in der Schule. Die Tafel und die Interaktion mit den Schülern fehlen einfach. Wir machen zwar Videos, aber es ist trotzdem anders als gewohnt. Manche Menschen glauben, die Lehrer hätten Urlaub. Aber der Unterricht aus der Ferne erfordert mehr Arbeit, als aus der im Klassenzimmer. Wir tauschen uns mit den Eltern aus, wir korrigieren, wir beantworten den ganzen Tag lang die Nachrichten.

Besteht die Gefahr, dass einige Kinder auf der Strecke bleiben?

Ich denke, dass es in dieser Situation auch sehr stark vom Engagement und den Fähigkeiten der Eltern abhängt. Für einige, die vier oder fünf Kinder haben, ist es fast unmöglich, einen Austausch mit vier oder fünf Lehrern zu organisieren. Fernunterricht zur Wiederholung ist in Ordnung, aber das Unterrichten neuer Dinge, insbesondere für ältere Kinder, ist komplizierter.

Sind die Eltern besorgt?

Ich spreche viel mit den Eltern meiner Schülerinnen und Schüler, so dass sie nicht allzu besorgt sind. Aber ich weiß, dass es für diejenigen, die mehrere Kinder haben und manchmal nebenher aus dem Homeoffice arbeiten, wirklich nicht einfach zu bewältigen ist.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JM/Scha am 02.04.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ech souz all Nuecht nach bis 3 Auer do fir meng Schüler ze preparéieren!

  • kaa am 02.04.2020 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gestänkers géint Schoulmeeschteren an Léierinnen de Moment esou iwwerflessech wéi de Virus selwer!! Solidaritéit, par contre, deed gut !

  • sputnik am 02.04.2020 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur manche glauben das, eher viele Menschen sind dieser Meinung. Und das nicht nur in der Krisenzeit von corona.

Die neusten Leser-Kommentare

  • kaa am 02.04.2020 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gestänkers géint Schoulmeeschteren an Léierinnen de Moment esou iwwerflessech wéi de Virus selwer!! Solidaritéit, par contre, deed gut !

  • sputnik am 02.04.2020 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ JM/ Scha Nichts für ungut, aber würde Ihnen vorschlagen eher Tagsüber diese Arbeiten zu verrichten , ansonsten bekommen Sie Rhythmusstörungen betreffend der Zukunft im Schulwesen.

    • JM/ Scha am 02.04.2020 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      Tagsüber habe ich auch gearbeitet!

    • an sputnik am 03.04.2020 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Und wieder jemand der Alles viel besser kann als alle anderen. Wenn man am Tag versucht seine Klasse zu meistern und dies noch viel mehr Zeit benötigt als sonst, bleibt einem nichts anders übrig als in der lernfreien Zeit, also Abends, den Kursus des darauffolgenden Tages vorzubereiten. Was glauben Sie was die Lehrkräfte während den Osterferien machen? Die Lernprogramme anpassen und vorbereiten für die Zeit danach.

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  • sputnik am 02.04.2020 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur manche glauben das, eher viele Menschen sind dieser Meinung. Und das nicht nur in der Krisenzeit von corona.

  • jeanpaul am 02.04.2020 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ass bekannt dass schoulpersonal extrem vill schafft, jiddereen ass an d'schoul gaang an wees waat do leeft. sollen se sech selwer leet din, well mir net!

  • JM/Scha am 02.04.2020 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ech souz all Nuecht nach bis 3 Auer do fir meng Schüler ze preparéieren!