Klimabewegung Luxemburg

24. September 2021 06:55; Akt: 24.09.2021 06:58 Print

«Manches hat sich getan, aber nicht schnell genug»

LUXEMBURG – Vor anderthalb Jahren hat die Klimabewegung Youth for Climate Luxembourg etwa 15.000 Menschen auf die Straße gelockt. Am Freitag setzen sie ihren Protest fort.

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2019 hat die Klimabewegung in Luxemburg 15.000 Menschen mobilisiert. (Bild: Editpress)

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Im März 2019 versammelte Youth for Climate Luxembourg (YFCL) 15.000 Menschen in der Hauptstadt, um die Klimaneutralität des Landes bis 2030 zu fordern. Zweieinhalb Jahre später sind die jungen Leute am Freitagmorgen wieder auf der Straße – und nicht wirklich von den Fortschritten überzeugt. Denn im Verhältnis zu seiner Größe ist das Großherzogtum immer noch eines der Länder mit dem größten ökologischen Fußabdruck.

Umso größer scheinen die Ziele der Regierung: Nach Angaben von Umweltministerin Carole Dieschbourg strebt Luxemburg bis 2030 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 55 Prozent an. Bis 2050 will das Großherzogtum kohlenstoffneutral sein. «Einem Bericht zufolge wird die Erwärmung bis 2030 jedoch bereits 1,5 Prozent erreicht haben», sagt YFCL-Sprecherin Natasha Lepage.

«Der öffentliche Verkehr muss an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden»

Die Klima-Bewegung hat sich nach eigenen Angaben verjüngt – scheint aber nicht weniger motiviert. Vor allem sind ihnen die Ziele der Regierung offenbar nicht ambitioniert genug. «Warum schafft es Luxemburg mit den Grünen in der Regierung nicht, schneller zu sein?», fragt sich Natasha Lepage. «Manches hat sich getan, aber es geht nicht schnell genug.» So sei der kostenlose öffentliche Personennahverkehr ein wichtiger Schritt, «aber er muss auch effizient sein und an die Bedürfnisse angepasst werden», sagt Lepage, «damit die Menschen ihre Gewohnheiten ändern.»

So ganz kann Energieminister Claude Turmes (déi Gréng) die Kritik an ihn und seiner Partei nicht stehen lassen. «Wir haben noch nie so viel gehandelt wie in dieser Regierung. Wir haben bereits mehr umgesetzt, als im Koalitionsvertrag vorgesehen war, wie etwa die CO2-Steuer», sagt Turmes und weist darauf hin, dass es «arrogant wäre zu sagen, dass wir in drei Jahren von 18 Tonnen CO2 pro Person auf eine reduzieren können.»

Dennoch hofft er, dass an diesem Freitag «so viele junge Menschen wie möglich» mobilisiert werden und fordert sie auch auf, ihre Berufswahl in diese Richtung zu lenken. «Ich brauche junge Leute, die Photovoltaikanlagen und Batterieladegeräte installieren», sagt er. Die Organisatoren «erwarten 1000 Menschen», hoffen aber ebenfalls auf mehr Teilnehmer.

(Nicolas Martin/ L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco P. am 24.09.2021 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Währe der Jugend zu Wünschen, dass sie aus meiner Generation mehr Unterstützung bekommen. Nicht nur aus Unwissenheit, sondern aus Ignoranz, Bequemlichkeit und Bereicherung haben wir der Jugend die Umweltprobleme hinterlassen. Alleinig Demos zu organisieren oder eine Grüne Partei zu wählen und sich auf Politiker zu verlassen wird der Jugend wenig bringen.

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  • Léon am 25.09.2021 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Un objectif qui ne sera jamais atteint faut être idiots pour croire le contraire, la population mondiale augmente tout les ans donc la pollution aussi.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 25.09.2021 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Un objectif qui ne sera jamais atteint faut être idiots pour croire le contraire, la population mondiale augmente tout les ans donc la pollution aussi.

  • Marco P. am 24.09.2021 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Währe der Jugend zu Wünschen, dass sie aus meiner Generation mehr Unterstützung bekommen. Nicht nur aus Unwissenheit, sondern aus Ignoranz, Bequemlichkeit und Bereicherung haben wir der Jugend die Umweltprobleme hinterlassen. Alleinig Demos zu organisieren oder eine Grüne Partei zu wählen und sich auf Politiker zu verlassen wird der Jugend wenig bringen.

    • Tschüss am 24.09.2021 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      Also ich für mein Teil hatte schon mit 16 mitbekommen, dass es so nichts wird, und hatte damals beschlossen, keine Kinder in so eine Welt zu setzen, sowie, auf diesen Planeten acht zu geben (nicht meinetwegen). Naja, wären noch andere auf diese Idee gekommen... Nun ist es aber schon halb zwei, und nicht erst 5 vor zwölf (wir haben ja schon fürs Ziel '2030' so um die 20 Jahre Verspätung) Alle mühe ist jetzt schon fast umsonst.. Die Augen verschliessen oder Verzweifelte Rettungsversuche, verspäten nur unser Abzug von diesem Planeten. Der Mensch braucht ein grösseren Planet, so "einfach" ist das!

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