Epidemie

04. September 2018 10:24; Akt: 04.09.2018 12:16 Print

Masernwelle in Europa – Luxemburg sicher

LUXEMBURG – Ist doch nur ein Pieks – während in diesem Jahr Zehntausende Masernfälle in Europa gezählt wurden, gab es in Luxemburg in 18 Monaten gerade mal sieben.

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In Luxemburg gelten die Masern als ausgerottet. (Bild: AFP)

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Im ersten Halbjahr 2018 war Europa von einem starken Anstieg der Masernfälle betroffen. Mehr als 41.000 Kinder und Erwachsene erkrankten in diesen sechs Monaten, während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im gesamten Jahr 2017 «nur» 24.000 und im Jahr 2015 sogar nur 5270 Fälle zählte. Während die Krankheit in Ländern wie Frankreich, Italien und Griechenland (1000 Fälle) und Deutschland (387 Fälle) um sich griff , blieb Luxemburg verschont, wie Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) in einer parlamentarischen Antwort am Dienstag mitteilte.

In den Jahren 2017 und 2018 wurden im Großherzogtum sieben Fälle von Masern gemeldet. Jeder dieser Patienten infizierte sich im Ausland (Australien, Griechenland, Thailand und Italien) mit der Krankheit oder wurde von einem der Reisenden angesteckt. «Diese Fälle gelten allesamt als importierte Fälle», sagt Mutsch. «Nach den Kriterien der WHO bleibt Luxemburg also ein Land, in dem Masern ausgerottet sind», fügt sie hinzu.

Besorgnis über Aktionen von Impfgegnern

Bei jedem dieser sieben Patienten im Alter von elf Monaten bis 48 Jahren habe eine der beiden nötigen Impfungen gefehlt. Der neuesten Studie zufolge, die aus dem Jahr 2012 stammt, erhielten 99 Prozent der in Luxemburg lebenden Kinder im Alter von 25 bis 30 Monaten mindestens die erste Dosis Masernimpfstoff, während 83 Prozent vollständig geimpft waren. Damit sei die Impfquote in Luxemburg zwar «unter dem optimalen Niveau», aber immer noch höher als in Nachbarländern wie Frankreich, wo nur 60 Prozent der Kinder eine vollständige Impfung erhalten haben.

Generell ist das Gesundheitsministerium der Ansicht, dass «die Impfquote in Luxemburg vorerst noch zufriedenstellend ist». Im Gegensatz zu anderen Ländern (insbesondere Frankreich und Belgien) gibt es daher derzeit keine Pläne, Impfungen für Kinder vorzuschreiben. Das Land wolle zunächst auf Informationskampagnen setzen, die «in den kommenden Monaten» verstärkt werden. Besorgt zeigte sich Mutsch über Aktionen von Impfgegnern.

(jd/L'essentiel/dpa)

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