Ernährung in Luxemburg

11. November 2019 20:52; Akt: 11.11.2019 21:01 Print

Bei 2000 Quadratmetern «ist genug für alle da»

LUXEMBURG – Ist eine nachhaltige Ernährung mit natürlichen Ressourcen möglich? Diese Frage stellt das Projekt «2000m² für unser Essen» in Kockelscheuer.

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Am 3. Oktober 2018 fiel unter Beisein von Umweltministerin Carole Dieschbourg der offiziellen Startschuss des Projektes «2000m² für unser Essen». (Bild: Facebook 2000m2.lu)

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Bereits am 3. Oktober 2018 hatte Umweltministerin Carole Dieschbourg den offiziellen Startschuss des Projektes «2000m² für unser Essen – Förderung einer nachhaltigen Agrar- und Esskultur in Luxemburg» eingeläutet. Dort wird nach dem Vorbild eines Versuchs von Weltacker Berlin auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern am Haus von der Natur in Kockelscheuer gezeigt, wie man Menschen über ein Jahr mit dieser limitierten Fläche ernähren kann. Am Montag haben Benedikt Härlin von Weltacker Berlin, Umweltministerin Carole Dieschbourg sowie Experten im Bereich (Biologische) Landwirtschaft, Ernährung und Wissenschaft über den Fortschritt des Projektes im Hotel Parc Bellevue diskutiert.

Benedikt Härlin erklärt die Grundidee des Projektes: «Wenn man 1,5 Milliarden Hektar Ackerfläche auf der Welt durch 7,5 Milliarden Bewohner teilt, kommt man bei 2000 Quadratmeter pro Mensch heraus.» Eine kritische Frage stellt Härlin gleich zu Beginn seines Vortrags: «Wie viele Tiere können wir von dieser Ackerfläche ernähren?» Die Antwort ist ernüchternd: «Zwei Schweine lassen sich mit dem Ertrag dieser Fläche zum Schlachtgewicht bringen», erklärt er. Sonst dürfe dann aber nichts anderes mehr gegessen werden, damit die Rechnung aufgeht. Vor dem Hintergrund weist er darauf hin, dass noch immer mehr als zehn Prozent der Weltbevölkerung hungern und das die Zahl seit drei Jahren wieder steige. «Eine Schande», so Härlin, dessen Projekt mittlerweile in mehreren Ländern auf der ganzen Welt läuft, denn eigentlich «ist genug für alle da».

Wesentliches Bindeglied zur Agrarkultur

Die Diplom-Umweltwissenschaftlerin Sabine Keßler vom Institut für biologische Landwirtschaft leitet das Projekt in Luxemburg und ist begeistert von der Resonanz. Sie nimmt eine andere Position Härlin und sagt, der Flächenbedarf für die Tierhaltung sei nicht so problematisch, wie er oft dargestellt werde. Selbst für einen vegan lebenden Menschen brauche es zusätzliche Weidefläche für Gründünger, die sonst durch Viehhaltung besetzt werde.

Umweltministerin Carole Dieschbourg lobt das Projekt und die gesamte Diskussion: «Wir haben hier trotz unterschiedlicher Ansichten ein gemeinsames Ziel vor Augen.» Die Regierung unterstütze daher Ansätze wie das «2000m² für unser Essen»-Projekt. «Wir müssen erkennen, dass Ernährungssicherung unser gemeinsames Problem ist und auf allen Ebenen daran gearbeitet wird», schließt sie.

Mehr Informationen zu den 2000 Quadratmetern in Luxemburg gibt es auf der Facebook-Seite und auf der Website des Projekts.

(dm/L'essentiel)

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