Mehrkosten von 69 Millionen

07. September 2011 16:31; Akt: 08.09.2011 08:02 Print

Neue Stipendien kosten Staat mehr als geplant

LUXEMBURG – 83 Millionen Euro hat Luxemburg im vergangenen Studienjahr in Stipendien investiert. Durch das neue Modell kamen 4762 Studenten mehr als 2009 in den Genuss der Beihilfen.

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13 324 Studenten kamen im vergangenen Jahr in den Genuss einen staatlichen Stipendiums. (Bild: DPA)

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Das neue Stipendienmodell stößt bei Studenten auf großes Interesse: 13 324 von ihnen haben im vergangenen Studienjahr mit dem neuen Stipendium ihr Studium finanziert, wie Hochschulminister François Biltgen am Mittwochnachmittag mitteilte. Das sind 4762 mehr als im akademischen Jahr 2009/2010, vor der Einführung der Stipendien für alle Studenten. 618 Stipendienanträge wurden abgelehnt.

Den Staat kommt das neue Stipendienmodell deutlich teurer zu stehen: 83,3 Millionen Euro hat er für die Stipendien in Höhe von 6 500 Euro im Jahr bezahlt. Das sind 69 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Geplant waren lediglich Mehrkosten von 38 Millionen Euro für die neuen Studienbeihilfen. Der Minister interpretierte die Zahlen positiv.

Keine «Sparmaßnahme»

Die Regierung habe mit dem neuen Modell einen «Paradigmenwechsel» herbeiführen wollen. Nun würden die Studenten selbst vom Staat unterstützt und nicht indirekt über ihre Eltern. Es soll die Zahl der Luxemburger mit Uni-Abschluss erhöhen. Die Einführung der Stipendien sei nicht als «Sparmaßnahme» geplant gewesen, betonte der Minister auf Nachfrage.

Die neuen Studienbeihilfen sind besonders bei Grenzgängern umstritten. Um die Mehrkosten bei den Stipendien zu finanzieren, wurde das Kindergeld für alle Kinder ab 18 Jahren gestrichen. Eine Ersparnis für den Staat von 74 Millionen Euro. Für Grenzgängerfamilien hat dies zur Folge, dass sie für Kinder über 18 Jahren keine staatliche Unterstützung mehr erhalten. Denn die Stipendien können nur von Studenten beantragt werden, die seit mindestens fünf Jahren im Großherzogtum wohnen.

Die EU-Kommission hat ein Verfahren angestrengt und prüft derzeit, ob die Stipendienregelung einer Ungleichbehandlung der Grenzgänger entspricht. François Biltgen bestätigte am Mittwoch, dass das Verfahren noch nicht beendet sei.

Sarah Brock/L'essentiel Online mit Pa.T.

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