Coronavirus in Luxemburg

24. Juni 2020 16:34; Akt: 24.06.2020 17:05 Print

«Neuer Lockdown muss dringend verhindert werden»

LUXEMBURG – Dass vom Coronavirus weiterhin eine hohe Gefahr ausgeht, zeigen die jüngsten Ausbrüche in Deutschland. Gesundheitsministerin Lenert schlägt Alarm.

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Gesundheitsministerin Lenert äußerte sich am Mittwoch erneut zur Lage in Luxemburg. (Bild: Editpress)

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«Luxemburg muss einen neuen Lockdown unbedingt verhindern.» Das ist die Kernbotschaft, die Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch während ihrer Pressekonferenz überbrachte. Die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten einer erneuten Schließung seien schlichtweg zu hoch. «Studien der Uni zeigen, dass das Risiko eines neuen Ausbruchs des Coronavirus real sind», so Lenert weiter. Händewaschen, Mundschutz tragen und den Sicherheitsabstand einhalten seien nun wichtiger, denn je.

Die Lockerungsmaßnahmen, die zunächst von der Regierung «auf wissenschaftlicher Basis» getroffen wurden, verteidigte sie: «Wir waren sehr vorsichtig, auch wenn das umstritten war. Dennoch stehen wir hinter den Entscheidungen». Die neuen Lockerungen seien getroffen worden, weil man den Bürgern im Privatleben nicht länger Vorschriften hätte machen könne und sich die Lage mit den sinkenden Infektionszahlen geändert habe. Deshalb sei ein verantwortungsvollen Verhalten eines jeden Einzelnen zurzeit entscheidend. Die Maskenpflicht in Bus und Bahn, in Geschäften und in der Gastronomie bleibe darum weiterhin bestehen. Geschlossene Räume, in denen üblicherweise viele Menschen zusammenkommen – beispielsweise Diskotheken – bleiben bis auf weiteres geschlossen.

Erste Infektionsherde in Luxemburg festgestellt

Weil auch die Weltgesundheitsorganisation dazu aufgerufen habe, weiterhin vorsichtig zu bleiben, sei auch das Gesundheitssystem des Großherzogtums in Alarmbereitschaft. «Wir müssen im Falle einer zweiten Welle handlungsfähig bleiben», so Lenert weiter. Das Ministerium habe bereits alles Notwendige in die Wege geleitet: «Im Ernstfall können wir das System schnell wieder hochfahren», sagte sie.

Die großangelegte Testreihe sei nach wie vor «sehr wichtig». Daher ruft Lenert die Bevölkerung erneut dazu auf, sich testen zu lassen. Die Behörden könnten dadurch Infektionsketten rasch zurückverfolgen und entsprechend eingreifen. Hilfreich sei auch, wenn sich die Menschen aufschreiben, mit wem sie wann Kontakt gehabt haben.

Deshalb sind Kinder weniger ansteckend

Jean-Claude Schmit, der Direktor der Gesundheitsbehörde erklärte im Anschluss, dass hierzulande bereits erste Infektionsherde festgestellt wurden. Als Beispiel nannte er eine Geburtstagsparty, auf der sich von rund 30 Gästen, mehr als zehn mit den Coronavirus infiziert hätten. In Schulen sei es ebenfalls zu mehreren Infektionen gekommen, weshalb auch schon Klassen geschlossen wurden. Darüberhinaus bestätigte Schmit, dass Kinder weniger ansteckend seien. Der Grund: «Die Schleimhäute der Kinder verfügen über weniger Rezeptoren, an denen das Virus andocken kann», so Schmit. Je älter ein Patient sei, desto leichter könne er sich infizieren.

Bis Mitte Juli will die Regierung eine neue Test-Strategie vorstellen. Mit ihrer Hilfe soll die Verbreitung des Virus in den Sommermonaten besser nachverfolgt werden können. Mit den Daten von positiv gestesten Personen wolle die Regierung weiterhin sehr behutsam umgehen. In Frankreich habe es Fälle gegeben, in denen Erkrankte gemobbt wurden. Besonders in einem kleinen Land, wie Luxemburg, müsse man dies unter allen Umständen verhindern. Zwangseinweisungen wird das CHL in der Hauptstadt übernehmen. Diese Maßnahme werde nur ergriffen, wenn die betroffene Person eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arm am 24.06.2020 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und dann werden ältere Mitbürger zu einem Corona Test eingeladen wo man sich mit E-Mail anmelden muss oder über Computer dann auf der Telefonnummer die da angegeben ist ist kein Mensch zu Hause für wie blöd hält man uns

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  • Jhempy am 24.06.2020 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte die Maskenpflicht und Abstandsregel aufrecht erhalten und mehr Kontrollen machen. Dies hilft mE bereits enorm, wenn sie denn respektiert werden. Überall sieht man jedoch größere Gruppen, wo dies nicht eingehalten wird, Jugendliche die kindisch cool sein wollen und sie nicht aufziehen oder diejenigen, die sich für schlauer als unsere Mediziner und Experten halten. Warum wird diesen Kontrollen so wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Machmal vernimmt man Meldungen wie „15 Regelverstöße am heutigen Tag“ - in24h? ...die sehe ich allein wenn ich 10 min in der Mittagspause kurz über den Bahnhof laufe...

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  • Iris Gläser am 24.06.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach, unter diesen Umständen ist es doch gar nicht problematisch, ab nächster Woche die Schulklassen wieder zusammen zu unterrichten. Alles kein Problem. Pünktlich zur Vakanz gehen wir alle wieder in den Lockdown und malen mit den Kindern neue Regenbogen-Bilder!

Die neusten Leser-Kommentare

  • jimbo am 25.06.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @jerry ganz einfach, well eis Gehierakrobaten bis Owes op den Terassen setzen a sech zousaufen. Dofir Resto oploossen, eben manner Leit raloossen, mei oft kontrolleieren an Owes ab 22.00h bleift joddereen doheem.

  • Jhempy am 25.06.2020 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben aber auch eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen, sollte man verlangen können

  • Jhempy am 25.06.2020 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben aber auch

  • Angel am 25.06.2020 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Bus ass voll vun deenen Gehirakrobaten ouni Mask,war gëschter akaafen do huet Caissière missen 2 Persounen obfuerderen Mask unzedoen.An Distanz hält och kënn méi an. Ganz sécher geet et erëm den schéissbierg

  • Nico am 25.06.2020 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das siehst du ganz richtig Arm. Es müsste ebenfalls eine Alternative angeboten werden falls du dich nicht zu einer diesen Teststationen begeben kanst.. Zum Beispiel dein Hausarzt oder in einem Labor. Der Wille ist da, aber die Informationen in dieser zu dürfdig. Die angegebene Telefonnummer ist ständig besetzt oder man kann dir da auch keine Alternative anbieten.