Spurlos verschwunden

22. Januar 2020 07:48; Akt: 22.01.2020 08:00 Print

Niemand weiß, wo diese vermissten Menschen sind

LUXEMBURG – Drei Menschen gelten derzeit im Großherzogtum als vermisst. Die Polizei sucht noch immer nach ihnen. Jeder Hinweis kann die heiße Spur liefern.

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Zum Teil sind die Vermissten schon seit mehr als einem Jahrzehnt verschwunden – einfach weg, nie mehr gesehen. Doch die Police Grand-Ducale vergisst die Menschen nicht: Vermisste werden auch nach Jahren noch mit entsprechenden Aufrufen auf der Internetseite gesucht.

Unsere Bilderstrecke zeigt Fotos von Vermisstenfällen, die noch immer ungelöst sind. Die Polizei ist auch nach Jahren dankbar für jeden Hinweis, wie Catherine Weber, Sprecherin der Police Grand-Ducale, betont: «Irgendwann sind alle Ermittlungsansätze ausgeschöpft. Neuen Hinweisen wird in jedem Fall nachgegangen.» Jeder Hinweis kann die Wende in einem Fall bedeuten.

Nicht lange warten!

Diese Hinweise, so erklärt Weber, können sehr unterschiedlich aussehen: «Jede Art von Information über die Person, ihren letzten Aufenthaltsort, ihre Gewohnheiten oder die Zeit vor dem Verschwinden, aber auch Hinweise aus der Zeit, nachdem die Person als vermisst gemeldet wurde, können sehr wertvoll sein.» Deshalb sei es dringend erforderlich, dass die Polizei von jedem Vorgang und jeder Begebenheit, die mit der Vermisstenanzeige in Verbindung steht, informiert wird. «Ein vermeintlich kleines Element kann manchmal das fehlende Puzzleteil liefern», sagt Weber.

Auch sollten Zeugen, die über zweckdienliche Informationen verfügen, nicht zu lange warten, um diese der Polizei mitzuteilen – mit der Zeit werde es immer schwieriger, eine vermisste Person zu lokalisieren.

Viele Fragen bleiben offen

Die Angehörigen von vermissten Menschen müssen nicht nur das Leid der Ungewissheit ertragen, ein Vermisstenfall kann auch finanzielle Konsequenzen haben. Fragen zum Erbe, der Auflösung einer Ehe oder der Leistungen der Witwen-, Witwer- oder Waisenrente bleiben zunächst offen.

Die Angehörigen haben erst darauf Anspruch, wenn ein Vermisster von einem Gericht offiziell für verschollen oder tot erklärt wird. Zunächst muss, wie Diane Klein von der Staatsanwaltschaft erklärt, eine Verschollenheitsvermutung (présomption d’absence) von einem Vormundschaftsrichter erstellt werden. In der Folge müssen die Angehörigen zehn Jahre warten, bevor sie eine Verschollenenerklärung (déclaration d’absence) beim Bezirksgericht beantragen können. Wiederum ein Jahr später kommt die Akte vor Gericht. Ist das Urteil einmal rechtskräftig, hat die Erklärung die gleiche juristische Bedeutung, wie eine Sterbeurkunde und die Angehörigen bekommen die Leistungen.

Ist eine Person seit mehr als 20 Jahren vermisst, kann gleich eine Verschollenenerklärung beim Bezirksgericht beantragt werden. Die Verschollenheitsvermutung soll die Interessen der vermissten Person wahren.

Zwei Arten von Vermissten

Die Luxemburger Polizei unterteilt die Vermisstenmeldungen in zwei Kategorien. Einerseits gibt es die Disparitions inquiétantes, die besorgniserregenden Fälle. Dabei handelt es sich um verschwundene Minderjährige oder Personen, die auf ein Medikament angewiesen sind. «Bei Kleinkindern oder besonders gefährlichen Umständen kann darüberhinaus auch der sogenannte Amber Alert ausgelöst werden. In diesem Fall wird die Vermisstenmeldung auf allen möglichen Plattformen geschaltet», so Weber. Dies sei allerdings seit seiner Einführung 2016 erst einmal in Luxemburg vorgekommen.

Unter die zweite Kategorie, die Disparitions non-inquiétantes fallen vor allem Ausreißer, die von zu Hause oder ihrem Wohnheim weggelaufen sind. In diesen Fällen könne der Aufenthaltsort der betroffenen Person oft nach kurzer Zeit ermittelt werden oder die Person taucht von selbst wieder auf.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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