Globale Mindeststeuer

28. Oktober 2021 13:52; Akt: 28.10.2021 13:55 Print

Nimmt Luxemburg bald 5,8 Milliarden mehr ein im Jahr?

LUXEMBURG – Warmer Regen für das Großherzogtum? 136 OECD-Staaten haben sich auf eine globale Mindeststeuer verständigt. Die EU-Hochrechnung zeigt, was möglich ist.

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Kann Finanzminister Pierre Gramegna bald mit deutlichen mehr Einnahmen rechnen. (Bild: DPA/Kay Nietfeld/Archiv)

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Die globale Mindeststeuer könnte Luxemburg Milliarden zusätzlicher Steuereinnahmen bescheren. Mit Irland hat sich nun ein weiterer Staat auf die von den OECD-Mitgliedern vereinbarte globale Mindeststeuer von 15 Prozent verpflichtet. Insgesamt sind nun 135 Ländern an der Vereinbarung beteiligt. Nach einer Hochrechnung der europäischen Steuerbeobachtungsstelle könnte diese Regelung dem Großherzogtum ab 2023 jährlich rund 5,8 Milliarden Euro in die Kasse spülen.

Laut der Hochrechnung, über die zuerst «Paperjam» berichtete, würde damit Luxemburg rund sieben Prozent der für Europa errechneten Summe von 83,3 Milliarden Euro einstreichen. Damit könnte das Großherzogtum zu einem der großen Gewinner des Abkommens werden. Allerdings nur dann, wenn der Standort weiterhin attraktiv für multinationale Konzerne bleibt.

Industrieländer sind die großen Gewinner

Die größten finanziellen Gewinne gehen dabei in die Vereinigten Staaten, nach Kanada, Belgien, Deutschland, Irland und ins Vereinigte Königreich. Frankreich dagegen müsste sich mit «nur» 3,9 Milliarden Euro begnügen. Dabei bleibt das meiste Geld in den Industriestaaten hängen, in denen rund 66 Prozent der 2000 größten internationalen Konzerne beheimatet sind. Sie können sich über Mehreinnahmen von rund 191,3 Milliarden Euro freuen. Die Entwicklungsländer müssen sich dagegen mit rund 14,2 Milliarden Euro zufriedengeben. Länder wie China und Brasilien würden nur sechs beziehungsweise 1,5 Milliarden Euro erhalten.

Hätten sich die Länder auf einen noch höheren Mindeststeuersatz geeinigt, wäre für das Großherzogtum ein noch höherer Geldregen drin gewesen. Bei 30 Prozent würde Luxemburg demnach satte 14,1 Milliarden Euro einstreichen. Zum Vergleich: für das laufende Jahr rechnet das luxemburgische Finanzministerium mit Staatseinnahmen von 29,86 Milliarden Euro. Die Autoren der Studie warnen jedoch, dass internationale Abkommen Ausnahmen vorsehen, die die potenziellen Einnahmen im ersten Jahr um 23 Prozent und nach zehn Jahren um 14 Prozent verringern können. Danach würden sich Luxemburgs Mehreinnahmen durch die Mindeststeuer von 5,8 Milliarden Euro auf fünf Milliarden Euro verringern.

(mc/hoc/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • OPECTAX am 28.10.2021 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Super, dann get elo jo alles nach mei deier fir den Endverbraucher. Bravo, mer sin wirklech um richtegen Wee????

  • MI6 am 28.10.2021 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mat deenen benzin präisser wonnert mech dat net

  • kaa am 28.10.2021 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuurzsichteg! Den Aus fir Letzebuerg ? Wann Steieren gläichgestallt gin? wien sellt bei deenen Immobilien- an Liewenskäschten Präisser nach eng Firma zu Luxusburg établéieren?? Keen…

Die neusten Leser-Kommentare

  • lucia am 28.10.2021 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gambia mecht eis Land freckt

  • Michi Delarue am 28.10.2021 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollte das passieren weiß unsere Regierung wie man das Geld schnell ausgibt und die Staatsschuld nimmt weiter zu.

  • kaa am 28.10.2021 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kuurzsichteg! Den Aus fir Letzebuerg ? Wann Steieren gläichgestallt gin? wien sellt bei deenen Immobilien- an Liewenskäschten Präisser nach eng Firma zu Luxusburg établéieren?? Keen…

  • JC am 28.10.2021 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    elo kan de Letzebuerger geschwen op Strõoss hésche goen !!!

  • Depp am 28.10.2021 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ah, perfekt. Kennen d'Tramsschinnen also lo 6-gleiseg geluecht ginn.