Corona in Luxemburg

20. Oktober 2021 07:06; Akt: 20.10.2021 07:13 Print

Ochs-​​Auftritt bei Demo entsetzt Ärztekammer

LUXEMBURG – Seine Berufskollegen zeigen sich «schockiert», dass Dr. Benoît Ochs sich als Arzt an die Spitze der Corona-Kritiker gestellt hat.

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«Halbgott in Weiß»: Der Mediziner Benoît Ochs ließ sich von den Demonstrierenden feiern. (Bild: Editpress)

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Bei der Luxemburger Ärztekammer stößt der Auftritt von Dr. Benoît Ochs bei der Anti-Corona-Demonstration am vergangenen Freitag auf großes Unverständnis. Ochs hatte sich am Freitag in strahlendem Weiß an die Spitze der Corona-Skeptiker gesetzt. Die Inszenierung des Arztes aus Gonderingen kommt bei seinen Kollegen überhaupt nicht gut an. Ärztekammer-Präsiden Dr. Pit Buchler sagte am Montag, er sei «schockiert und beschämt» darüber, dass dieser Arzt «mit großem Vergnügen so vor den Massen herumstolziert».

Im vergangenen Juli wurde Ochs zu einem einjährigen Berufsverbot verurteilt, weil er gegen mehr als ein Dutzend Artikel des Ethikkodexes verstoßen hatte. Im Zusammenhang mit der Pandemie verstieß er insbesondere gegen das Protokoll des Gesundheitsministeriums über die Isolierung von Corona-Patienten. Weil der Mediziner Berufung gegen das Urteil einlegte, ist das Verbot noch nicht rechtskräftig. Ochs darf daher vorläufig weiter praktizieren. Einen Termin für die Berufungsverhandlung gibt es derweil noch nicht. «Seitdem wiederholt er die gleichen Fakten», sagt Buchler. Der Ärztekammer-Präsident verurteilt die «Unwahrheiten», die Ochs verbreitet. Damit arbeite der Anti-Corona-Mediziner gegen das, was Buchler und seinen Kollegen am Herzen liege: «Die Pandemie zu überwinden.»

Ärzte-Präsident Buchler ist dabei wichtig, zwischen «besorgten Menschen und einer Minderheit von Verschwörungstheoretikern» bei der Demonstration zu unterscheiden. Er glaube, dass Ochs «manipuliert wird und manipuliert» und sein Status als Mediziner verleihe dem Gonderinger Autorität. Mit dem Disziplinarausschuss habe man ihm zwar Öffentlichkeit verschafft, «aber was konnten wir tun?», sagt Buchler. Er wisse selbst, dass der Urteilsspruch der Kammer Ochs nicht zum Schweigen bringe. Ochs' Anwalt Christian Bock bestätigte im Gespräch, dass für seinen Mandanten dieses Sache wichtiger sei, als seine Karriere und Zukunft als Arzt. Sein Mandant habe geglaubt, er stehe mit seiner Ansicht alleine da und sei erfreut gewesen, dass so viele Menschen ihn begleitet hätten.

Angesprochen auf radikale Kräfte im Demonstrationszug, bemühte Anwalt Bock den Vergleich zur «Regierung». Dort würden auch die eine Partei andere Forderungen vertreten als die andere Partei. Alle drei Parteien vereine jedoch eine gemeinsame Richtung. Unter den Demonstranten seien «vernünftige Leute», die es zu respektieren gelte, sie alle würden sich gegen «den Gedanken wehren, ihre Freiheit zu verlieren», so die Schlussfolgerung des Juristen. Bock sieht im Handeln der Regierung eine «Bevormundung», die «zu weit in unsere Rechte eingreift».

(nm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Haari am 20.10.2021 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    En huet sain Numm net gestuel!

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  • Daweb am 20.10.2021 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie domm och en dr. huet d’recht eng aaner meenung ze hunn an déi och ze soen! Wou si mer?

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  • pas am 20.10.2021 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Name passt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Phil am 24.10.2021 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Halt dach op mat dem Blödsinn. Dee Mann ass nun emol esou gedeeft an kann näischt fir sein Numm. Mir haten och eng Gesondheetsministesch déi Mutsch heescht.

  • @Gen x am 21.10.2021 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gottseidank ass eng Minoritéit ärer Meenung.

  • @allergie à la bêtise am 21.10.2021 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jo wann all déi deck mat hierem Iwergewicht an Zocker, d'Fëmmerten,d'Alkoholiker, déi Drogenofhängeg,déi déi Accidenter bauen, déi mat Geschlechtskrankheeten asw och selwer dofir op kommen.Da soll jiddereen fir seng Krankheeten opkommen ech mengen da kommen ganz vill déi hei déck Baken machen ganz schlecht eweg.

    • packtiech am 21.10.2021 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      jo déi blöd Argumenter do alleguer nerve sou lues!

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  • M. K am 20.10.2021 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat geseit een jo bei der neitzte entweckelung. Dei nächst impfung as geplangt, a färdech. Mir geheien neischt ewech. Muss alles verpikt gin, soss geet t'Rechnung net op. Basta.

    • Arnie am 24.10.2021 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      BRAVO !

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  • Ärztekammer dient der Eugenik am 20.10.2021 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ochs half jedem der PCR positif getestet wurde mit dem Protokol von Raoult. Keiner seiner 600 Patienten wurde krank. Das sah auch die Regierung. Der Ärzterat findet es als ethisch extrem verwerflich Kranken die PCR postiv gestest wurden in den ersten 10 Tagen nach dem Test zu behandel. Die Moral verlangt es 10 Tage zu warten damit alternative Methoden den Patienten nicht wieder gesund machen können. Vorbildlich ist nur der der solche COVID Patienten ins Spital bringt wenn sie kurz vorm Sterben sind. Wenn man solch extrem rechtes Gedankengut von der Ärztekammer hört kann man nur kotzen.