Kinderbetreuung

04. Oktober 2013 12:43; Akt: 04.10.2013 16:59 Print

«Ohne Chèques-​​Services wäre es eine Misere»

LUXEMBURG - Wie stehen Eltern den Chèques-Services gegenüber? Soll die Kinderbetreuung kostenlos werden? «L'essentiel Online» hat mit Familien gesprochen.

storybild

Die meisten Familien stehen positiv den Chèques-Services gegenüber. (Bild: DPA)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Was die Kinderbetreuung in Luxemburg angeht, darüber scheiden sich derzeit die Geister. Die Oppositionsparteien überlegen sich im Vorfeld der Wahlen am 20. Oktober, das System der sogenannten Chèques-Services zu reformieren. Soll die Kinderbetreuung in Zukunft gratis angeboten werden?

«Wenn es die Chèques-Services eines Tages nicht mehr gibt, dann macht es keinen Sinn für mich, arbeiten zu gehen. Dann bleibe ich zu Hause mit meinem Kind», sagt Marie (Name von der Redaktion geändert). Die junge Mutter arbeitet in Vollzeitbeschäftigung; ihr dreieinhalbjähriger Sohn bleibt während dieser Zeit in einer privaten Kindertagesstätte. Rund 1‘200 Euro monatlich kostet die Kinderbetreuung ihres Kindes. Marie bezahlt lediglich 100 Euro: Den Rest übernimmt der Staat.

Gut 63‘000 Kinder haben in Luxemburg Anspruch auf Gutscheine für außerschulische Kinderbetreuung. Der Betrag, den der Staat übernimmt, hängt vom Haushaltseinkommen (s. Infobox rechts) und der Art der Betreuungseinrichtung ab. Das Angebot soll Eltern erlauben, ihr Berufs- und Familienleben besser zu vereinbaren.

«Bedeutender Betrag»

«Ohne die Gutscheine, wäre es eine Misere», meint Marie. Sophie (Name von der Redaktion geändert) pflichtet bei: «Da muss man eine andere finanzielle Planung aufstellen», sagt die junge Mutter aus Grevenmacher. 3‘000 Euro kostet sie die Kinderbetreuung pro Monat: Dank den Chèques-Services bezahlt die dreifache Mutter aber nur zwischen 600 und 1‘200 Euro. «Für mich wäre der Betrag ohne die staatliche Hilfe schon eine bedeutende Summe», so Sophie weiter.

Eric (Name von der Redaktion geändert) sieht es anders. Obwohl die Betreuung seiner beiden Kinder 40 Prozent des gemeinsamen Familieneinkommens ausmacht, kann er sich gut vorstellen, dies auch ohne die staatliche Hilfe finanziell zu stemmen. «Der Staat erstattet uns zurzeit 200 bis 300 Euro für beide Kinder pro Monat. Es ist im Budget nicht wirklich spürbar», meint der studierte Ingenieur. Jedoch sei er froh, dass so eine Hilfe für Eltern in Luxemburg existiere.

«Kostenpflichtige Kinderbetreuung ist legitim»

Die meisten Familien wollen ebenfals, dass die Kinderbetreuung in Luxemburg kostenpflichtig bleibt. «Bei der kostenlosen Kinderbetreuuung habe ich Bedenken, ob die Kitas das finanziell stemmen können», sagt Susanne G. «Momentan werden bei uns sechs Kinder von einer Erzieherin betreut. Das ist ein gutes Verhältnis». Die Befürchtung, dass sich zu wenige Erzieher um mehr Kinder kümmern müssten, wenn die Kitas zum Nulltarif angeboten würden, hat die zweifache Mutter.

Sophie sieht das ähnlich: «Es ist absolut legitim, dass die Kinderbetreuung etwas kostet. Wenn es ganz kostenlos wäre, dann hätte ich Angst, dass die Qualität der Kitas dadurch leiden würde.»

(Irina Figut/L'essentiel Online)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.