Coronavirus in Luxemburg

11. Mai 2020 14:44; Akt: 11.05.2020 15:21 Print

Ohne sie verstehen 200 Luxemburger nichts

LUXEMBURG – Das ganze Land kennt nun Lynn Menster und Lynn Bidaine. Sie übersetzen die Pressekonferenzen der Regierung in Gebärdensprache.

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Lynn Bidaine (links) und Lynn Menster übersetzen die Pressekonferenzen der Regierung in Gebärdensprache. (Bild: L'essentiel/FL)

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Sie heißen beide Lynn und übersetzen seit Beginn der Corona-Krise die Pressekonferenzen der Regierung in Gebärdensprache: Lynn Menster, 36 Jahre alt, aus Redingen/Attert, die in einem Sprachtherapiezentrum in Luxemburg arbeitet, und Lynn Bidaine, 28 Jahre alt, aus Belvaux, die für einen Verein für Gehörlose und Schwerhörige arbeitet. In Echtzeit machen sie die wichtigen Informationen auch «Menschen zugänglich, die oft vergessen werden».

Gehörlose und Schwerhörige sind sehr dankbar für ihre Arbeit. «Viele machen sich deshalb Gedanken um unsere Gesundheit. Sie können ohne uns die Pressekonferenzen nicht verfolgen. Allerdings achten wir sehr auf Hygiene und Abstand», erklärt Menster. Im Großherzogtum hat sich die deutsche Gebärdensprache durchgesetzt. Die rund 200 Gehörlose nutzen sie, weitere 100 Luxemburger beherrschen die Sprache.

Kein Lippenlesen wegen der Maskenpflicht

Menster und Bidaine machen wegen der Corona-Pandemie ihre Arbeit viel häufiger live. «Davor haben wir direkt mit den Menschen gesprochen. Dadurch bekommt man sofort ein Feedback. Das fällt vor der Kamera natürlich weg. Nach dem Ende einer Pressekonferenz bekommen wir viele Videos von Gehörlosen, die Fragen zur aktuellen Lage oder den Maßnahmen der Politik haben. Diese beantworten wir natürlich», sagt Menster.

Im Alltag stellt die Maskenpflicht die Gehörlosen und Schwerhörigen vor große Probleme: Sie können nicht mehr Lippenlesen. Sie sollen deshalb nun mit durchsichtigen Visieren ausgestattet werden. Außerdem bekommen sie Visitenkarten, auf denen eine Erklärung ihrer Lage abgedruckt ist.

(fl/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich kan nit verstaaaand am 11.05.2020 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube eher, 613.894 Luxemburger verstehen nix. Muahhhhhhh

  • Inklusion ist wichtig am 11.05.2020 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Großen Respekt an die beiden, ihre Arbeit ist wirklich sehr, sehr wichtig. Gebärdensprache zu lernen macht Spaß, ist aber kein leichtes Unterfangen. Und immer noch wird leider viel zu oft viel zu wenig an die Gehörlosen in Luxemburg gedacht. Es ist ein immerwährender Kampf, sich für Inklusion einzusetzen, und die zwei Lynns machen einen großartigen Job. "Applaus" und "Danke" in Gebärdensprache!

  • Mio am 11.05.2020 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An dei wou net heieren an Gebärden net kennen , déi vun den Lëpsen ofliesen ! dei sinn definif verluer an deser Zeit !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich kan nit verstaaaand am 11.05.2020 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube eher, 613.894 Luxemburger verstehen nix. Muahhhhhhh

  • Mio am 11.05.2020 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An dei wou net heieren an Gebärden net kennen , déi vun den Lëpsen ofliesen ! dei sinn definif verluer an deser Zeit !

    • @Mio am 12.05.2020 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      Lëpsen liesen ass zwar e bëssen e Mythos. Vum Mond kann ee just ongeféiert 20% verstoën vun deem wat gesot gëtt. Op der anerer Säit gehéiert de Mond an d'Mimik zum Gebärden dozou, a wann dovunner näischt ze gesinn ass, sinn se extrem domm drun.

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  • Inklusion ist wichtig am 11.05.2020 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Großen Respekt an die beiden, ihre Arbeit ist wirklich sehr, sehr wichtig. Gebärdensprache zu lernen macht Spaß, ist aber kein leichtes Unterfangen. Und immer noch wird leider viel zu oft viel zu wenig an die Gehörlosen in Luxemburg gedacht. Es ist ein immerwährender Kampf, sich für Inklusion einzusetzen, und die zwei Lynns machen einen großartigen Job. "Applaus" und "Danke" in Gebärdensprache!