Coronavirus in Luxemburg

15. April 2020 17:02; Akt: 16.04.2020 11:10 Print

Paulette Lenert: «Ich denke, wir packen das»

LUXEMBURG – Im Großherzogtum werden die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus schrittweise gelockert. Die erste Phase beginnt am kommenden Montag.

Paulette Lenert und Xavier Bettel traten am Mittwoch erneut vor die Presse.

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Luxemburg wagt ab dem kommenden Montag seine ersten Schritte zurück in die Normalität. Das erklärte Premierminister Xavier Bettel (DP) auf der Pressekonferenz, die er und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), im Anschluss an die erneute Sitzung des Regierungsrates am Mittwoch hielten. Die gegen das Coronavirus ergriffenen Maßnahmen, könnten nur «nach und nach» – in Phasen – gelockert werden, betonte der Staatschef erneut und lobte den breiten Zusammenhalt im Land: «Wir haben es geschafft, das Virus unter Kontrolle zu halten. Dass unser Gesundheitssystem nicht an seine Grenzen gestoßen ist, ist der Verdienst von jedem einzelnen.» Die aktuelle Situation, in der sich Luxemburg befindet, sei «außergewöhnlich und seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr da gewesen».

Sieben Millionen Atemschutzmasken

Die kommenden Phasen der Lockerungen müssten immer mit Blick auf die Lage in den Krankenhäusern und besonders auf den Intensivstationen erfolgen. In der ersten Phase, die drei Wochen lang dauern wird, werden am 20. April die Baustellen, Baumärkte und Recyclingcenter wieder geöffnet. Die Hygieneregeln, wie die Einhaltung des Sicherheitsabstandes und das Tragen eines Mundschutzes, seien weiterhin zu befolgen. Ab Montag gilt überall die Mundschutz-Pflicht, wo der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann: etwa beim Einkaufen, in Bus und Bahn oder in Banken. Wer sich nicht daran hält, könne eine Geldstrafe zwischen 25 und 35 Euro bekommen. Das Land verfüge nun über etwa sieben Millionen Atemmasken. Damit würde die Bevölkerung in den kommenden Tagen versorgt.

Keine Großveranstaltungen bis August

In der zweiten Phase, ab dem 11. Mai, öffnen die Schulen für die höheren Klassen wieder. Zum 25. Mai folgen die Grundschulen und Kinderkrippen. Bettel unterstrich, dass der soziale Kontakt weiterhin vermieden werden muss: «Nur so können wir die Krankheit in den Griff bekommen. Wir sind jetzt noch nicht durch.» Die Bürger sollen weiterhin zu Hause bleiben. Deshalb werde es bis zum 31. Juli auch keine Großveranstaltungen in Luxemburg geben.

Kommt nun doch eine App?

Dem Einsatz einer App , die die Menschen nach dem Kontakt mit einem Corona-Positiven informiert, scheint die Regierung nun offener gegenüber zu stehen. «Wir könnten uns anschließen, wenn es dafür eine europäische Lösung gibt, die keine datenschutzrechtlichen Fragen aufwirft», sagte Bettel.

«Das Virus ist immer noch da»

Gesundheitsministerin Lenert hatte zunächst gute Nachrichten. «Die Zahlen gehen zurück, es gibt weniger neue Infektionen, es liegen weniger als 200 Menschen im Krankenhaus.» Außerdem hätten mittlerweile fast 500 Covid-19-Patienten die Krankheit überstanden. Aber auch die LSAP-Politikerin trat rasch auf die Euphoriebremse: «Die Situation ist noch immer ernst, das Virus ist da und es gibt noch immer keinen Impfstoff. Wir müssen noch lange gegen Corona kämpfen.»

Disziplin ist weiterhin der Schlüssel

Eine zweite Infektionswelle sei unter allen Umständen zu vermeiden, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Das Coronavirus sei zwar ein Grippevirus, seine Letalitätsrate aber «beängstigend». Covid-19 sei «eine schwere Krankheit, die die Patienten und das Pflegepersonal vor große Herausforderungen stellt.» Disziplin sei weiterhin der Schlüssel, um vor allem die Risikogruppen zu schützen.

Weltmeister im Testen

Laut der Gesundheitsministerin sei das Großherzogtum weltweit führend im Testen. «Wir testen dreimal mehr als Deutschland, viermal mehr als Frankreich und achtmal mehr als Belgien», so Lenert. Besonders im Gesundheitssystem und – mit der Wiederaufnahme der Arbeit – in der Baubranche, werde systematisch getestet.

Antikörpertests laufen an

Um ein kompletteres Bild der Infektionen in der Bevölkerung zu bekommen sei nicht nur die Zahl der positiv getesteten wichtig, sondern auch Zahl der Menschen, die die Krankheit bereits mit milden oder keinen Symptomen überstanden haben. Die Immunität kann durch einen Antikörpertest festgestellt werden. Diese laufen laut Lenert nun an. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Zahlen und die Arbeit in den Krankenhäusern sagte die Gesundheitsministerin abschließend: «Ich denke, wir packen das.»

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 15.04.2020 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Bettel, Frau Lenert man kann nicht behaupten, dass sie einen schlechten Job getan haben, aber bei dem ganzen habe ich trotzdem ein schlechtes Gefühl. Was ist wenn die Rate von Infektionen doch nochmals in die höhe schnellt und dies im Zusammenhang mit dem nächsten Winter, eine Grippewelle und Corona, machen wir dann wieder ein Lockdown? Was ist wenn der Impfstoff doch nicht schnell kommt und erst 2021 und vielleicht später eingesetzt werden kann, wenn überhaupt, werden wir dann noch etliche Lockdowns erleben? Fragen die mit Sicherheit nicht unrealistisch sind.

  • Djsven am 15.04.2020 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ech weiss net ob dann eng gudd idee as schulen ob se machen weil mir all angst hun wann mir rem an schoul kommen dass denn corona kris nach mei schlem geet

  • B. am 16.04.2020 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ass den Premier um Koks oda leeft hien op dei Pressekonferenzen ? Emmer auser Otem...hihihi...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Philo am 17.04.2020 00:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ein grosses Lob an Herrn Bettel und Frau Lenert. Bisher alles richtig gemacht. Den Vorstoss jetzt Lockerungen in die Wege zu leiten muss man zum jetzigen Zeitpunkt wagen. Es wird am ganzen Volk liegen wie verantwortungsvoll es damit umgehen wird, ob dies dann gut geht oder man wieder gezwungen wird die Einschränkungen wieder zu erhöhen. Dieses Virus ist halt sehr gefährlich für Risikopatienten. Angst ist der schlechteste Berater, weil Beeinträchtigung des Immunsystems. Leider schwer zu vermeiden. Versuchen können wir es ja trotzdem.

  • Claude @B. am 16.04.2020 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann kukkt mol seng Aaen dei schwetzen och en eendeiteg Sprooch.

  • Kurt Beck am 16.04.2020 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube nicht. ????

  • DerRechner am 16.04.2020 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir packen das mit höheren Steuern...

  • Skeptitius am 16.04.2020 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wann d Masken tatsächlech entgeint deem wat firun puer Wochen gesoot gouf eppes dengen, firwat kennen dann keng Grossveranstaltungen stattfannen wann d Leit all Masken unhätten? Ok, ech gin zou daat do mengen ech net eescht, awer et fällt dach op dass eis Regierung sech emmer rem selwer widdersprecht. Daat dréit fir mech net zur Glaawwierdegkeet bai. (Wann eng néi Studienlaag néi Erkenntnisser brengt sinn ech d'Accord wann een sain Virgoen ännert. Hei gesait et awer oft no purer Willkür aus)