Sauer-Fluss verschmutzt

01. Oktober 2014 16:24; Akt: 01.10.2014 17:28 Print

Pestizid-​​Unfall könnte teuer zu stehen kommen

LUXEMBURG – Die Verschmutzung der Sauer war am Mittwoch Thema im Parlament. Der Parteichef von Déi Gréng packt die Bauern unterdessen an der Ähre.

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Laut Umweltstaatssekretär Gira wird «die Substanz bei der Ausbreitung im Stausee verdünnt». (Bild: Editpress)

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Der Pestizid-Unfall in der Sauer mit anschließender Verschmutzung des größten Trinkwasserspeichers in Luxemburg, dem Obersauer Stausee, bleibt weiterhin im Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Am Mittwoch wurde das Thema in der zuständigen Parlamentskommission debattiert. Wie bereits bekannt, hat der Trinkwasserversorger Sebes die Überwachung verstärkt und entnimmt nun täglich Wasserproben, um sicherzugehen, dass das Trinkwasser auch weiterhin sauber bleibt. Allein diese Maßnahmen kosten jeden Tag 4.000 Euro. Nachdem die aktuelle Situation bereinigt ist, könnte die Rechnung auf bis zu 100.000 Euro anwachsen.

Mittlerweile ist klar, dass das bei dem Unfall in Belgien ausgetretene Pflanzenschutzmittel auf einer Rapsanbaufläche von 3000 Hektar zum Einsatz hätte kommen sollen. Insgesamt sind 6000 Liter des Pestizids in einen Nebenarm der Sauer in Witry (Weeltrich) und danach in den Stausee gelangt. «Die Substanz verdünnt sich im Zuge der Ausbreitung im Stausee», beruhigt nun Umweltstaatssekretär Camille Gira (Déi Gréng). Bis die Gefahr endgültig gebannt ist, will die von der Regierung eingesetzte Task Force aber weiterhin wachsam bleiben. Die Frage ist auch, wie ein solcher Unfall in Zukunft vermieden werden kann.

Neue Einsatztruppe?

Der stellvertretende Präsident der Parlamentskommission, Max Hahn (DP), schlägt den Einsatz von permanent verfügbaren Experten für Pflanzenschutzmittel und andere Chemikalien vor, die die Feuerwehren bei Einsätzen unterstützen könnten: «Man kann von einem Feuerwehrmann schließlich nicht verlangen, dass er sich auskennt wie ein Chemiker. Wenn ein Experte vor Ort gewesen wäre, hätte man vielleicht verhindern können, dass die belgischen Feuerwehrhelfer das Pestizid mit Wasser verdünnen und es so in den Stausee gelangt wäre».

Für Justin Turpel (Déi Lénk) hat dieser Unfall bewiesen, «dass wir ein grundlegendes Problem im Umgang mit Pestiziden und solchen Krisenfällen haben». Obwohl eine Bestandsaufnahme für die Mengen der verwendeten Pestizide und Herbizide noch aussteht, drängt der Abgeordnete darauf, dass die Planungsarbeiten für Naturschutzgebiete schneller voranschreiten müssen. Auch grenzüberschreitende Gebiete müssten hier erfasst werden. Nach Turpels Schätzung bräuchte das Großherzogtum 80 solcher Zonen, «während bisher nur drei in Erarbeitung sind und vom Staatsrat gebilligt wurden».

(Patrick Théry/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gauthier am 02.10.2014 04:49 Report Diesen Beitrag melden

    wann d'pestiziden sech am stausee an denen eneschten schichten vum stau ophalen dann laafen mer gefohr dass se sech am sclamm afsetzen.--wann dat doen firun engem joer geschitt wär dann hätt en können eppes vun de grengen heieren.mä lo sin mer jo an der regierung(maulkoerf)

Die neusten Leser-Kommentare

  • gauthier am 02.10.2014 04:49 Report Diesen Beitrag melden

    wann d'pestiziden sech am stausee an denen eneschten schichten vum stau ophalen dann laafen mer gefohr dass se sech am sclamm afsetzen.--wann dat doen firun engem joer geschitt wär dann hätt en können eppes vun de grengen heieren.mä lo sin mer jo an der regierung(maulkoerf)