In Luxemburg

20. Dezember 2018 07:51; Akt: 21.12.2018 11:03 Print

Petition fordert Verbot von Kapselkaffee

LUXEMBURG – Umweltfreunde wollen Kaffee in Aluminium-Kapseln gesetzlich verbieten lassen. Der größte Hersteller bemüht sich um eine 100-prozentige Recycling-Quote.

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Vielen umweltbewussten Bürgern sind Kaffeekapseln aus Aluminium ein Dorn im Auge. Wer die kleinen Behälter benutzt, produziert augenscheinlich mehr Müll als Kaffeeliebhaber, die einen Vollautomaten besitzen, Pads benutzen oder Filterkaffee trinken. Ein Umweltfreund hat deshalb in der Chamber eine Petition (Nummer 1151) eingereicht. Sein Ziel: Der Verkauf von Kaffeekapseln soll in Luxemburg verboten werden.

Aber wie viel Müll entsteht durch die Aluminiumkapseln wirklich? Das Umweltministerium gibt eine eindeutige Antwort. «Bei der letzten Analyse des Restmülls der Haushalte im Jahr 2013 ist errechnet worden, dass Kaffeekapseln ein Problem darstellen. Hochgerechnet sind 2013 insgesamt 570 Tonnen Kaffeekapseln beziehungsweise 40,8 Millionen Kaffeekapseln über die Mülltonne entsorgt worden», erklärt Olaf Münichsdorfer, Sprecher des Ministeriums im Gespräch mit L'essentiel. Im Rahmen der Umsetzung der neuen EU-Abfallrichtlinien würden derzeit Wege geprüft, wie «diesem Problemmüll begegnet werden kann».

Per Gesetz keine Verpackung

Der Marktführer im Bereich der Kaffeekapseln in Luxemburg ist die Firma Nespresso. Alleine im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen hierzulande Millionen der vorportionierten Büchsen. Nach Nespresso-Angaben sind die Kapseln vollständig recyclebar. «Sowohl das Kaffeepulver, als auch die Kapseln selbst können dem Recycling zugeführt werden. Wir verfügen über eine auf die Kapseln zugeschnittene Recycling-Anlage in den Niederlanden. Dort werden die Kaffeereste zu Biogas vergoren und später in Kompost umgewandelt. Das Aluminium kann für verschiedene Zwecke wiederverwendet werden. Für Fahrräder, Dosen aber auch für neue Kaffeekapseln», erklärt Suzanne Decock von Nespresso Benelux.

In Belgien und dem Großherzogtum verfügt das Unternehmen laut eigenen Angaben über «eine 100-prozentige Recyclingkapazität». Heißt: Nespresso ist theoretisch dazu in der Lage, alle verkauften Kapseln über das Werk in den Niederlanden zu recyclen. Tätsächlich landen, laut Haenen, 29 Prozent der in Luxemburg verkauften Kapseln auch dort. «Wir sind natürlich bestrebt, diesen Prozentsatz zu erhöhen. Deshalb ermutigen wir die Verbraucher aktiv durch Informationskampagnen, ihre Kapseln zurückzubringen (siehe Infobox)», erklärt Decock.

Petition ab Donnerstag online

Wer die Kapseln stattdessen über den blauen Sack entsorgt, tut der Umwelt auch keinen Gefallen, wie Claude Turping von der luxemburgischen Recycling-Organisation Valorlux erklärt: «Wir sind zuständig für Verpackungen. Die Kapseln bestehen aber zum Großteil aus Kompostmaterial. Sie werden per Gesetz nicht als Verpackung angesehen. Deshalb gehören sie auch nicht in den blauen Sack. Anders als bei Getränkedosen gibt es in Luxemburg keine Vorschrift, die vorsieht, dass Kaffeekapseln recyclet werden. Das ist schon kurios.» Turping betont, dass die Kapseln aber auch nicht auf den Komposthaufen gehören.

Umweltbewussten Verbrauchern bleibt also nur der Gang zu den Rücknahmestellen. Wer die Kapseln bei einem anderen Anbieter kauft und Wert auf Recycling legt, sollte sich also über die Möglichkeiten der Rückgabe informieren. Die entsprechende Petition wurde am Montag von der Kommission für zulässig erklärt und kann ab dem heutigen Donnerstag von den Bürgern unterzeichnet werden (hier geht's zur Seite).

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kaffistuut am 20.12.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Roude Leiw Kaffi huet Kapselen dei 100% biologesch oofbaubar sin!

  • Alternativ am 20.12.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Anscheinend soll et der och well gin déi Biologesch Oofbaubar sin.

  • 60% Recycling am 20.12.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    De Kaffi 10% mei bellich verkafen, wann Kapselen zreckkommen. Dann geet Recyclingquote rop. Awer ner virdrun nach mei deier machen fir dann 10% können ze gin, soss sin Clienten fort.

Die neusten Leser-Kommentare

  • 60% Recycling am 20.12.2018 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    De Kaffi 10% mei bellich verkafen, wann Kapselen zreckkommen. Dann geet Recyclingquote rop. Awer ner virdrun nach mei deier machen fir dann 10% können ze gin, soss sin Clienten fort.

  • and_schar am 20.12.2018 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benotzen nemmen meng senseo oder dei mat den Bounen wou fresch gemuelen gin

  • jimbo am 20.12.2018 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach zreckbrengen, Victorinox mecht Schuelen vir Schwäitzermesseren draus.

  • Saupreis am 20.12.2018 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird auch endlich Zeit. Ich finde sowieso, das diese "Kaffees" total besch....n schmecken. Am besten sind die selbst gebrühten. Bei mir kommen keine Kapseln oder Pads in Frage

    • Frau Holle am 21.12.2018 18:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Saupreis Ich bin ganz Ihrer Meinung.Mein Kaffee kommt aus einem Espressokrug mit gemahlenem Kaffee,nach Lust so stark wie ich ihn will

    einklappen einklappen
  • Alternativ am 20.12.2018 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Anscheinend soll et der och well gin déi Biologesch Oofbaubar sin.