In Düdelingen

06. September 2018 13:07; Akt: 06.09.2018 15:46 Print

Pflegestation hat bald mehr Platz für kranke Tiere

DÜDELINGEN – Die «Fleegestatioun fir wëll Deieren» nimmt immer mehr kranke und verletzt Tiere auf. Der rasante Anstieg an «Patienten» macht jetzt einen Ausbau nötig.

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Schuld war wohl die Hitzewelle – und die erhöhte Aufmerksamkeit von Spaziergängern, Wanderern und Tierfreunden. 2500 kranke, geschwächte oder verletzte Tiere musste die Pflegestation für Wildtiere in Düdelingen bis August diesen Jahres aufnehmen und hochpäppeln. Soviel wie im ganzen Jahr 2017. Die Betreiber rechnen mit 3000 Tieren bis Ende diesen Jahres.

Nicht nur das macht den Schritt nötig, die Anlage für 4,2 Millionen Euro auszubauen. Insgesamt 1,25 Millionen Euro werden von Seiten des Umweltministeriums beigesteuert. Drei Millionen bringt die Fleegestatioun selbst auf, davon erhält sie immerhin 500.000 Euro durch eine Erbschaft. Drei Jahre soll der Ausbau auf das benachbarte Grundstück dauern und in vier Phasen unterteilt werden, während denen die Fleegestatioun permanent in Betrieb bleiben soll. Ziel ist es, in Zukunft mehr Tiere aufnehmen, behandeln und erfolgreich wieder auswildern zu können.

Mehr Platz, weniger Stress

Erst im April beschlossen das Umwelt- und das Innenministerium, die Rettungsdienste des Landes miteinzubeziehen. Seitdem können Bürger des Großherzogtums Tiere in Not an speziell eingerichteten Containern bei den Feuerwehren Junglinster, Clerf und Niederfeulen abgeben. «So konnte bereits etwas Luft geschaffen werden», sagt Roby Biwer, Präsident vom Verein natur&ëmwelt. Aber mehr Platz in der Anlage selbst bedeute in Zukunft auch eine bessere, auf den modernsten Stand gebrachte Versorgung von Tieren: «Ein verletzter Vogel muss seine Muskulatur und seine Flugfähigkeit wieder ausbilden – und dafür benötigt er vor allem Platz, um hin und her fliegen zu können.»

Der Platz in der jetzigen Pflegestation, die immerhin schon zwei Jahrzehnte alt ist, ist nicht ausreichend. Zumal sich durch die Enge noch ganz andere Probleme ergeben. Seit drei Jahren arbeite man daran, die Frage nach dem Grundstück zu lösen. Ein benachbarter Landwirt wollte sein passendes Stück Land nur gegen einen Tausch hergeben, diesen könne man nun realisieren. Im Oktober wird das Projekt dem Düdelinger Gemeinderat vorgelegt.

Getrennte Bereiche für kleine und große Vögel

Raf Stassen, seit einem Jahr Direktor der Pflegestation, die Teil des Vereins ist, muss verschiedenste Tiere beherbergen, darunter zu 80 Prozent kleinere Vögel und Greifvögel. Aber auch Rehe, Füchse, Wildschweine – und sogar ins Land gebrachte Waschbären, die nicht wieder in die heimische Natur entlassen werden dürfen, da sie viel Schaden anrichten können. Sie werden an verschiedene Tierparks vermittelt. Mit mehr Raum könnten größere Volieren für die Vögel gebaut werden, aber auch verschiedene Tierarten weiter voneinander entfernt gehalten werden. Zum Beispiel, Raubvögel und kleinere Vögel, die oft zur Beute der ersten gehören, ständiger Sichtkontakt sei für beide unnötiger Stress.

«Mit dem Ausbau bringen wir die Pflegestation auf den Stand, der in anderen Ländern schon Standard ist», sagt Umweltministerin Carole Dieschbourg beim Rundgang durch die Anlage. Man dürfe nicht vergessen, sagt Dieschbourg, dass auch nachfolgende Generationen uns an unseren jetzigen Entscheidungen und Taten für die Umwelt messen werden. Darunter sei die neue Anlage natürlich nur ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger.

(Stefanie Braun/L'essentiel)

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