Luxemburgisch im Rampenlicht

29. Dezember 2017 12:28; Akt: 30.12.2017 10:49 Print

«Piratenenglisch – aber kein Luxemburgisch»

LUXEMBURG - Die britische Tageszeitung «The Guardian» hat dem Luxemburgischen einen besonderen Platz eingeräumt und die Sprachsituation unter die Lupe genommen.

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Die luxemburgische Sprache erlebt im Großherzogtum einen Aufschwung. International findet sie jedoch wenig Beachtung. (Bild: Editpress)

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Im Großherzogtum erlebt die luxemburgische Sprache seit einiger Zeit eine Renaissance. Zu diesem Schluss kommt die britische Journalistin Jennifer Rankin, die dem «Lëtzebuergesch» mit einem ausführlichen Artikel in der Tageszeitung The Guardian einen besonderen Platz einräumt. Sie beleuchtet darin nicht nur die Eigenheiten einer «kurios klingenden Sprache», sondern geht auch näher auf die aktuellen Diskussionen in Luxemburg ein.

Um ihrer englischsprachigen Leserschaft ein Gefühl für die Sprache zu geben, packt Rankin einige amüsante Beispiele aus. «Villmools merci. Dës Quetschentaart ass wonnerbar, mä nach ee Béier an ech kippen ëm», lautet einer ihrer Mustersätze. Ein Zitat von Premierminister Xavier Bettel taucht ebenfalls auf: «D’Englänner hätte gär alles an de Rescht och nach dobäi. Virdru ware se dran, mat villen Opt-outen. Elo wëlle se eraus, mat villen Opt-Inen. Mir sinn dach hei net op Facebook, wou et e Status ‹et ass komplizéiert› gëtt.» Ihr letztes Beispiel zeigt, wie es im Vergleich zu anderen Sprachen um das Luxemburgische bestellt ist: «Ech kann net gleewen, dass ee säi Facebook Account op Piratenenglesch astelle kann, mä net op Lëtzebuergesch.»

Luxemburgisch bei Ausländern immer beliebter

Seit dem Jahr 2010, so stellt die Journalistin fest, findet sich Luxemburgisch auf dem Unesco-Atlas der gefährdeten Sprachen wieder. Allerdings sei die Sprache, die «traditionell nur in den eigenen vier Wänden gesprochen wird», wieder auf dem Vormarsch. Rankin untermauert diese These mit der steigenden Zahl von Ausländern, die Luxemburgisch lernen wollen, dem Aktionsplan der Regierung, der darauf abzielt, die Sprache weiter zu fördern, und der Petition Nr. 698, die das Luxemburgische zur ersten Amtssprache machen will.

Auch wenn Luc Schmitz in dem Artikel die Meinung vertritt, dass «man in Luxemburg auch gut durchkommt, ohne die Sprache zu beherrschen», erfreut sich der der Lehrer am Nationalen Spracheninstitut einer größer werdenden Schülerschaft. Im Jahr 2016/17 seien laut Angaben des Kultusministeriums 6500 Erwachsene in Luxemburgisch-Kursen eingeschrieben gewesen – doppelt so viele wie vor zehn Jahren.

Esperanto, aber kein Luxemburgisch

Guy Arendt, Staatssekretär im Ministerium für Kultur, glaubt nicht nur deshalb, dass die Sprache so schnell von der Bildfläche verschwinden wird: «Seit es E-Mails, SMS und die Sozialen Netzwerke gibt, wird Luxemburgisch in seiner geschriebenen Form so viel benutzt wird, wie nie zuvor.» Auch die Übersetzerin Sandra Schmit glaubt, dass die Sprache wieder im Aufwind ist: «Als ich ein Kind war, haben Ausländer kaum Luxemburgisch gelernt, weil sie dachten, dass Französisch reicht. Heute ist das anders. Sie sehen die Sprache als Teil der Integration.»

Tatsächlich ist Facebook nicht der einzige Internet-Gigant, der sich wenig um das Luxemburgische kümmert: Twitter ist in 34 Sprachen verfügbar, darunter auch die Plansprache Esperanto. Eine Benutzermaske auf Luxemburgisch sucht der Nutzer allerdings vergeblich.

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter Klag am 30.12.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Erwähnung von Esperanto. Esperanto ist im Aufschwung. In den letzten 3 Jahren haben sich bei den kostenfreien Esperantokursen von duolingo und lernu 1,4 Millionen angemeldet, das ist wesentlich mehr als in den 100 Jahren davor.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Klag am 30.12.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Erwähnung von Esperanto. Esperanto ist im Aufschwung. In den letzten 3 Jahren haben sich bei den kostenfreien Esperantokursen von duolingo und lernu 1,4 Millionen angemeldet, das ist wesentlich mehr als in den 100 Jahren davor.