Nach Verfolgungsjagd

17. April 2018 15:06; Akt: 25.04.2018 11:41 Print

Polizistin nach Unfall weiterhin in Lebensgefahr

WEISWAMPACH – In der Nacht zum Samstag kam ein Beamter der Police Grand-Ducale bei der Verfolgung eines Flüchtigen ums Leben. Nun wurden neue Details zu dem Unglück bekannt.

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Der schwere Unfall, bei dem zwei Einsatzwagen der Luxemburger Polizei ineinandergekracht sind, geht vielen Menschen im Großherzogtum nahe. Nicht nur der Tod des Beamten, der noch an der Unfallstelle starb, sondern auch das Schicksal seiner Beifahrerin berührt viele. Wie der Präsident der Polizeigewerkschaft Pascal Ricquier gegenüber L'essentiel bestätigt, schwebt die Mutter von zwei kleinen Kindern auch drei Tage nach den Unfall noch in Lebensgefahr. Ihr Zustand sei weiter kritisch, sie liege im Koma.

Zusammen mit ihrem Kollegen nimmt sie am Samstag gegen zwei Uhr die Verfolgung eines Flüchtigen auf, der zunächst auf die Verkehrskontrolle zufährt, dann aber seinen blauen Audi wendet, um sich dieser zu entziehen. Nach einger Zeit brechen die beiden Beamten die Verfolgung jedoch ab und wenden in Lausdorn auf der Straße. In diesem Moment werden sie von einem weiteren Polizeiauto, einem Kleinbus, mit voller Wucht erfasst. Das ergibt sich aus dem neuesten Ermittlungsstand.

War der Fluchtfahrer alleine im Auto?

Einen ersten Verdächtigen macht die Polizei schnell aus. Bereits im Laufe des Samstags wird ein Mann, der in der Nähe wohnt und ein ähnliches Auto fährt, an seinem Arbeitsplatz in einem Supermarkt festgenommen. Einige Stunden später ist jedoch klar, dass er unschuldig ist. Kameraaufzeichnungen einer Tankstelle im Weiswampach entlasten ihn, sein Auto ist nicht das gesuchte. «So etwas kann bei Fahndungen dieser Art passieren», sagt Ricquier.

Am Abend die zweite Festnahme. Der Fahrer eines blauen Audi A5 Sportback gesteht vor dem Untersuchungsrichter, dass er der Fluchtfahrer sei. Dem 37 Jahre alten Unternehmensleiter aus dem Norden des Landes wird nun fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. «Der Mann hat gestanden, mit seinem Wagen die Flucht ergriffen zu haben, da er sich bewusst war, übermäßig Alkohol konsumiert zu haben», schreibt die Staatsanwaltschaft. Nur weil er sich der Kontrolle entzogen habe, sei es überhaupt zu dem tödlichen Unfall gekommen. Dem Fluchtfahrer drohen nun bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Wie Luxemburger Medien am Dienstag berichten, stellt der Anwalt des Beschuldigten diesen Kausal-Zusammenhang zwischen der Flucht seines Mandanten und dem Unfall in Frage. Sein Mandant, der sich seitdem in psychischer Betreuung befinde, sei sich aber seiner moralischen Schuld bewusst. Ihm tue der Unfall unendlich leid. Doch daraus lasse sich keine rechtliche Schuld ableiten.

Bildstrecke: Luxemburger Polizist während Verfolgung getötet

(sw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kreckelneckel am 17.04.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Also et ass net z'entschellegen dat den Fuerer vum Audi mat zevill Alcohol am Blutt duerch d'Géigend fiert, awer deen extremen Bashing ass och net OK. Den eigentlechen Fehler duerch deen den Accident geschitt ass, huet den Polizist gemeet deen d'Camionette gefuer ass. Et ass een trageschen Accident, mä engem Polizist dierft sou een Fuerfehler och net geschéien.

  • john am 17.04.2018 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    do lo bewiesen as dass den polizei selwer schold drun war , hun ech lo mol eng fro . Ged den schellegen Polizist dann och esou gestroft wei eiser een ??

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  • Email am 17.04.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ech fannen et och net dem Mann seng Schold. Et ass wei wann een de Gotti geing fir de schellegen haalen wann et schneit an een den Auto fiert geing baigoën a laien blaiwen

Die neusten Leser-Kommentare

  • john am 17.04.2018 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    do lo bewiesen as dass den polizei selwer schold drun war , hun ech lo mol eng fro . Ged den schellegen Polizist dann och esou gestroft wei eiser een ??

    • Kreckelneckel am 18.04.2018 07:14 Report Diesen Beitrag melden

      Am Prinzip misst jo hei d'Inspection Générale de la Police eng Enquète machen, well eigentlech een Polizist deen aneren ofgeschoss huet. Mä ech gleewen net drun dat dat geschitt. Wuel gemierkt, ech kennen béid Parteien an et ass schlëmm fir béid Familljen, mä Gerecht wier et nëmmen wann den Chauffeur deen den Fuerfehler gemeet huet hei zur Rechenschaft gezunn gëtt. Natiirlech sollt deen deen geflücht ass och seng Strof kreien well en alkoholiséiert gefuer ass, mä net wéinst dem Accident.

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  • Paolo am 17.04.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    een den ze schnell fiert an gesoff huet, gehéiert puer Joer an den Prisong. Leider sinn eis Gesetzer aus politeschen Grënn esou lax

  • Fluppi am 17.04.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau sou as et... Dir hudd alles gesot waat gesoot muss gin????????

  • ginoal am 17.04.2018 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dei polizisten do hun hieren schüller gewissen wei een et net soll machen

  • Terraluna am 17.04.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Et as schrecklech, dramatech an och traurech wat do geschid as! Meng Meenung as awer, dass dat net mei an net manner wei een deitlechen Arbechtsakzident as. All Joer stierwen Bauarbechter op den Chantieen hei am Land. Ereicht virun kuerzem goufen et 2 Doudeger wou Arbechter vun den Steen gefall sin. Hun dei Leit net den selwechten Respekt an Undeelnahm verdingt wei en Polizist. Doriwert heiert en awer just en kuerzen Bericht an den Medien.... An den sozialen Medien? Naicht.....! Dest as eng Unreegung vir Nozedenken