Unglück in Remerschen

04. Juli 2018 11:49; Akt: 04.07.2018 12:06 Print

«Puto G war ein ruhiger Typ, der bei allen gut ankam»

LUXEMBURG – Der Musiker Puto G ist am Samstag am Baggersee in Remerschen tragisch verunglückt. Kevin aus Rodingen erinnert sich an seinen verstorbenen Kumpel.

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«Ich hoffe, dass er da oben in Frieden ruht, mit 27 zu sterben, ist zu jung», sagt Kevin Michaux. José Carlos Cardoso alias Puto G war am Samstagnachmittag am Baggersee in Remerschen schwimmen gegangen. Leider kam es dort zu einem tödlichen Unglück. «Wir waren oft dort. Ich war diesmal nicht dabei und weiß immer noch nicht, was passiert sein könnte. Er konnte eher gut schwimmen», erzählt Kevin, der immer noch unter Schock steht.

Der junge Mann aus Rodingen lernte Puto G vor etwa vier Jahren kennen, nachdem der aus Kap Verde stammende Rapper gerade nach Athus, Belgien, gezogen war. «Er sehnte sich nach einem besseren Leben, er hatte eine schwierige Jugend in Lissabon.» Die beiden Musikliebhaber haben sich sofort angefreundet. «Ein gemeinsamer Freund stellte uns vor. Wir haben viel Zeit damit verbracht, Songs im Studio aufzunehmen und Videos zu drehen», so Kevin.

Ein Posthum-Album wird folgen

Als er nach Luxemburg kam, war Puto G in seinem Heimatland bereits bekannt. Es dauerte nicht lang, bis er «die ganze kapverdische Gemeinschaft kennenlernte. Er verbrachte seine Zeit in Esch/Alzette, Rodingen und in der Hauptstadt», sagt Kevin, der «einen großzügigen, ruhigen Typ, der bei allen gut ankam» in Erinnerung behält.

Kevin erinnert sich an all die Momente, in denen Puto G über sein eigenes Leiden nachdachte. «Mit ihm konnte man auch über ernste Sachen reden», sagt er. Am liebsten sprach er über Musik, seine Familie, seinen dreijährigen Sohn und seine Kindheit in den Vierteln von Lissabon. «Er gehörte nicht zu den Rappern, die quatschen», betont Kevin. Dies bestätigt Tony aus der Escher Band Bossmen mit seinem Blick: «Er hatte viel Talent, Texte und einen richtigen Flow. Er sagte wahrheitsgemäße Dinge.»

Am Mittwochabend, um 20 Uhr, versammeln sich alle seine Freunde vor der Brill-Schule in Esch/Alzette. Danach findet ein weißer Marsch zum Gedenken an den Rapper statt. Kevin will den Traum von Puto G verwirklichen, indem er das Album veröffentlicht, auf dem sie eine gemeinsame Arbeit geleistet haben. «Damit können wir Geld an seine Familie in Portugal schicken. Hier hatte er nur uns», sagt er.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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