Windpark Weiler

23. Mai 2019 11:48; Akt: 23.05.2019 13:40 Print

Windrad wird wegen totem Rotmilan abgestellt

WEILER – Am Mittwoch ist ein Rotmilan im Windpark Weiler tot aufgefunden worden. Das Umweltministerium hat die sofortige Abschaltung der Anlage veranlasst.

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Wieder ist ein Rotmilan von einer Windkraftanlage getötet worden. (Bild: Natur&Ëmwelt)

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Nach dem Mäusebussard gilt der Rotmilan als die Greifvogelart, die, bedingt durch besonders ausdauernde Flüge, am häufigsten an Windkraftanlagen zu Tode kommt. So jüngst geschehen in Luxemburg. Wie die Naturschutzorganisation Natur&Ëmwelt berichtet, sind «zum wiederholten Male die Überreste eines Rotmilans am Fuße einer Windkraftanlage des Windparks Weiler gefunden worden». Spaziergänger hatten die Mitarbeiter von Natur&Ëmwelt am Mittwoch informiert, nachdem sie den toten Vogel etwa zehn Meter von der Windkraftanlage entfernt auf dem Boden entdeckt haben.

«Durch die eindeutigen Verletzungen des Tieres sowie die geringe Distanz zum Windrad ist anzunehmen, dass das Tier von den Rotorblättern durchtrennt wurde», heißt es in einer Pressemitteilung. Auch im vergangenen Jahr seien dort Überreste eines Rotmilans gefunden worden.

Der Rotmilan ist eine der wichtigsten Brutvogelarten Mitteleuropas. Etwa 15.000 Brutpaare, was 70 Prozent des weltweiten Rotmilan-Bestandes entspricht, brüten hier. «Deshalb haben Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art in Europa», so Natur&Ëmwelt weiter.

Anlage bis auf Weiteres abgeschaltet

«Es handelt sich bei dem gefundenen Tier höchstwahrscheinlich um ein Elternteil einer nahegelegenen Brut. Dem verwitweten Milan wird es alleine kaum gelingen, seine Jungvögel durchzufüttern, sodass es nicht bei einem toten Milan bleiben wird. Da sich unweit des Fundortes im Windpark Weiler ein Rotmilan Brutpaar angesiedelt hat, sind auch diese Tiere, solange die Anlage dreht, gefährdet.»

Das Umweltministerium hat unterdessen bei der Centrale ornithologique einen detaillierten Bericht zur Aufklärung des Vorfalls angefordert und die Natur- und Forstverwaltung beauftragt, Ermittlungen aufzunehmen. Der Betrieb der Anlage unterliege strikten Auflagen, beispielsweise müsse dafür gesorgt werden, die Rotmilane von den Rotoren wegzulocken. Zudem müssten die Anlagen bei Mäh- und Bodenarbeiten unter den Windkraftanlagen, die diese Vögel aufgrund des Nahrungsangebots anziehen, ausgeschaltet werden.

Der Betreiber hat bis auf Weiteres die gesamte Anlage heruntergefahren, heißt es in einer Stellungnahme des Ministeriums.

(fj/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 23.05.2019 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Souvill zum Thema Ökostrom.... Dann awer vläit den Atomstrom förderen? Deen ass CO2 neutral.... Oder ginn mer rem Kuelen schäffelen.... Bei allem ginn et numol Nodeeler....

    einklappen einklappen
  • Nëckel am 23.05.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hätten mir nëmmen an de 70er Joeren d'Atomkraaftwierk zu Remerschen gebaut ... dann géif ët och ké Cattenom gin an mir hätten genuch Stroum a bräichten der Spargelen keng opzeriichten.

  • Lance am 24.05.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Vogelart wird häufiger an Windenergieanlagen getötet als der Rotmilan. Aufgrund seiner Verbreitung hat Deutschland, das Land der Energiewende, eine besonders hohe Verantwortung für den Rotmilan – aus diesem Grund werden regelmäßig Konflikte zwischen der Windenergie und dem Artenschutz ausgefochten! et as net nemmen een VULL.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lance am 24.05.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Vogelart wird häufiger an Windenergieanlagen getötet als der Rotmilan. Aufgrund seiner Verbreitung hat Deutschland, das Land der Energiewende, eine besonders hohe Verantwortung für den Rotmilan – aus diesem Grund werden regelmäßig Konflikte zwischen der Windenergie und dem Artenschutz ausgefochten! et as net nemmen een VULL.

  • wei Konsequent am 24.05.2019 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Majo, wat zielen ons dei Gréng dann als nächst iwwert den Ökostroum als Alternativ?? Just komesch dat bei all den Deieren, dei ob eisen Stroossen iwwerfuer ginn, den Trafic net och agestallt gett.

  • Anne am 24.05.2019 06:38 Report Diesen Beitrag melden

    ohje. Dei Deierelobby ass ze stark. Elo steet dei mukti millounen € Anlag well een Full doud ass. Eigentlech ass dat jo ok mee mir Menschen passen manner op eis op wei op esou Fullen

  • Nëckel am 23.05.2019 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hätten mir nëmmen an de 70er Joeren d'Atomkraaftwierk zu Remerschen gebaut ... dann géif ët och ké Cattenom gin an mir hätten genuch Stroum a bräichten der Spargelen keng opzeriichten.

  • Pia am 23.05.2019 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schued :(