Gewerkschaften sauer

08. Oktober 2019 11:50; Akt: 08.10.2019 12:50 Print

RTL will 94 Stellen in Luxemburg abbauen

LUXEMBURG – Die Mediengruppe RTL will trotz Rekordgewinns und staatlicher Förderung massiv Arbeitsplätze an ihrem Hauptsitz einsparen. Sehr zum Ärger von OGBL und LCGB.

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Die Gewerkschaften sind besorgt: Wird die RTL-Gruppe ihren Sitz in Luxemburg halten können? (Bild: Editpress/Didier Sylvestre)

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Bei RTL steigen die Spannungen zwischen Management und Gewerkschaften. Der OGBL und der LCGB haben am Dienstag einen kritischen Brief veröffentlicht, nachdem die RTL-Mediengruppe einen massiven Stellenabbau am Hauptsitz in Luxemburg angekündigt hatte. Am vergangenen Mittwoch hatte der Verwaltungsrat beschlossen, 94 der 112 Arbeitsplätze im Großherzogtum im Rahmen eines Restrukturierungsplans abzubauen. Die Gewerkschaften verurteilen diese Entscheidung, «wo doch die RTL Gruppe gerade einen Rekordgewinn von mehr als 400 Millionen Euro für das erste Quartal 2019 angekündigt hat».

Besonders um das Bestehenbleiben des Konzerns in Luxemburg sei man besorgt, die Verankerung wurde im März 2017 durch eine Vereinbarung zwischen dem Staat, der RTL-Gruppe, CLT-UFA und dem deutschen Medienimperium Bertelsmann (zu 75 Prozent Anteilseigner) bekräftigt. OGBL und LCGB befürchten, dass die RTL-Gruppe in Luxemburg zu einer «Briefkasten»-Einrichtung wird, während der Staat «jährlich bis zu 10 Millionen Euro an öffentlichen Geldern für die Fernsehprogramme von RTL bezahlt». Gegenüber L'essentiel erklärte die RTL-Gruppe, dass der Hauptsitz im Großherzogtum bestehen bleibe.

Umstrukturierungen statt Entlassungen

RTL bestätigte den Abbau von 94 Arbeitsplätzen in Luxemburg, betonte aber, dass «es sich nicht um 94 Entlassungen handelt». Geplant seien Umstrukturierungen, insbesondere in den Büros im deutschen Köln. Für diejenigen Mitarbeiter, die eine derartige Umstrukturierung ablehnten, könnte «ein Sozialplan aufgestellt werden», so ein Sprecher der Gruppe weiter und teilte zudem mit, dass man bei den betroffenen Mitarbeitern «so schnell wie möglich Klarheit schaffen» wolle.

Mit den Verhandlungen werde in der kommenden Woche begonnen. Die Gewerkschaften fordern indes die «Einstellung der Umstrukturierungsmaßnahmen» und die «Erhaltung der Arbeitsplätze in Luxemburg». Das Ministerium für Medien hat sich noch nicht zu dem Thema geäußert.

(jg/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 09.10.2019 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    1. Es werden keine Stellen abgebaut sondern verlegt, in der heutigen Arbeitswelt muss man eben mobil sein, dass muss man auch in Luxemburger langsam anfangen zu verstehen, 2. RTL ist schon lange kein Luxemburger Sender mehr, auch wenn das die Luxemburger gerne hätten, sondern ein multinationaler Sender der auch ein Programm für Luxembourg bietet und das ist eine sehr kleine Sparte, 3. wenn Arbeitskraft in Luxembourg nicht so teuer wäre, müsste man Arbeitsplätze nicht verlegen.

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  • irgendeen am 08.10.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firma raus geheien aus Letzebuerg an Europa weit kloen wann den L net aus dem Numm raus geholl gett

  • Miramar am 08.10.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    D'Aktionnären wellen mei Geld duerfir mussen Aarbechtsplaatzen oofgeschafft gin. An esou engem Fall wei hei RTL do miss de Staat sech draleen an deenen eng Kloer Usoh machen daten se keng Emstruktureirung maachen soss giff alles vum Staat iwerholl gin. well RTL bedeit Radio Télé Luxembourg an net anescht. Soulang eise Pappa Staad sech esou eppes gefaale leisst hällt dat net op brauch een nemmen Arcelor Mittal ze kuken de Mittal mecht och waat en wellt an et as keen do deen him seet weini dei Mescht en Enn huet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mephisto am 10.10.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Beim ehemaligen Bibelverkäufer Bertelsmann ist es vorbei mit der christlichen Nächstenliebe. Da zählt nur Boni.

  • Kölle Allaf am 09.10.2019 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer denkt an die Familien und Kinder ? Müssen die jetzt deutsch lernen ?

  • Saupreis am 09.10.2019 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    1. Es werden keine Stellen abgebaut sondern verlegt, in der heutigen Arbeitswelt muss man eben mobil sein, dass muss man auch in Luxemburger langsam anfangen zu verstehen, 2. RTL ist schon lange kein Luxemburger Sender mehr, auch wenn das die Luxemburger gerne hätten, sondern ein multinationaler Sender der auch ein Programm für Luxembourg bietet und das ist eine sehr kleine Sparte, 3. wenn Arbeitskraft in Luxembourg nicht so teuer wäre, müsste man Arbeitsplätze nicht verlegen.

    • @ Saupreis am 10.10.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Bin mal gespannt was Sie sagen wenn Ihr Arbeitsstätte morgen z.B. nach Frankfurt verlegt wird ?

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  • irgendeen am 08.10.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firma raus geheien aus Letzebuerg an Europa weit kloen wann den L net aus dem Numm raus geholl gett

  • Tweety am 08.10.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    RTL-ab sofort RFKölle OK...