Ausraster

14. September 2018 14:02; Akt: 14.09.2018 20:11 Print

«Scheiße noch mal!» – Asselborn wütet

LUXEMBURG – Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sagte es überdeutlich: Bei einem Treffen der EU-Minister in Wien platzte ihm der Kragen.

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Matteo Salvini, Innenminister von Italien, und Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg bei einem Treffen der Justiz- und Innenminister der EU im Juli. Im September ging es nicht mehr so friedlich zu. (Bild: DPA/Barbara Gindl)

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Er stand auf, donnerte sein Headset auf den Tisch und rief zum Abschluss noch «Merde alors» in den Raum: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn ist bei einem EU-Afrika-Treffen in Wien regelrecht die Hutschnur geplatzt. Grund dafür war eine Aussage seines italienischen Kollegen Matteo Salvini, der ohnehin gerade nicht gut auf Luxemburg zu sprechen sein dürfte. Besonders auf Luxemburgs Banken. Bei denen sollen nämlich einige Millionen Parteigeld liegen, die sein Vorgänger Umberto Bossi erschwindelt haben soll (L'essentiel berichtete).

Die Frechheit bezog sich aber keinesfalls auf diese Millionen – sondern auf unterschiedliche Ansichten in der Migrationspolitik. Asselborn sprach sich, angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung Europas für die Migration aus. Salvini, Parteivorstand der rechtspopulistischen Lega Nord, sah das natürlich anders. Er arbeite lieber dafür, «dass die italienischen und europäischen Jugendlichen mehr Kinder in die Welt setzen, weil ich keine neuen Sklaven will». Und wenn das alleine nicht schon genug gewesen wäre, setzte er noch einen drauf: «Wenn ihr in Luxemburg neue Migration braucht – in Italien helfe ich lieber den Italienern, dass sie wieder Kinder machen.»

«Italien kann nicht für seine Kinder sorgen»

Daraufhin unterbrach ihn Asselborn mit dem Argument, dass in den vergangenen Jahren auch zahlreiche italienische Migranten nach Luxemburg gekommen seien, weil man in Italien «nicht für die Kinder sorgen konnte». Dann stand Asselborn auf, verließ den Raum mit seinen deutlichen letzten Worten und kam auch zum abschließenden Gemeinschaftsfoto nicht zurück. Später verbreitete Salvini einen Mitschnitt des Wortgefechtes auf seinem Facebook-Account.

Der Streit ist mehr als eine persönliche Meinungsverschiedenheit, sondern spiegelt wider, wie unterschiedlich die Migration in verschiedenen EU-Ländern angegangen wird. Salvini klagte laut einem Bericht verschiedener Medien zudem über mangelnde Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten, so seien «Drittstaaten» auf seine Hilfegesuche wegen eines Flüchtlingsschiffs eingegangen, vom angefunkten Malta habe er nicht mal eine Antwort erhalten.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daweb am 16.09.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lëtzebuerg soll och mol no sengen puer Lëtzebuerger kucken statt dass déi « auswanderen » mussen fir nach eng Immobilie sech kennen ze leeschten. Nee mer machen d’Ärm op fir die aaner musse jo gudd do stoen. Wat ower mat de Lëtzebuerger gestitt ass egal

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  • Saupreis am 16.09.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso erlauben sich Politiker, die jahrzehntelang zugeschaut haben, wie den Leuten, die heute (meistens illegal) kommen, ihre Menschenwürde und Rechte genommen wurde, einfach bestehende Gesetze auszuhebeln, und auf die Leute die auf Einhaltung der Gesetze bestehen weil sie keinen Multikulti wollen, einfach zu beleidigen oder zu denunzieren? Herr Asselborn, es ist leicht die Menschen zu beleidigen, wenn man auf deren Steuergelder lebt, eine Dienstwohnung und Dienstauto besitzt, und obendrein auch noch Bodyguards hat, die einen rund um die Uhr beschützen. Die normale Bevölkerungsschicht hat sowas nicht, weil Leute wie sie nicht willens sind, für genügend Wohnraum zu sorgen, oder illegale, kriminelle Flüchtlinge wieder auszuweisen.

  • Giovanni Lousembi am 14.09.2018 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr geehrter Herr Asselborn, die italienischen Gastarbeiter haben viel Schweiss gelassen um das Geld zu verdienen und haben nicht die hohle Hand gemacht, entschuldigen sie sich wenigstens.

Die neusten Leser-Kommentare

  • och eng Wourecht am 17.09.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Griechenland und Italien haben diesher die grösste Last getragen. Macron wirft nun Italien Unmenschlichkeit vor, nimmt aber selbst keine Flüchtlinge auf, Spanien ist jetzt selbst am Limit. Anstelle dummer Vorwürfe sollte Asselborn ausnahmsweise mal Lösungen vorbringen welche funktionieren.

  • rüdi am 16.09.2018 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Herr Asselborn. Endlich mal jemand der Klartext spricht gegen die unsäglichen rechtspopulistischen Machenschaften einer immer größer werdenden zerstörenden und entzweienden

    • No Comment am 17.09.2018 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      Die Aktion von Asselborn war alles andere als Cool. In vielen Punkten muss ich Salvini Recht geben.

    • zum Thema Klartext am 17.09.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      Zumal mit dem Vorschlag Italiens 1000 Migranten nach Luxemburg zu schicken. Allerdings da war auch Asselborn still.

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  • Saupreis am 16.09.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso erlauben sich Politiker, die jahrzehntelang zugeschaut haben, wie den Leuten, die heute (meistens illegal) kommen, ihre Menschenwürde und Rechte genommen wurde, einfach bestehende Gesetze auszuhebeln, und auf die Leute die auf Einhaltung der Gesetze bestehen weil sie keinen Multikulti wollen, einfach zu beleidigen oder zu denunzieren? Herr Asselborn, es ist leicht die Menschen zu beleidigen, wenn man auf deren Steuergelder lebt, eine Dienstwohnung und Dienstauto besitzt, und obendrein auch noch Bodyguards hat, die einen rund um die Uhr beschützen. Die normale Bevölkerungsschicht hat sowas nicht, weil Leute wie sie nicht willens sind, für genügend Wohnraum zu sorgen, oder illegale, kriminelle Flüchtlinge wieder auszuweisen.

  • mp1987 am 16.09.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super herr asselborn, gouf zeit daat een mol den riets populisten d‘Meenung seet.

    • Pronto Salvatore am 17.09.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Mei domm geet et net. Wie soen se schlimmer gehts immer. Die Aktion vom Herrn Asselborn ist unter alle Kanonen.

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  • Daweb am 16.09.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lëtzebuerg soll och mol no sengen puer Lëtzebuerger kucken statt dass déi « auswanderen » mussen fir nach eng Immobilie sech kennen ze leeschten. Nee mer machen d’Ärm op fir die aaner musse jo gudd do stoen. Wat ower mat de Lëtzebuerger gestitt ass egal

    • @Daweb am 17.09.2018 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Genee sou as et

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