Grossherzog Jean

04. Mai 2019 16:11; Akt: 04.05.2019 19:39 Print

«Seine erste große Liebe war die Heimat»

LUXEMBURG – Die Beerdigung von Großherzog Jean fand am Samstagmorgen in der Kathedrale von Luxemburg statt. Eine letzte religiöse Würdigung wurde ihm zuteil.

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Die Überreste des Großherzogs Jean befinden sich nun im Gewölbe der großherzoglichen Familie, in der Krypta der Kathedrale unserer lieben Frau in Luxemburg-Stadt. Eine letzte religiöse Ehre wurde ihm am Samstagmorgen in einer bis auf den letzten Stuhl gefüllten Kathedrale mit rund 1.400 Menschen zuteil, die gekommen waren, um sich vom ehemaligen Staatsoberhaupt zu verabschieden. Darunter war nicht nur die gesamte großherzogliche Familie und die Regierung, sondern auch Abgeordnete und Vertreter der englischen, skandinavischen, spanischen, jordanischen und marokkanischen Königshäuser. Und natürlich einige hundert Bürger, die Plätze für die Trauermesse hatten.

Diese fanden sich schon früh am Morgen in der Kathedrale ein, in Erwartung der offiziellen Gäste auf Staatsebene und um eine gute Sicht auf die Fernsehbildschirme zu haben, die an einigen Stellen im Gotteshaus installiert waren. Emotional wurde es, als der Sarg von Großherzog Jean den Palast verließ, gefolgt von Sohn Großherzog Henri und Familie sowie einem Militärfahrzeug. Dann war es so weit und der Trauerzug erreichte die Kathedrale. Die Glocken läuteten und bildeten einen musikalische Begleitung für den Zug. Das Abfeuern von 21 Kanonenschüssen war der Höhepunkt.

Die Großherzogin hielt die Hand ihres Mannes

Der Sarg nahm seinen Weg hinauf zum Altar, immer gefolgt vom Großherzog Henri, der bei diesen Abschied von seinem Vater sichtlich bewegt war. «Unser Großherzog Jean war ein Mann von diskreter Nächstenliebe. Seine erste große Liebe war die Heimat», sagte Erzbischof Jean-Claude Hollerich in seiner Homilie. «Großherzog Jean liebte Luxemburg, und die Luxemburger liebten den Großherzog. Diese Liebe und dieses Verantwortungsbewusstsein hatten ihre Wurzeln in der Familie. Wir, die Luxemburger, verbeugen uns vor diesem Familienvater. Seine Frau Josephine-Charlotte hat ihm fünf Kinder geschenkt.» Fünf seiner Enkelkinder (darunter der Großherzog Guillaume, Erbe) hielten während der Messe Reden mit Botschaften über Liebe, Solidarität und Großzügigkeit.

«Er war ein Mann, der das Leben und die Natur liebte. Wir werden seine Fröhlichkeit vermissen. Er hat uns gezeigt, dass das Leben trotz aller Unglücke schön ist», sagte Bischof Hollerich. Großherzog Henri zeigte sich sichtlich getroffen von dem Unglück, seinen Vater verloren zu haben. Seine Frau, Großherzogin Maria Teresa, hielt die ganze Zeit über seine Hand. Nach der Messe, begleitet von liturgischen Gesängen und Klängen von Dudelsäcken der irischen Garde, mit denen Jean während des Zweiten Weltkriegs kämpfte, wurde der verstorbene Großherzog in die Krypta gebracht, wo er nun neben seiner Frau Josephine-Charlotte und seiner Mutter, Großherzogin Charlotte, ruht. Die Krypta ist am Sonntag, Montag und Dienstag, 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr, für die Öffentlichkeit zugänglich.

Den Tag können Sie in unserem Liveticker nachlesen.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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