Gewalt in Luxemburg

06. September 2021 07:59; Akt: 06.09.2021 09:16 Print

«Sie haben den Hund mehrmals auf ihn gehetzt»

LUXEMBURG-STADT – Die Auseinandersetzung zwischen einem Mann und den Sicherheitsleuten der Firma G4S schlägt hohe Wellen. Eine Kellnerin hat die Szene beobachtet.

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Die Polizei wurde am Samstagabend zu dem Vorfall in der Nähe des hauptstädtischen Bahnhofs gerufen. (Bild: Screenshot Facebook)

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Eine Kellnerin in der Avenue de la Gare verfolgte am Samstag den Vorfall um die vier Sicherheitskräfte der Firma G4S und den betrunkenen Mann hautnah. «Von beiden Seiten hagelte es Beleidigungen. Dann wurde mein Kunde von den Sicherheitsmännern zu Boden geschlagen», sagt sie. Danach sei alles ganz schnell gegangen. «Die vier Wachleute und ihr Hund, der keinen Maulkorb hatte, stürzten sich auf ihn und schlugen auf ihn ein. Sein Bein war durch die Bisse des Hundes offen, es hat stark geblutet. Es war schockierend», erzählt die Frau.

Sie entschied sich, die Polizei zu rufen. «Ich konnte es nicht länger mit ansehen. Sie hetzten den Hund mehrmals auf ihn. Das hatte nichts mehr mit ihrer Arbeit zu tun», sagt die Kellnerin. Die Polizei sei etwa zehn Minuten später eingetroffen. «Das war erleichternd. Sie haben Erste Hilfe geleistet, den Krankenwagen gerufen und die Aussagen der Zeugen und der Beteiligten aufgenommen.

« Maulkorb hat sich in der Hitze des Gefechts gelöst »

Laurent Jossart, Geschäftsführer von G4S Luxemburg, spricht von einer «legitimen Verteidigung» seiner Mitarbeiter. Aufgrund der Auseinandersetzung hätte G4S eine Anzeige erstattet. Laut Jossart seien die vier Männer zuerst angegriffen worden: «Als einer von ihnen durch die Attacke zu Boden stürzte, hat er die Leine des Hundes verloren. In der Hitze des Gefechts hat sich dann der Maulkorb gelöst.» Seine Mitarbeiter seien für solche Situationen geschult, es sei ihre Aufgabe, Eskalationen zu vermeiden.

Die Luxemburger Bürgermeisterin, Lydie Polfer, ist von den Bildern schockiert. Sie hatte im vergangenen Frühjahr das Sicherheitsunternehmen G4S für einen sechsmonatigen Einsatz in drei Stadtteilen, darunter auch dem Bahnhofsviertel, verpflichtet und nahm nun Kontakt mit den Verantwortlichen des Unternehmens auf.

« Keine Drohungen und schon gar keine Schusswaffe »

«Sie bestätigten, dass einer ihrer Mitarbeiter bei der Schlägerei verletzt wurde», so die Bürgermeisterin. Der Mann, der durch die Bisse verletzt wurde, sei polizeibekannt. Er habe auch im Krankenhaus noch randaliert und sei anschließend in die Ausnüchterungszelle gebracht worden. Die Sicherheitsmänner seien mit einem Stuhl und dann auch mit einer Schusswaffe bedroht worden, so Polfer.

Die Kellnerin sieht das ganz anders: «Es gab keine Drohungen und schon gar keine Schusswaffe.» Marc Goergen, Abgeordneter der Piratenpartei, wies darauf hin, dass «ein privates Unternehmen kein Recht hat, einen Hund als Waffe einzusetzen». Am Sonntag hab er einen Brief an das Parlament geschickt, um mehr darüber zu erfahren, und eine Einladung zu einem Treffen mit den Ministern für Innere Sicherheit, Henri Kox, und für Justiz, Sam Tanson, sowie mit den Polizeidienststellen verschickt. Dies sei höher und dringlicher als eine parlamentarische Anfrage.

(Jean-François Colin/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ech64 am 06.09.2021 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    wann den mann neischt gemacht hätt wieren security leit net ob hien obmierksam ginn,an esou onschelleg kann en och net sin well en jo och nach an der klinik randaleiert huet, an zudems der police och schon bekannt

  • Knouter am 06.09.2021 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Maulkorb löst sich nicht einfach so ... wenn er ordnungsgemäss befestigt wurde

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  • Karel am 06.09.2021 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mat dem wat sech iwwerall op der Gare ronderem dreiwt brauch een sech net wonneren…Am Spidol nach randaleiert.Ma dat as jo en ganz dichtegen. Dei Kellnerin do,schwätzt natirlech fir hiren Client,well den hier vill Geld eranbrengt. Do misst allgemeng mol vill mei streng duerchgegraff gin. Traut een sech geschwen mol am Dag net mei duerch Strossen op der Gare ze goen..Et geht net em dei puer Junkien dei hei lungeren,mee dei ganz Drogendealer. Iwwerall laueren lusch Gestalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Co Pol am 07.09.2021 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Das Verhalten des Hundes hat in keiner Weise etwas mit dem Ablauf der Eskalation zu tun, egal wie der betrunkene Mann sich verhalten hat. Ein Hundeführer muss in jeder Lage Mesiter seines Hundes sein, auf das Kommando " AUS" muss der Hund loslassen, das wird in der Ausbildung so trainiert, alles andere ist verantwortungslos und lebensgefährlich. Was wäre wenn der Hund den Mann nicht am Bein sondern am Hals gebissen hätte, in diesen Fall wäre dann womöglich ein Toter zu beklagen. Es fehlt hier an Ordnungskräften, dass ein zusätzlicher Wachdienst im Einsatz ist kann man nur gutheissen.

    • krank Tàter-Opfer gebraddels am 07.09.2021 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      waat wier dat daan en groussen Verloscht wann en drogendealer manner ob der Welt wier? Der sidd anscheinend selwer Client fir esou eppes ze bedaueren.

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  • E Garer am 07.09.2021 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Robert B, waat bedait „och emol“ an ärem Saaatz….? Ech wunnen op der Gare an ech kann iech soen et ass net schéin. „Och emol“ kann och 1 mol all 365 Deeg sinn… Mä ech wënschen iech „och emol“ Junkie‘n am Sass oder Keller sëtzen ze hun da kuckt der „och emol“ eng Kéier e bessi méi nuancéiert ….

  • Etna am 06.09.2021 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    belgische malinois ass natur waffe bravo -gut gemacht .

  • Yes am 06.09.2021 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ Robert B. ? Haben die noch Platz in London für dich ?

  • Was soll das? am 06.09.2021 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wirtin sieht das ganz anders. Klar, war wohl auch ihr Stammkunde....