Asylanträge

12. Juli 2019 18:42; Akt: 12.07.2019 18:46 Print

«Sie ist gegangen und weiß nicht wohin»

LUXEMBURG – Außenminister Jean Asselborn erklärte am Freitag, warum das Großherzogtum zwei asylsuchenden Frauen den internationalen Schutz verweigert.

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Die beiden Frauen mussten in ihren jeweiligen Heimatländern durch die Hölle gehen.

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Die Geschichte handelt von zwei «Überlebenden», wie sie vom luxemburgischen Hilfsverein Passerell genannt werden. Die eine Frau kommt aus Somalia und wurde im Alter von 13 Jahren vergewaltigt. Als sie danach von ihrem Ehemann verstoßen wurde, drohte man ihr mit Steinigung. Die zweite Frau kommt aus Eritrea und wurde in ihrem Heimatland gefoltert und vergewaltigt.

Beide Frauen kamen im Rahmen der Migrationswelle nach Luxemburg. Sie werden jedoch nicht vom Großherzogtum aufgenommen, da Luxemburg sich «nicht bereit erklärt, diese beide Frauen und ihre Kinder zu schützen», erklärt Passerell .

«Die Schweiz wird sie und ihre Tochter in ihr Land ausweisen»

Beide Frauen wurden bereits in der Schweiz abgewiesen. Die Somalierin hatte zuvor Schutz in Italien erhalten – einem Land, in dem sie «auf der Straße lebte». Aus Angst, diese Hölle nochmal durchmachen zu müssen, habe die junge Frau mit ihrem Kind nun entschieden, Luxemburg zu verlassen, «ohne zu wissen, wohin sie gehen soll».

Die Eritreerin hingegen wurde über ihre Übersiedlung in die Schweiz informiert. Laut Passerell sollen sie und ihre Tochter von dort aus in ihr Heimatland ausgewiesen werden. Der Verband verurteilt «die endlose Brutalität, die diese Menschen auf ihrer Reise durchmachen müssen» und fordert deshalb Luxemburg dazu auf, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

«Die italienischen Behörden haben Garantien gegeben»

Am Freitag äußerte sich Außenminister Jean Asselborn über beide Fälle. Laut des Ministeriums wurde der Antrag der Somalierin als «unzulässig» eingestuft, da Italien die Frau bereits offiziell als Flüchtling anerkannt habe.

«Die italienischen Behörden haben die notwendigen Garantien für die Bereitstellung einer angemessenen Wohnung bei ihrer Ankunft gegeben», versichert das Ministerium und erklärt, dass «die Gewährung von internationalem Schutz dem Begünstigten nicht automatisch das Recht verleiht, sich in einem anderen Mitgliedstaat niederzulassen».

Eritreer an der Spitze der Asylanträge

Mit einem ähnlichen Argument erklärte der Minister, warum der Eritreerin dieser Schutz verweigert wurde. Mit anderen Worten: Luxemburg schließt sich der Meinung der Schweiz an. In diesem Fall und im Rahmen des Grundsatzes des gegenseitigen Vertrauens sei Luxemburg der Ansicht, dass die Schweizer Behörden ihre Aufgaben mit der gebotenen Sorgfalt erfüllt haben und dass es den luxemburgischen Behörden nicht zustehe, ihre Entscheidung in Frage zu stellen, so das Ministerium.

«Kein EU-Staat organisiert Zwangsrückführungen nach Eritrea», so Asselborn. Seit dem Beginn der Flüchtlingswelle stellen die Eritreer in Luxemburg die meisten Asylbewerber. Nach den letzten Zahlen kamen von den insgesamt 56 Asylbewerber im Mai 2019 25 aus Eritrea. Das ostafrikanische Land gehört zu den Ländern, in denen die Menschenrechte am wenigsten eingehalten werden.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric am 14.07.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Jo weider eseou meng Kanner liewen elo an D an NZ well se zu Letzebuerg keng Wunneng fond hun dei ze bezuelen war. Bravo Elteren an Staat hun masseg Geld ausgin fier hier Ausbildung an elo schaffen se an Neuseeland an Daitschland an Gare ass foller Kappdicher dei nemen Kanner machen.

  • ag am 13.07.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann eem net emmer ausname machen,soss as een net mei gleefwürdeg.obschon mir dei fraaen leed dinn.

  • svendorca am 12.07.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    würde man mit den Schein-Migranten so umgehen, hätte man auch vielleicht viel weniger Kriminalität im Land...diese Menschen standen bestimmt nicht am Meeresstrand und haben mit Dollars gewunken um mitgenommen zu werden..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eric am 14.07.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Jo weider eseou meng Kanner liewen elo an D an NZ well se zu Letzebuerg keng Wunneng fond hun dei ze bezuelen war. Bravo Elteren an Staat hun masseg Geld ausgin fier hier Ausbildung an elo schaffen se an Neuseeland an Daitschland an Gare ass foller Kappdicher dei nemen Kanner machen.

  • Gerard am 14.07.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    mir kennen jo awer net jiereen bei eis obhuellen, Letzebuerg huet sein Deel schonn laang erfellt.

  • Léon am 13.07.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    C’est la preuve que se Gouvernement n’a aucun contrôle et cette équipe là doit protéger la population.Je préfère me protéger tout seul.

  • ag am 13.07.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kann eem net emmer ausname machen,soss as een net mei gleefwürdeg.obschon mir dei fraaen leed dinn.

  • svendorca am 12.07.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    würde man mit den Schein-Migranten so umgehen, hätte man auch vielleicht viel weniger Kriminalität im Land...diese Menschen standen bestimmt nicht am Meeresstrand und haben mit Dollars gewunken um mitgenommen zu werden..