Route d'Arlon

24. Juni 2019 10:09; Akt: 24.06.2019 11:18 Print

Radfahrer wollen nicht ihr «Leben riskieren»

STRASSEN – Am Montagmorgen, nur einen Katzensprung von der Hauptstadt entfernt, haben Radfahrer zu einem Fahrrad-Flashmob aufgerufen.

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Sie wollen nicht ihr «Leben auf dem Weg nach Arlon riskieren»: Radfahrer aus der Gemeinde Strassen haben am Montagmorgen eine Protestaktion organisiert, um die, wie sie sagen, »Fahrradjagd» zu beenden und eine Verbesserung der «miserablen» Infrastruktur zu fordern. Etwa dreißig Aktivisten beteiligten sich an dem Fahrrad-Flashmob.

Streitpunkt ist die Rue des Romains, parallel zur Route d'Arlon. Ein Streckenabschnitt von ein paar Dutzend Metern ist einseitig und nur in Richtung Strassen-Bartringen befahrbar. Um in Richtung Hauptstadt zu gelangen, muss man vom Fahrrad steigen – und laufen. «Das ist viel zu gefährlich», sagt Nathalie Meier von der Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ (LVI), die die Protestaktion unterstützt.

Dem Berufsverkehr «schutzlos ausgeliefert»

Friderike Hoehler ist die regelmäßig auf der Strecke unterwegs. Sie ergänzt: «Wir sollen auf die Busspur ausweichen, unfassbar. Der Umweg über die Route d'Arlon ist gefährlich, wir sind dem Berufsverkehr schutzlos ausgesetzt, der dort zu Stoßzeiten herrscht.»

Auf besagter Strecke ist es in jüngster Vergangenheit zu Bußgeldbescheiden gekommen, weil einige Radfahrer aus Bartringen kommend ein kurzes Stück Einbahnstraße «falsch herum» befuhren, um knapp 200 Meter weiter wieder auf der als nationalem Radweg ausgewiesenen Strecke zu fahren. Fällig wurden bis zu 74 Euro für diejenigen, die auf dem Bürgersteig fuhren, 145 Euro für Radfahrer, die in entgegengesetzter Richtung fuhren.

Während andernorts solche Engpässe dadurch entschärft werden, dass den Radfahrern erlaubt wird, die Einbahnstraße in entgegengesetzter Richtung zu befahren, würden sich die Verantwortlichen bislang weigern, eine solche Lösung in Betracht zu ziehen – obwohl die Situation schon seit über zehn Jahren kritisiert werde.

Vom Strassener Rathaus aus befuhren die Teilnehmer den betreffenden Abschnitt eine Stunde lang, hin und her, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die jüngste Maßnahme der Gemeinde wird als unzureichend angesehen. «Erst vor drei Wochen sagte uns der Bürgermeister, dass die Rue des Romains eine Einbahnstraße bleiben soll», seufzt Nathalie Meier. Die Gemeinde hatte beschlossen, die Straße einer Testphase auszusetzen. «Am 1. August soll es losgehen. Das ist ein kleiner Erfolg für uns, sicher, aber warum sollen wir so lange warten?»

Von L'essentiel kontaktiert, hielt sich die Gemeinde Strassen eher bedeckt: «Wir haben alles getan, um die Situation zu verbessern», sagte Bürgermeister Gaston Greiveldinger (LSAP).

«Bis jetzt haben wir immer das Interesse derjenigen berücksichtigt, die den Bus nehmen und weiter fahren müssen», so Greiveldinger. «Nach der Testphase werden wir sehen, wie gefährlich das Ganze ist. Der Sicherheitsaspekt steht für mich an erster Stelle. Der Abschnitt mit den Autos in eine Richtung und Radfahrern in beide Richtungen ist eng. Das Fahrrad 180 oder 190 Meter schieben zu müssen, sollte doch wohl kein Problem sein.»

Am Dienstag und Mittwoch soll die Protestaktion jeweils ab 7.30 Uhr fortgesetzt werden.

(jw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit am 25.06.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richteg sou cam!

  • jean am 24.06.2019 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    M Greiveldinger! Sie verteidigen NUR die Interessen der Autofahrer und spielen nun lediglich die Nutzer der sanften Mobilität (Fahrrad, Bus) gegeneinander aus. Für den motorisierten Verkehr stehen ZWEI Spuren (Fahrbahn und Parkstreifen) zur Verfügung. Muss das sein?

    einklappen einklappen
  • Kenny am 24.06.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dann breicht police o net mat 10Mann do Kontrollen ze machen, wann nemmen 3 mam Velo do fueren..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pit am 25.06.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richteg sou mr crabs!

  • Pit am 25.06.2019 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richteg sou cam!

  • Mr Crabs am 24.06.2019 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum bleiben Fahrradfahrer bei rot nicht stehen ,fahren einfach weiter oder benutzen den Bürgersteig?Vorfahrten werden auch nicht respektiert.man fährt wie es einem passt.wenn alles scheissegal ist, braucht man auch keine Fahrradwege.

  • Kenny am 24.06.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dann breicht police o net mat 10Mann do Kontrollen ze machen, wann nemmen 3 mam Velo do fueren..

  • Cam am 24.06.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wéinst dräi Hobbyschlecken déi ze liddereg sinn fir 180 Meter zu Fouss ze goen an hiere Velo ze drécken esou een Opstand. Egal wat.