Blutmond über Luxemburg

25. September 2015 14:40; Akt: 25.09.2015 14:49 Print

So einen krassen Mond sehen wir nur alle 30 Jahre

LUXEMBURG – Blutmond, Supermond, Mondfinsternis: Am Montag prangt ein astronomisches Großereignis am Firmament. Ein Luxemburger Experte erklärt, was sich am Himmel abspielt.

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Woran erkennt man einen leidenschaftlichen Astronomen? Geht es nach Nic Feierstein von den Astronomes Amateurs du Luxembourg (AAL), dann ist das vor allem eine Schniefnase. «Nachts ist es immer kalt und feucht», sagt Feierstein. «Und wenn sie stundenlang mit ihren Teleskopen draußen sitzen, sind die meisten Astronomen danach erkältet.»

Feierstein (76) ist begeisterter Hobby-Astronom und der Vorsitzende der AAL. Sein Steckenpferd: Er besucht die Schulen im Großherzogtum und erklärt dem Nachwuchs die Grundlagen des Sternenhimmels. In seinen 26 Jahren als Hobby-Sterngucker hat er schon einige astronomische Großereignisse bezeugen können: «1997 stand der Komet Hale-Bopp am Himmel, ein wahnsinnig schöner Anblick – dafür braucht man nicht einmal ein Teleskop», erinnert er sich. Und auch für die ringförmige Sonnenfinsternis, für die er 2005 nach Spanien reiste, brauchte er kein Fernglas.

Roter Mond über Luxemburg

Das wird auch beim kommenden Himmelsevent nicht nötig sein. Denn in der Nacht vom 27. auf den 28. September können die Menschen in der westlichen Hemisphäre mit bloßem Auge einen unheimlichen «Blutmond» beobachten – eine totale Mondfinsternis, bei der der Himmelskörper rot erscheint. Und nicht nur das: Zusätzlich zu der Eklipse gibt es auch noch einen «Supermond».

«Der Mond dreht sich in einer Ellipse um die Erde herum. Während eines Supermonds ist der Abstand zu uns besonders klein», erklärt Nic Feierstein. Um bis zu 14 Prozent größer erscheint der Himmelskörper dann. Ein seltenes Phänomen – aber dazu noch eine Mondfinsternis? Das gab es zuletzt im Jahr 1982.

Spektakel mit Licht

Aber warum erscheint der Mond blutrot? «Bei einer Mondfinsternis fliegt der Trabant durch den Schatten der Erde», erklärt Feierstein. Dennoch wird Sonnenlicht in der Erdatmosphäre gebrochen. «Das rote Licht wird zum Mond abgelenkt, das blaue in den Weltraum. Deshalb erscheint er bei einer totalen Mondfinsternis rot-braun.» Übrigens: Je mehr die Erdatmosphäre verschmutzt ist, desto brauner erscheint der Mond. Wäre sie ganz klar, sähe der Mond purpur-rot aus.

«Um 2.10 Uhr taucht der Mond in den Erdschatten ein», erklärt Nic Feierstein. «Um 4.11 Uhr beginnt die totale Mondfnisternis. Die dauert 73 Minuten, bis 5.24 Uhr.» Gemeinsam mit seinen Vereinskameraden wird Feierstein dann in der AAL-Sternwarte im Dach der Deich-Schule Düdelingen sitzen und das Spektakel durch die Teleskope beobachten – wenn das Wetter den Himmelsfans nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Denn zum perfekten Astronomen-Glück braucht es eine ganz banale, irdische Zutat: einen wolkenlosen Himmel.

(Tobias Senzig/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • julie am 26.09.2015 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    C'est juste magnifique.

  • Schreiber Tom am 27.09.2015 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ass daat och an Ell ze gesinn?

  • Jean-Marie Sand am 26.09.2015 04:05 Report Diesen Beitrag melden

    Super - een ganz gudden Artikel :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schreiber Tom am 27.09.2015 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ass daat och an Ell ze gesinn?

  • julie am 26.09.2015 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    C'est juste magnifique.

  • Jean-Marie Sand am 26.09.2015 04:05 Report Diesen Beitrag melden

    Super - een ganz gudden Artikel :-)