Hochrechnung

30. November 2017 12:17; Akt: 01.12.2017 07:44 Print

So viele Muslime könnten 2050 in Luxemburg leben

LUXEMBURG – Demografen haben in drei Szenarien errechnet, wie sich die muslimische Bevölkerung in Europa entwickeln könnte.

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Auch wenn sich sich die Zahl der Muslime in Europa verdreifacht, wurde sie «deutlich unter der Zahl der Christen und religionslosen Menschen bleiben», so die Studie. (Bild: AFP/Benjamin Cremel)

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Der Anteil der Muslime an der Bevölkerung Europas wird einer Studie zufolge bis 2050 deutlich steigen – selbst wenn jegliche Zuwanderung komplett gestoppt würde. Der Anteil der Muslime werde von schätzungsweise 4,9 Prozent im Jahr 2016 auf zwischen 7,4 und 14 Prozent steigen, errechnete das Washingtoner Forschungsinstitut Pew Research Center. Deutschland könnte demnach zu dem europäischen Land mit der höchsten Zahl muslimischer Einwohner werden. Das Institut erstellte für seine in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichte Studie drei Szenarien: Bei einer «Null-Migration» würde der Anteil der Muslime in Europa von 4,9 auf 7,4 Prozent steigen, bei einem «mittleren» Szenario auf 11,2 Prozent und bei einem «hohen Migrationsszenario» auf 14 Prozent.

Unter Berücksichtigung der «besten verfügbaren Volkszählungs- und Umfragedaten» geht das Pew Research Center davon aus, dass Mitte 2016 in den 28 EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz insgesamt 25,8 Millionen Muslime lebten. Ohne das auf Muslime zurückgehende Bevölkerungswachstum würde die Bevölkerung Europas demnach schrumpfen: Der Stand von 520,8 Millionen Einwohnern in den 30 berücksichtigten Staaten würde im Falle einer «Null-Migration» auf 481,7 Millionen sinken, im «hohen Migrationsszenario» jedoch auf 538,6 Millionen steigen. Darunter wären dann mehr als 75 Millionen Muslime.

Die drei Szenarien

• Das Szenario der «Null-Migration» fußt auf der Annahme, dass «alle Formen der Einwanderung nach Europa sofort und endgültig» gestoppt würden. Auch in diesem Fall würde der Anteil der Muslime an der europäischen Bevölkerung wachsen, weil die bereits in Europa lebenden Muslime durchschnittlich 13 Jahre jünger sind als die anderen Bürger und weil die muslimischen Frauen im Schnitt etwa ein Kind mehr zur Welt bringen.

• Das mittlere Szenario beruht auf der Annahme, dass es keinen besonders starken Einwanderungsdruck mehr gibt, wie er in den Jahren 2014 bis 2016 Richtung Europa bestand. Vielmehr wird eine «reguläre» Migration angenommen, die aus Menschen ohne speziellem Asylgrund besteht. Dann würde sich der Anteil der Muslime von 4,9 auf 11,2 Prozent mehr als verdoppeln.

• Das «hohe Migrationsszenario» setzt voraus, dass die hohen Einwanderungszahlen aus den Jahren 2014 bis 2016 «auch zukünftig uneingeschränkt und in der gleichen religiösen Zusammensetzung» zusätzlich zum «üblichen jährlichen Fluss von regulären Migranten» fortgeschrieben werden. In diesem Fall könnten Muslime bis 2050 rund 14 Prozent der europäischen Bevölkerung ausmachen - und damit fast das Dreifache des heutigen Anteils.

Bis zu zehn Prozent Muslime in Luxemburg

Luxemburg ist heute eines der EU-Länder mit der kleinsten muslimischen Gemeinschaft der Welt: Das Pew Research Center schätzt, dass im Großherzogtum heute 20.000 Muslime leben (3,2 Prozent der Bevölkerung). 2010 waren in Luxemburg etwa 10.000 Muslime ansässig. Bei einem Szenario der Null-Einwanderung würde die Zahlen bis zum Jahr 2050 stabil bleiben. Nach einem zweiten Szenario (mittlere Zuwanderung) wären es 60.000 (6,7 Prozent der Bevölkerung) und nach einem dritten Szenario (hohe Zuwanderung) 90.000 (9,9 Prozent der Bevölkerung).

Im «hohen Migrationsszenario» würde Deutschland dann im Jahr 2050 in Europa die höchste Zahl von Muslimen aufweisen – und zwar knapp 17,5 Millionen. Gegenwärtig leben laut der Studie knapp fünf Millionen Muslime in Deutschland und stellen damit einen Bevölkerungsanteil von 6,1 Prozent. Der Anteil der Muslime in Deutschland dürfte laut der Studie je nach Szenario auf 8,7 bis zu fast 20 Prozent steigen. 2016 hatte Frankreich mit rund 5,7 Millionen Muslimen die höchste Zahl muslimischer Einwohner in Europa vor Deutschland und Großbritannien.

(L'essentiel/AFP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • remo raffaelli am 03.12.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Sinn mier Letzeburger nach hei Doheem? Des Politiker mussen all an d'Wüsten gescheckt an Cameilen dreiwen, an alldaag 5x den Koran bieden, emol kuken wei laang datt gét ! KARIN P.. houet Recht d'Religieounen mussen all op desem Planet ofgeschaafen gin !

  • samblu am 03.12.2017 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Frankeich hat mindestens 2 mal soviele Muslimen wie sie hier angeben. allein Marseille zaehlt 2 millionen.

  • Karin P.. am 01.12.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Religionen sollten abgeschafft werden... ALLE !!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • samblu am 03.12.2017 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Frankeich hat mindestens 2 mal soviele Muslimen wie sie hier angeben. allein Marseille zaehlt 2 millionen.

  • remo raffaelli am 03.12.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Sinn mier Letzeburger nach hei Doheem? Des Politiker mussen all an d'Wüsten gescheckt an Cameilen dreiwen, an alldaag 5x den Koran bieden, emol kuken wei laang datt gét ! KARIN P.. houet Recht d'Religieounen mussen all op desem Planet ofgeschaafen gin !

  • Darktimes am 01.12.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Virdrun schwappt de Biergerkrich aus den Nopeschlänner eriwwer... Frankräich soll jo schonn an 2 gedeelt ginn...

  • Karin P.. am 01.12.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Religionen sollten abgeschafft werden... ALLE !!!

    • NieMéiKommunismus am 01.12.2017 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Wat e Mumpitz ... Esou wéi de Stalin dat gemach huet ??? Hei zu Lëtzebuerg gëtt et nach vill der Lenks-extrem-Nostaligiker....

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