Luxemburg

24. Mai 2019 07:01; Akt: 24.05.2019 07:14 Print

«Sonst hätte ich mein Kind schon verloren»

CONTERN – Natacha* wohnt im Haus Norbert Ensch. Die Einrichtung hilft jungen Müttern, mit ihrer neuen Rolle zurecht zu kommen.

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Im Alter von 16 Jahren bekam Natacha (Name von der Redaktion geändert) ein Kind. Mutter wollte sie eigentlich nicht werden. Um ihre Tochter kümmerte sich zunächst nur Natachas Mutter. «Ich bin nur mit meinen Freunden ausgegangen. Dass ich ein Baby habe, habe ich immer wieder verdrängt.» Ihre Mutter warf sie und das Kind aus der Wohnung. «Ich sagte zu mir selbst: ‹Entweder du verstehst, dass du eine Mutter bist oder du lebst dein Teenagerleben›». Im November 2018, im Alter von 17 Jahren, kam Natacha ins Haus Norbert Ensch in Contern. «Ich war für die Mutterrolle absolut noch nicht bereit. Wäre ich nicht hierher gekommen, hätte ich meine Tochter verloren.»

Die junge Mutter ist nun Teil der Gruppe «Zoé» Gruppe, die sieben schwangere Minderjährige oder minderjährige Mütter unterstützt. Die zweite Gruppe, «Yua», besteht aus elf erwachsenen Müttern, die Schwierigkeiten mit ihrer Rolle haben. «Sie sind freiwillig gekommen, um eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Für die Minderjährigen ist es eine gerichtliche Auflage, weil sie eine potenzielle Gefahr für das Kind darstellen», erklärt Sandra Hauser, Leiterin der Aufnahmeeinrichtung. «In einigen Fällen haben die jungen Mütter in ihrer Familie Gewalt erlebt, sodass sie aus dem Umfeld herausgeholt werden müssen.»

«Wie eine Familie»

Minderjährige Mütter müssen weiterhin zur Schule gehen. «Um ihnen dabei zu helfen, kümmern sich die rund zehn Erzieherinnen im Zentrum während des Unterrichts um ihre Babys. Sie müssen lernen, mit ihren beiden Rollen als Schülerin und Mutter zu leben», sagt Hauser.

Die Bedürfnisse junger Mütter stehen im Mittelpunkt der Einrichtung. Die Mitarbeiter sorgen für alles, was für ihr Wohlbefinden und das ihrer Kinder notwendig ist. «Es ist, als wären wir eine Familie», erklärt Hauser. Sobald die minderjährigen Mütter die Volljährigkeit erreicht haben, können sie das Zentrum verlassen, werden aber weiterhin begleitet.«Manchmal schaffen es die Mütter danach nicht. 2018 mussten zwei Kinder in Luxemburg aus ihrer Obhut genommen werden.

(Marine Meunier/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kevin am 24.05.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    "Für die Minderjährigen ist es eine gerichtliche Auflage, weil sie eine potenzielle Gefahr für das Kind darstellen" wann ech daat schon rem liesen keint ech katzen!! Hei am Land sin D Riichteren eng Gefohr fir'd Kanner! an zwar eng gewaltech!! Jugendschutzgesetz by the way....

Die neusten Leser-Kommentare

  • kevin am 24.05.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    "Für die Minderjährigen ist es eine gerichtliche Auflage, weil sie eine potenzielle Gefahr für das Kind darstellen" wann ech daat schon rem liesen keint ech katzen!! Hei am Land sin D Riichteren eng Gefohr fir'd Kanner! an zwar eng gewaltech!! Jugendschutzgesetz by the way....