In Luxemburg

21. August 2019 10:57; Akt: 21.08.2019 11:41 Print

Staat arbeitet an einem einheitlichen Steuersatz

LUXEMBURG –Die Regierung arbeitet derzeit an der Einführung eines «neutralen» Steuersystems. Laut der Ministerin Corinne Cahen sollen Steuerklassen abgeschafft werden.

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Mit dieser Reform werden «alle gleichberechtigt besteuert werden, unabhängig davon, wie die Leute zusammenleben wollen», so Familienministerin Corinne Cahen, (Bild: Editpress)

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Während eine Petition, die die sofortige Anwendung der Steuerklasse 2 für Alleinerziehende fordert, zwischen dem 9. Juli und dem 20. August mehr als 2300 Unterschriften gesammelt hat, wird das Steuersystem im Großherzogtum gerade komplett neu gedacht. So wie im Koalitionsvertrag (2018-2023) vorgesehen.

Die Regierung plant, bis zum Ende des Mandats eine Individualbesteuerung in Verbindung mit einem einheitlichen Steuersatz einzuführen. Die erklärten Ziele: Verringerung der Steuerlast für Alleinstehende unter Berücksichtigung von unterhaltsberechtigten Kindern.

Außerdem soll ein Steuerklassenwechsel wegen einer geänderten familiären Situation (beispielsweise Ehe, Partnerschaft, Scheidung, Tod) zukünftig nicht mehr möglich (beziehungsweise nötig) sein. Witwen etwa werden derzeit nach dem Tod des Ehegatten nach drei Jahren von der günstigeren Steuerklasse 2 in die Steuerklasse 1a umklassiert.

Vorbei das Zuhausebleiben, statt arbeiten zu gehen

Eine Person in Luxemburg sei davon aktuell betroffen. «Jeder Einzelne wird steuerrechtlich gleich behandelt werden, egal mit wem er zusammenlebt. Steuerklassen wird es nicht mehr geben», so Corinne Cahen, DP-Familienministerin.

«Der Finanzminister (Anmerkung der Redaktion: Pierre Gramegna) arbeitet derzeit an dieser Reform», stellte Cahen klar. Wann die Reform in Kraft treten werde, sei noch nicht sicher.

Das neutrale Steuersystem zielt auch darauf ab, einem der Ehepartner keinen Anreiz mehr zu geben, zu Hause zu bleiben, statt arbeiten zu gehen. Das derzeitige Steuersystem begünstigt diese Praxis.

(Olivier Loyens/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robi Lux am 21.08.2019 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Heisst das jetzt, dass ein Ehepaar mit nur einem Gehalt jetzt höhere Steuern zahlen soll/muss? Es muss doch letzlich jede Familie selbst entscheiden können ob ein Partner zuhause bleibt und sich ein Gehalt teilt (Steuerklasse 2). Oder ist dies wieder ein weiterer Anstoss dass ja auch jeder arbeiten geht und die Kinder extern betreut werden? Wieso wird jetzt durch Steuern entschieden, wie die Leute zu leben haben? Kann mir mal jemand erklären ob durch die einheitliche Steuerklasse die Steuerlast für Paare mit einem Gehalt in Steuerklasse 2 erhöht wird?

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  • Wat soll daat? am 21.08.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Huet dann wirklech irgendéen geduecht dat elo d´Famillen wou d´Fra dohéem bleift fir no den Kanner ze kucken an den Stodt ze machen fair behandelt sollen ginn? An erem ginn d´Famillen bestroft fir hier Liewensplanung fir dat dei grouss Multinationaler nach manner Stéieren bezuelen wärten. An bei den nächsten Wahlen ass erem Alles vergiess.

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  • Michel am 21.08.2019 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt einen einheitlichen Steuersatz in einer einheitlichen Steuerklasse zu erarbeiten, ist es bedeutsamer die allgemeine Steuerlast bei unselbstständigen Einkommen zu verringern. Eine Reduzierung von 10 Prozentpunkten im Durchschnitt für die mittleren bis höheren Einkommen würde es Luxemburg erlauben auch in den nächsten Jahren noch wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gretchen01 am 21.08.2019 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man würde sich besser um vernünftige Arbeitszeitmodelle, geregelte Zeiterfassung und vernünftige Arbeitsbedingungen kümmern, das würde auch schon helfen, dass beide Partner arbeiten.

  • Edsi6@yahio.fr am 21.08.2019 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Den Minister soll mol suechen datt den Minister fongtionneiert den Büro 2 Gare geht neicht end weder ass den krank oder huet Congé Leit déi hier Steiererklärung eran ginn hunn greien keng Antwort datt schons 2 Joer et ass jo schlëmm datt sech den Stadt esou sech freihet hëlt an Leit mussen an 3 Méint hier eran ginn oder den leschten Tag vum Joer esou sinn Suen an der caisse wann ech Leit mat déck verspeitungen bezuelen vun Joeren

  • Marc. am 21.08.2019 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ich ahne böses.

  • Jos. am 21.08.2019 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fange an Angst vor dieser Regierung zu bekommen. Was nicht ins Weltbild passt, wird abgeschafft, verboten oder diskriminiert. Diskriminierung entsteht nicht nur wenn Gleiches ungleich behandelt wird, sondern auch wenn Ungleiches gleich behandelt wird. Die Freiheit bleibt auf der Stecke. Angesichts der Tatsache, dass kurz vor der Sommerpause eine Gesetzesvorlage mindestens 19 (!) "oppositions formelles" des Staatsrates kassierte, davon mehrere mit Hinweis auf die Menschenrechte, muss man sich fragen ob diese Politiker würdig sind, die Geschicke eines demokratischen Rechtsstaates zu leiten.

  • svendorca am 21.08.2019 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    die Versprechen von heute, sind die Steuern von morgen..es gibt keine Steuerreformen ohne dass sich die Staatskasse dabei füllt..