Dschihadist aus Luxemburg

31. Juli 2019 06:58; Akt: 31.07.2019 07:12 Print

Steve Duarte will wieder nach Luxemburg zurück

LUXEMBURG – Die Dschihadisten, die im syrischen Bürgerkrieg gekämpft haben, werden nach und nach verurteilt. Steve Duarte versucht, sich zu rechtfertigen.

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Monatelang gab es keine Neuigkeiten im Fall von Steve Duarte. Es wurde sogar vermutet, dass der Luxemburger durch die Bomben der internationalen Koalition gegen den Islamischen Staat (IS) gestorben ist. Bis er plötzlich wieder auftauchte. Wie immer, in einem Video. Seit November 2014 war der «32-jährige Luxemburger mit portugiesischer Herkunft», Steve Duarte, regelmäßig in den Schlagzeilen. Früher war Duarte in Luxemburg als Rapper unter dem Namen «Pollo» bekannt. Seither hatte er sich in Propagandavideos der terroristischen Organisation, die im Irak und in Syrien operierte, als «Abu Muhadjir Al Purtughali» einen Namen gemacht.

In einem neuen Video, das am 24. Juli 2019 vom Sender Rádio e Televisão de Portugal (RTP) ausgestrahlt wurde, äußerte der Dschihadist Steve Duarte erneut seinen Wunsch, nach «Luxemburg oder Frankreich» zurückzukehren. In einer Zeit, in der ehemalige IS-Mitglieder zum Tode verurteilt werden und die Uno Prozesse fordert, versucht Duarte, seine Taten herunterzuspielen. Er war in fünf Videos zu sehen, die die Hinrichtungen «Ungläubiger» zeigten.

«Ich wollte bereits vor drei Jahren nach Luxemburg zurückkehren»

«Mein Vater starb, als ich sechs Jahre alt war und ich vermisse meine Mutter (die immer noch in Luxemburg leben dürfte; Anm. der Red.) sehr», erklärte Duarte während des Interviews. Im Jahr 2007 konvertierte er zum Islam. 2014 heiratete Duarte in Algerien, bevor er nach Syrien zog, um «den Koran zu studieren». Nach eigenen Angaben soll er nicht bewusst zu den IS-Kämpfern gestoßen sein. Er will auch nicht mit ihnen gekämpft haben. Später sei er bei einer Offensive kurdischer Truppen festgenommen worden.

«Ich wollte bereits vor drei Jahren nach Luxemburg zurückkehren» führte Duarte fort, der in einem Lager bei Al-Baghouz Fouqani, an der irakischen Grenze festgehalten wurde. Er habe Angst gehabt, vom IS der Spionage beschuldigt zu werden. «Ich habe einen Fehler gemacht und es tut mir Leid, dass ich Menschen verletzt habe», sagte er. Er sei sich bewusst, das das Gefängnis auf ihn wartet. Er möchte jedoch eine neue Beziehung zu seinen Verwandten aufbauen und seiner Mutter in ihrem Haus helfen. Seine Frau und zwei Kinder – ein Sohn und eine Tochter – seien derzeit in einem anderen Lager. Er wünscht sich, als normale Familie nach Luxemburg oder Frankreich zurückzukehren.

(Frédéric Lambert/L’essentiel )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich bremse nicht für Terroristen am 31.07.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll da bleiben wo der Pfeffer wächst. Er hat sich für dieses Leben entschieden, also muss er auch mit den Konsequenzen leben. Armseliger Pollo.

  • Joe am 31.07.2019 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daat Kallef soll bleiwen wou et ass. Vir d'éischt de Rauen spillen an elo mimmimmi....

  • Adu Verstand am 31.07.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    E sou een giff ech net zereck an Land kommen loossen et wees en jo nie wei den tickt

Die neusten Leser-Kommentare

  • Little Roger am 19.08.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soll schön bleiben wo er ist,und wenn dann nach Portugal!

  • Villzevillanthrop am 31.07.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medien dürften so einer Person gar keine Bühne bieten um sich zu äussern. Was ist der Sinn und Zweck hiervon?

  • Angel am 31.07.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An wat stellt den sech fir?

  • claudius am 31.07.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Exodus 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, 25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule

  • nunaawer am 31.07.2019 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mir mussen deen dach ophuëlen ! Jiddfereen, deen eng gestëpst huët! Haaptsaach, hién huët en Ticket vun enger Bensinstatioun, wou en virun anno Tubaak mol getankt huët. Well dan huët hién Rechter hei zu Lëtzebuërg; huët jo schléisslech Steieren hei bezuëlt. Ironie aus! Ech diirf leider nët schreiwen, waat ech mat deem giff maachen, well soch kommen ech an de Bing! An hién an den Hotel Royal an en Suite !