In Luxemburg

30. Dezember 2019 08:55; Akt: 30.12.2019 09:05 Print

«Super Senior» steht Schülern zur Seite

ECHTERNACH – Senioren sollen Kindern mit Lernschwierigkeiten zur Seite stehen. Das ist der Zweck der Initiative «Super Senior», die im Osten Luxemburgs gestartet wurde.

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In Luxemburg steht die ältere Generation der jüngeren beiseite.

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Die Integration gelingt vor allem durch die Sprache. Doch was, wenn die Landessprachen nicht beherrscht werden? Für Maria eine große Herausforderung. Für die Elfjährige, die erst 2016 mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Luxemburg zog, war die Integration in der Grundschule nicht einfach. Bei ihr zuhause wird ausschließlich Italienisch oder Französisch gesprochen.

«Deutsch ist eine schwierige Sprache», sagt das Mädchen. Dennoch hat sie sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert. «Ich verstehe die Sprache besser und habe in der Schule bessere Noten», sagt die Grundschülerin. Der Grund: Seit November bekommen sie und ihre Schwester von Annette Unterstützung. Die «Super Seniorin» hilft den beiden Mädchen bei den Hausaufgaben und macht mit ihnen Übungen. Und das macht den beiden auch noch Spaß. «Sie können es gar nicht erwarten, jeden Dienstag und Donnerstag mit Annette ihre Hausaufgaben zu machen», bestätigt die Mutter.

Ein sinnvolle Beschäftigung für Senioren

Entstanden ist diese Hilfeleistung durch die Initiative Super senior des Vereins Mouvement pour l’égalité des chances (MEC). Der Zweck der Initiative ist es, eine Verbindung zwischen den Generationen zu schaffen. «Auf der einen Seite gibt es Kinder mit Lernschwierigkeiten und auf der anderen sind dynamische und aktive Senioren bereit, sich einzusetzen», erklärt MEC-Projektleiterin Aurélia Pattou.

Wer sich als «Super Senior» bewerben möchte, um Schülern zu helfen, ihre Deutsch-, Französisch-, oder Mathematikkenntnisse zu verbessern, muss zuerst Tests ablegen, sich einem Vorstellungsgespräch unterziehen und eine Fortbildung machen. Seitdem das Projekt im März ins Leben gerufen wurde, haben bereits 27 Schüler von der Unterstützung von neun Senioren profitiert. Geplant sind erst einmal zehn einstündige Sitzungen. Diese können nach Bedarf dreimal verlängert werden. «Theoretisch dauert eine Sitzung jeweils eine Stunde. Doch meistens geht sie darüber hinaus», sagt Pattou. Kinder des Zyklus 4.2, die sich auf die Sekundarschule vorbereiten, können das ganze Jahr durch eine Beihilfe bekommen.

Positives Feedback

Aufgrund des hohen Bedarfs soll das Projekt in Junglinster weiterentwickelt werden. Dort stehen bereits ein Dutzend Schüler auf der Warteliste. Der MEC sucht derzeit neue «Super Senioren». Unterstüzt wird das Projekt von der Mullerthaler Aktionsgruppe Leader. Den Eltern kostet eine Sitzung zehn Euro (Sozialhilfeempfänger bezahlen die Hälfte). Während ein Teil dieser Summe die Reisekosten der Senioren abdeckt, dient der Rest dazu, fleißigen Schülern Bildungsgeschenke zu kaufen.

Das Feedback ist weitgehend positiv. Nach Angaben der Eltern verfügten Senioren über genügend Autorität und viel Geduld. In 40 Prozent der Fälle wurde eine Verbesserung der Schulergebnisse festgestellt. Außerdem habe diese Unterstützung 70 Prozent der Kinder dazu geholfen, ihr Selbstvertrauen aufzubauen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

(jw/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NoFuture4Granny am 30.12.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, ob die alte Umweltsäue das noch machen wollen, ist dahin gestellt... ????!

Die neusten Leser-Kommentare

  • NoFuture4Granny am 30.12.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, ob die alte Umweltsäue das noch machen wollen, ist dahin gestellt... ????!