In Luxemburg

06. Dezember 2017 07:59; Akt: 06.12.2017 08:09 Print

Teure Immobilien belasten vor allem junge Menschen

LUXEMBURG – Die Luxemburger wohnen am liebsten im Eigenheim. Das stellt jedoch junge und einkommensschwache Menschen vor Probleme, findet Djuna Bernard von der CGJL.

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Eine Eigentumswohnung ist für junge Menschen in Luxemburg kaum noch finanzierbar. (Bild: stocksnap/Editpress)

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Die Situation auf dem Luxemburger Wohnungsmarkt ist angespannt, insbesondere im Bereich der Sozialwohnungen und der Mietwohnungen, kurz: beim bezahlbaren Wohnraum. Unter diesen Gegebenheiten leiden Geringverdiener, Berufsanfänger und nicht zuletzt Studenten. Um ihre Position zum Thema Wohnungsbau vorzutragen, haben sich am gestrigen Mittwoch fünf Vertreter der Luxemburger Jugendkonferenz (CGJL) mit der Wohnungsbau-Kommission der Chamber getroffen.

«Die Preise sind einfach zu hoch, sowohl bei der Miete wie auch bei Eigentum», konstatiert Djuna Bernard, Präsidentin der CGJL. «All unseren Mitgliedern, egal welcher politischen Couleur, ist bewusst, dass in Luxemburg der Wunsch nach dem Eigenheim vorherrschend ist. Das ist eine Mentalitätssache.» Da es aber insgesamt an Wohnraum fehle, sei ein kontinuierlicher Preisanstieg zu beobachten, der den Kauf nahezu unmöglich mache. Dadurch verschärft sich das zugrunde liegende Problem nur weiter.

Die Preise für Immobilien in Luxemburg explodieren.

Luxemburg hinkt beim Wohnungsbau hinterher

Das liegt nicht zuletzt an der stetigen Zuwanderung ins Großherzogtum. «Jährlich kommen durchschnittlich 12.000 Menschen nach Luxemburg», sagt Guy Entringer, Geschäftsführer der Gesellschaft für verbilligtes Wohneigentum SNHBM. «Für die braucht man ungefähr 6000 neue Wohnungen pro Jahr. Es wurden aber nur 4000 gebaut.» Ohnedies ist günstiger Wohnraum, auch ohne den Zuzug, bereits jetzt knapp und somit teuer.

Dieses Problem sieht auch Max Hahn, Präsident der Wohnungsbau-Kommission. «Eigentlich bräuchten wir 30.000 Sozialwohnungen im Großherzogtum. Wir müssen schneller bauen. Dazu müssen die Gemeinden aber mitspielen», sagt Hahn.

Keine alternative Wohnformen, wenig Mietobjekte

«Es fehlt an nationalstaatlichen wie auch kommunalen Lösungen», stimmt Bernard zu. «Die Regelung der Mietzuschüsse beispielsweise ist schwer verdaulich und nicht sehr transparent. Auch weigern sich viele Besitzer, alternative Wohnformen wie WGs zuzulassen. Viele junge Menschen stehen diesen Ideen offen gegenüber. Die administrativen Hürden sind aber sehr hoch und den Besitzern ist das zu umständlich.»

Durch die in Luxemburg vorherrschende Tendenz, Wohnraum eher zu kaufen als zu mieten, sind auch die staatlichen Einrichtungen und Bauträger entsprechend ausgelegt. Sowohl der staatliche Fonds du Logement wie auch die teilstaatliche SNHBM folgen diesem Prinzip. Dennoch sei es «eine Überlegung wert», künftig mehr auf Mietobjekte zu setzen, sagt Kommissionspräsident Hahn. «Die Gemeinden wollen aber immer noch lieber verkaufen, um die Leute dauerhaft zu binden und so die Integration in ihre Gemeinschaft zu fördern.» Selbst die Caritas warne bei billigen Mietobjekten vor einer «Ghettobildung».

Im Februar 2018 kommen die Abgeordneten der Chamber zu einer parlamentarischen Sitzung zusammen, in der über das weitere Vorgehen beim Wohnungsbau entschieden werden soll.

(Dominik Dix/L’essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Taxman am 06.12.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Elo haal awer op, freckt no 15 Joer och endlech bei denen Ukomm dei Fakten.

  • MAXI am 06.12.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Mietobjekte = mehr Geld für jemanden. Setzt Paien an lut oder Preiser eroof. As net nemmen sou mat den Immobilien. As awa schon richteg laang bekannt an wat as geschitt? Guer an glat naischt. An lo reicht am Februar 2018 setzen se sech zesummen fier wat ze maan. Kaffie ze drunken. Haptsaachen gud Suen verdingen an die Normalbierger (dat sin dei wou zweschend den Reischen an Uarmen Leit sin) leiden loosen.

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  • Francine am 06.12.2017 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Alternative: Auswandern. Auf die Dauerstau-Lebensqualität wie wir sie heute haben kann ich verzichten. Überlassen wir unser Ländchen doch den neureichen Steuerflüchtlingen und Bänkern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Francine am 06.12.2017 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Alternative: Auswandern. Auf die Dauerstau-Lebensqualität wie wir sie heute haben kann ich verzichten. Überlassen wir unser Ländchen doch den neureichen Steuerflüchtlingen und Bänkern.

  • Dagobert Duck am 06.12.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann eben ein paar Jahre mit den Eltern auskommen und fleissig sparen. Sparste nix, haste nix. War schon immer so.

  • och eng Wourecht am 06.12.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Papp huet demols eng aal Braack kaaft wou d'Wasser d'Maueren erog gelaaf ass an den Schimmel d'Tapeit méi seier gefries huet wéi éen se obhänken konnt. En huet sein ganzt Liewen geschafft an et selwer emgebaut fir en Héem draus ze machen. Wat fir en Jugendlechen well dann haut nach iwerhaapt eppes schaffen fir zu eppes ze kommen?

    • gegen das Vergessen am 06.12.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

      Bei ons war et esou dat éen sech en Terrain kaaft huet an d'ganz Famill mat den d'Bridder vun mengem Papp al WE um Chantier waren fir d'Haus ze bauen. Do waren keng Suen do fir en 'Clé en mains' ze bauen. Den Enterprener koum fir nemmen dat Komplizéiert (Ausschachten, Beton's dall geissen asw) ze machen. An amplaatz vun Vakanzréesen guef Zement kaaft.

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  • Taxman am 06.12.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Elo haal awer op, freckt no 15 Joer och endlech bei denen Ukomm dei Fakten.

  • Ghettos de luxe am 06.12.2017 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Warum sollen sie ihr minimalistisches Anfangsgehalt für reiche Immobilienspekulanten ausgeben,um dann mit dem Finger im Mund dazusitzen ... Miete zahlen heisst schwer erarbeitetes Geld verpulvern! ...