Reform in Luxemburg

17. Mai 2017 17:52; Akt: 17.05.2017 17:58 Print

Transgender und Intersexuelle atmen auf

LUXEMBURG - Wer das Geschlecht oder den Namen ändern will, muss im Großherzogtum künftig weniger Hürden nehmen. Am Mittwoch wurde die Reform vorgestellt.

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Justizminister Félix Braz stellte den neuen Gesetzesentwurf im Detail vor. (Bild: Editpress)

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Jedes Jahr gehen in Luxemburg vier bis fünf Anträge von Menschen ein, die ihr Geschlecht oder ihren Vornamen ändern wollen. «Im Bezug auf die Zahlen ist es ein verschwindend geringer Teil, aber für die Transgender- und intersexuellen Menschen hat es eine große Bedeutung», sagte Justizminister Félix Braz am Mittwoch. Dieses Verfahren sei derzeit sehr kompliziert, sagte er. Bereits am vergangenen Freitag wurde beim Regierungsrat ein neuer Gesetzesvorschlag in die Wege geleitet. Am Mittwoch wurden nun weitere Details bekannt.

Künftig bedarf es demnach nicht wie bisher eines ärztlichen Attests und eines psychiatrischen Gutachtens. Auch eine Sterilisation oder andere medizinische Behandlungen werden nicht mehr als Voraussetzung benötigt. «Es ist eine Erleichterung», sagt Erik Schneider vom Verein Intersex & Transgender Luxembourg. Um einen Antrag zu stellen, muss man lediglich zwölf Monate in Luxemburg wohnhaft sein.

Die Anträge werden an den Justizminister geleitet. Fällt dessen Beurteilung negativ aus, entscheidet ein Verwaltungsgericht über die Angelegenheit. Auch eine Berufung ist möglich. Personen, die derzeit einen Antrag eingereicht haben, können sich bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes auf dieses berufen. Obwohl keine Operationen mehr erforderlich sind, sollen entsprechende Eingriffe nach dem Plan der Regierung auch künftig von der CNS bezuschusst werden. Gespräche werden derzeit geführt.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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