Winzer in Luxemburg

14. September 2020 08:00; Akt: 14.09.2020 10:39 Print

Umsatzeinbruch trotz herrlichem Jahrgang

REMICH/LUXEMBURG – Die Winzer erwarten einen sehr guten Jahrgang 2020. Doch neben dem Klimawandel ist die Corona-Pandemie ein großes Problem.

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Winzer in Luxemburg kämpfen mit dem Klimawandel und der Corona-Pandemie. (Bild: L'essentiel/Michael Aubert)

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Keine Familienfeiern, der Umsatzeinbruch in der Gastronomie und dann auch noch die Grenzschließungen: Zwar gehen die Winzer im Großherzogtum von einem herrlichen Jahrgang 2020 aus. Doch neben den Folgen des Klimawandels kämpfen sie, wie viele andere Branchen auch, mit den Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Denn was nützt quasi ein Jahrhundert-Jahrgang, wenn der Wein nicht verkauft wird. «Die Trockenheit und Covid-19 sind die größten Probleme der Winzer», sagt Serge Fischer vom luxemburgischen Weinbauinstitut (Institut viti-vinicole, IVV).

«Veranstaltungen, Gastronomie, die Kulturszene oder Empfänge, all das gibt es nicht mehr», sagt Mathis Bastian, Winzer aus Remich. Er beklagt einen Umsatzeinbruch «von 40 Prozent», ohne dabei zu jammern. «und dann schließen von heute auf morgen die Grenzen zu unseren Nachbarländern», sodass auch viele Privatkunden aus den Grenzregionen in Belgien, Frankreich und Deutschland wegbrechen. «Wir», sagt Bastian und schließt damit Genossenschaften und Privatwinzer ein, «hatten das Glück, dass wir eine treue Privatkundschaft haben. Das ist wichtig.» Sie hätten den Schaden begrenzt.

« Die Geselligkeit fehlt »

Doch neben den finanziellen Einbußen, kam noch ein erhöhter administrativer und organisatorischer Aufwand durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hinzu. Zum einen sollen die Erntehelfer unter sich bleiben und nach Möglichkeit und abhängig von der Größe der Betriebe auch in Gruppen aufgeteilt werden. «Wir haben die Betriebe für das Thema sensibilisiert», sagt Serge Fischer. Zudem wurden die insgesamt 1300 Tests der Erntehelfer von der Regierung bezahlt. Doch die Formulare müssten ausgefüllt, abgeheftet und für möglich Kontrollen bereitgestellt werden. «Das ist alles richtig und gut», sagt Bastian, «aber es ist ein Riesenaufwand».

Was Mathis Bastian allerdings am meisten schmerzt ist, dass vieles nicht mehr so sei wie vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie: Die Geselligkeit fehlt, die sozialen Kontakte, das Miteinander, die Unbeschwertheit, einfach zusammen stehen zu bleiben und miteinander zu reden, sagt er: «Die gelebte Menschlichkeit, die Luxemburg mit so vielen unterschiedlichen Nationen ausmacht.»

(aub/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 15.09.2020 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat die grössten Häuser und Anwesen hier im Land, Bauern und Weinbauern, wenn man an der Mosel entlang fährt erkennt man eine hohe Konzentration an Villen und Luxusautos, also bitte hört auf zu jammern !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julie am 15.09.2020 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat die grössten Häuser und Anwesen hier im Land, Bauern und Weinbauern, wenn man an der Mosel entlang fährt erkennt man eine hohe Konzentration an Villen und Luxusautos, also bitte hört auf zu jammern !